Forschung
In der Forschung
- Analysieren wir die Wechselwirkungen zwischen Mobilitätsverhalten, Verkehrssystem, Gesellschaft, Wirtschaft, Raum und Umwelt.
- Erheben wir Daten und schaffen methodische Grundlagen und Werkzeuge für eine nachhaltige Verkehrsplanung und für zukunftsfähige Mobilitätslösungen.
- Tragen wir aktiv zur Verbreitung des Wissens durch Kooperationen mit Partnern aus Praxis und Verwaltung und durch bürgernahe Veranstaltungen bei.
- Arbeiten wir mit größter Sorgfalt und Integrität, um evidenzbasierte Ergebnisse höchster Qualität zu erzielen.
Neueste SCI Publikationen
Neueste Projekte
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit
: 2026-01-01 - 2028-12-31
Die aktive Mobilität von Kindern – also das Zufußgehen, Rad- und Rollerfahren – hat in den letzten Jahrzehnten deutlich abgenommen. Das gibt Anlass zur Sorge, vor allem mit Blick auf mögliche langfristige Folgen für die öffentliche Gesundheit und die Umwelt. Dieser Trend stellt auch das Konzept der „15-Minuten-Stadt“ vor neue Herausforderungen, das darauf abzielt, nachhaltige Fortbewegung zu fördern, indem wichtige Alltagsziele in Geh- oder Radentfernung erreichbar sind. Trotz zahlreicher Bemühungen, die aktive Mobilität von Kindern zu stärken, ist bislang wenig darüber bekannt, warum viele Kinder selbst in mobilitätsfreundlichen Umgebungen kaum zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind. Das Projekt ACTIVATE möchte diese Lücke schließen, indem es untersucht, welche Faktoren das Mobilitätsverhalten von Kindern prägen – etwa die gebaute Umwelt, soziale Netzwerke oder individuelle Einstellungen. ACTIVATE konzentriert sich dabei auf mehrere zentrale Fragestellungen:
(1) Geografische Unterschiede und Mobilitätsarmut: Wie wirken sich Zugang und Wahrnehmung auf die aktive Mobilität in verschiedenen Regionen aus – insbesondere in sozial benachteiligten Gebieten?
(2) Einfluss von Gleichaltrigen und Eltern: Welche Rolle spielen Familie und Freundeskreis bei den Verkehrsentscheidungen von Kindern?
(3) Einstellungen und Entwicklung: Wie verändern sich Haltungen zur Mobilität in unterschiedlichen Alters- und Entwicklungsphasen?
(4) Altersbezogene Unterschiede: Wie unterscheiden sich Verkehrsgewohnheiten je nach Altersgruppe?
Das Projekt arbeitet mit verschiedenen Partnern – darunter Stadtplaner*innen und Pädagog*innen – zusammen, um gemeinsam Leitlinien zu entwickeln, die ein zusammenhängendes und nutzerfreundliches Mobilitätsnetz fördern. Ziel ist es, aktive und nachhaltige Mobilität als festen Bestandteil zukünftiger städtischer Mobilitäts-/Verkehrssysteme zu verankern.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit
: 2025-10-14 - 2026-04-13
Im Projekt wird das Mobilitätsverhalten der Eisenstädter Bevölkerung sowie weiterer für das Verkehrsgeschehen in Eisenstadt relevanter Gruppen untersucht, insbesondere Berufs- und Ausbildungspendler*innen. Dabei werden alle Wege eines Stichtages erfasst – inklusive Zweck, Start- und Zieladressen, Zeitpunkt und Verkehrsmittelwahl. Ergänzend werden die Einkaufswege nach Eisenstadt von einpendelnden Kund*innen erfasst.
Die Analyse zeigt die aktuelle Situation und Veränderungen seit 2013, einschließlich Mobilitätsnachfrage und Modal Split, ergänzt durch Vorschläge der Bevölkerung. Die Ergebnisse liefern eine fundierte Grundlage für strategische Planungsinstrumente wie den Stadtentwicklungsplan oder den Masterplan Gehen und unterstützen die Bewertung von Entwicklungen, Identifikation von Handlungsfeldern sowie die Berücksichtigung neuer Herausforderungen wie Klimawandel, Energiekrise und langfristige Auswirkungen der COVID-Pandemie.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit
: 2025-06-01 - 2026-11-30
Problemstellung:
Seit Okt. 2022 müssen Kfz mit über 30 km/h beim Überholen von Radfahrenden außerhalb des Ortsgebiets einen Seitenabstand von mindestens 2 m einhalten. Für Pkw oder gar Lkw oder Busse benötigt gesetzeskonformes Überholen auf den tausenden Kilometern eher schmalen Landstraßen weitgehend die gesamte Fahrbahnbreite. Datenmaterial zur Be- oder Missachtung der Seitenabstands-Regel gibt es nur rudimentär. Auch eine technische Überwachungsmöglichkeit existiert in Österreich bislang nicht, wobei die Exekutive großes Interesse daran hätte.
Zielsetzung:
Das Projekt verfolgt zwei wesentliche Ziele:
(i) Anhand objektiver, gut fundierter Daten zum Ablauf von Rad-Überholvorgängen auf schmalen Landstraßen soll beantwortet werden, welche Ausmaße der Kfz-Seitenabstand tatsächlich hat, welche Faktoren ihn beeinflussen (z.B. Gegenverkehr, Kfz-Art und -geschwindigkeit) und welche psycho-physische Wirkung er auf involvierte Radfahrende hat.
(ii) Konkrete Empfehlungen sollen erarbeitet werden, inwieweit die Erhebungsmethoden (sh. Lösungsansatz) als Ausgangsbasis für eine technische Überwachungsmöglichkeit geeignet erscheinen.
Lösungsansatz:
Es werden Vor-Ort-Messungen mit zwei unterschiedlichen Methoden zeitgleich vorgenommen: Eine automatisierte Seitenabstandsmessung mit Messfahrrad und eine standorttreue Videobeobachtung. Damit können die für die Zielerreichung erforderlichen Datenmengen von Überholmanövern (unbeeinflusste und von Testradlern generierte) erhoben und analysiert werden.