Auf der diesjährigen Mobilitätskonferenz des Bundesministeriums (BMIMI) stellte Juliane Stark– gemeinsam mit Reinhard Hössinger– zentrale Forschungsergebnisse unter dem Titel „Jung, unterwegs, sicher: Mobilität für die nächste Generation“ vor.

  • Steigender Handlungsdruck bei der Jugendmobilität: Ein besorgniserregender Anstieg der physischen Inaktivität, wachsende Anteile des motorisierten Individualverkehrs (MIV) sowie Defizite beim allgemeinen Wohlbefinden von Jugendlichen verdeutlichen einen akuten Handlungsbedarf im heutigen Verkehrssystem.
  • Heterogenität der Altersgruppen: Junge Menschen dürfen in der Planung nicht als homogene Zielgruppe behandelt werden. Kinder, Teenager und junge Erwachsene weisen grundlegend unterschiedliche Mobilitätsbedürfnisse und spezifische Risikoprofile auf.
  • Multimodalität und die Relevanz stabiler Routinen: Der Fußverkehr bildet die fundamentale Basiskomponente kindlicher Mobilität. Unter Einbezug von Fußwegen nutzen rund 90 % der Kinder im Laufe einer Woche mehr als ein Verkehrsmittel. Die Alltagsmobilität ist jedoch stark durch etablierte Routinen strukturiert. Hierbei zeigt sich in der Praxis, dass bereits eine einzige verkehrliche Problemstelle oder Barriere im Straßenraum die Wirkung zahlreicher gut gestalteter Maßnahmen am eigentlichen Zielort aufheben kann.
  • Integrierte und systemische Planungsansätze: Erfolgreiche Mobilitätsstrategien erfordern ein koordiniertes Zusammenwirken verschiedener Sektoren. Es müssen Maßnahmenpakete geschnürt werden, die Infrastruktur, Verkehrsangebote, soziale Normen (wie das elterliche Mobilitätsverhalten), Bildung sowie Gesundheit und Psychologie integriert betrachten.

Die Konferenz, an der rund 650 Expert:innen teilnahmen, unterstrich die Notwendigkeit einer engen Verzahnung von evidenzbasierter Forschung und anwendungsorientierter Verkehrsplanung.

Weiterführende Informationen zu den Forschungsprojekten sind auf der Plattform young-mobility.at abrufbar.

Foto: BMIMI, Hörmandinger


06.05.2026