Allgemeines zur Wertschöpfungskette

Die BOKU Wertschöpfungskette wurde im Rahmen der Nachhaltigkeitsbestrebungen der BOKU entwickelt. Das Ziel bei der Entwicklung dieser Wertschöpfungskette ist es, ein tieferes Verständnis dafür zu gewinnen, wie Wert durch die Kernprozesse der BOKU gemeinsam geschaffen wird und wie die unterstützenden Prozesse und Einrichtungen diese ermöglichen und aufrechterhalten. Darüber hinaus veranschaulicht die Wertschöpfungskette, wie die BOKU das in § 1 des Universitätsgesetzes 2002 festgelegte Ziel der Universitäten erfüllt:

„Die Universitäten sind berufen, der wissenschaftlichen Forschung und Lehre, der Entwicklung und der Erschließung der Künste sowie der Lehre der Kunst zu dienen und hiedurch auch verantwortlich zur Lösung der Probleme des Menschen sowie zur gedeihlichen Entwicklung der Gesellschaft und der natürlichen Umwelt beizutragen.“ 

Die Wertschöpfungskette der BOKU veranschaulicht, wie verschiedene Inputs durch universitäre Prozesse in sinnvolle Outputs und weiter in Outcomes und Impacts umgewandelt werden. Sie umfasst Aktivitäten, Ressourcen und Beziehungen zur Erfüllung ihrer Ziele und Aufgaben. Durch die Beschreibung der Wertschöpfungskette der BOKU werden die komplexen und vielfältigen Aktivitäten der Universität in einen strukturierten Rahmen gegliedert. 

Wir haben die Wertschöpfungskette nach einem Logic Model Approach[1] entwickelt. Dieser verbindet Inputs, Aktivitäten, Outputs, Ergebnisse und Wirkungen miteinander und verdeutlicht, wie Ressourcen und Maßnahmen zu messbaren Ergebnissen für Mensch, Gesellschaft und Umwelt führen. 

Die Wertschöpfungskette wird in Workshops im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse genutzt, um Auswirkungen, Risiken und Chancen (Impacts, Risks, Opportunities – IROs) der BOKU in Bezug auf Nachhaltigkeit zu diskutieren, ohne dass relevante Teile verloren gehen.

Detaillierte Beschreibung

Im Zentrum der Wertschöpfungskette der BOKU stehen drei Hauptaktivitäten, die oft als die drei Aufgaben einer Universität bezeichnet werden: „Lehre“, „Forschung“ und „gesellschaftliche Verantwortung“. Diese Hauptaktivitäten definieren Universitäten und sind im österreichischen Universitätsgesetz UG 2002 festgelegt. Lehre bezieht sich demnach auf die Vermittlung von Wissen und Fähigkeiten auf der Grundlage aktueller Forschung sowie auf die Vorbereitung der Studierenden auf ihre zukünftige Karriere. Die Forschung umfasst die unabhängige, ethische Suche nach Wissen unter Wahrung der akademischen Freiheit und bezieht sich auf verschiedene Formen der Forschung. Die gesellschaftliche Verantwortung soll durch Öffentlichkeitsarbeit, Zusammenarbeit und Innovation zur sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung beitragen. 

Um diese Hauptaktivitäten zu erfüllen, sind unterstützende Prozesse und Einrichtungen erforderlich. „Unterstützende Prozesse“ sind z. B. Governance und Führung, Verwaltung und unterstützende Dienstleistungen. „Unterstützende Einrichtungen“ beziehen sich auf die physische und digitale Infrastruktur und Ausstattung wie Laborgeräte und Einrichtungsgegenstände.

Um ihre Hauptaktivitäten erfüllen zu können, benötigt die BOKU Inputs, die in drei Hauptgruppen unterteilt werden können. „Menschen“ umfasst Studierende, wissenschaftliche und nicht-wissenschaftliche Mitarbeitende, die ihr Wissen, ihre Fähigkeiten, ihre Ideen, ihr Engagement und ihre Arbeitskraft einbringen. Auch externe Stakeholder, die mit der BOKU im Rahmen von Partnerschaften oder Netzwerken zusammenarbeiten, prägen die Kernprozesse der BOKU. „Wissen“ bezieht sich auf Daten und Informationen, die durch Publikationen, bestehende Forschungsergebnisse und externe Datensätze in die Universität einfließen. „Operative Mittel“ beinhalten gekaufte Güter (z. B. erneuerbare und nicht erneuerbare Materialien oder Energie), gekaufte Dienstleistungen (z. B. Reinigung, Steuerberatung usw.) sowie finanzielle Mittel, die für das Funktionieren der Universität erforderlich sind.

Die Outputs, also die direkten und greifbaren Ergebnisse der Hauptaktivitäten, werden in drei Gruppen unterteilt: „Alumni & qualifiziertes Personal“ sind einerseits Personen, die durch ihre Ausbildung oder Arbeit an der BOKU Erfahrungen und Fähigkeiten erworben haben. Andererseits bringt die Forschung verschiedene Ergebnisse und Produkte hervor, die in der Wertschöpfungskette als „Forschungsprodukte“ zusammengefasst werden. Dabei handelt es sich einerseits um wissenschaftliche Produkte, z. B. Daten, Erkenntnisse, Innovationen, wissenschaftliche Publikationen. Andererseits werden Forschungsergebnisse auch über Medien oder durch Beratung oder Zusammenarbeit mit gesellschaftlichen, politischen oder wirtschaftlichen Akteuren an ein nicht-wissenschaftliches Publikum weitergegeben. Neben den bisher genannten Outputs führen die Aktivitäten der Universität auch zu „Emissionen und Abfall”.

Viele Outputs fließen direkt an die Universität zurück. Beispielsweise beginnen Studierende mit ihren erworbenen Kenntnissen und Qualifikationen eine Tätigkeit an der BOKU, Pre-Docs werden zu Post-Docs, Forschungsergebnisse bilden die Grundlage für weitere Forschungen usw. Dieses direkte Feedback an die Wertschöpfungskette wird als Value Loop der Outputs bezeichnet. 

Outcomes beziehen sich auf kurz- oder mittelfristige, oftmals potentielle Veränderungen oder Vorteile außerhalb der BOKU: Dies umfasst das „Bewusstsein in der Gesellschaft“ für die großen gesellschaftlichen Herausforderungen und nachhaltige Entwicklung. Alumni und Mitarbeitende haben „Qualifikationen, Bildung und ein Mindset” erworben, die über ihre Zeit und ihre Aktivitäten an der BOKU hinausgehen. Forschungsprodukte können darüber hinaus zu „gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Innovationen” werden, darunter beispielsweise Spin-offs, Patente oder neue Partnerschaften und Programme. 

Schließlich führen BOKU Outputs und Outcomes potentiell zu langfristige Veränderungen mit gesellschaftlichem oder ökologischem Nutzen: Die Aktivitäten der BOKU tragen im besten Fall zu einer besser informierten und widerstandsfähigeren Gesellschaft, zu sozialem Wohlergehen, Demokratie und nachhaltiger Entwicklung bei. Solche Auswirkungen werden in der Wertschöpfungskette als „gesellschaftliche und politische Impacts”, „ökologische Impacts” und „wirtschaftliche Impacts” dargestellt.


[1] W.K. Kellogg Foundation (2004) in: Davey, T., Plewa, C., Galán Muros, V. (2014). University-Business Cooperation Outcomes and Impacts – A European Perspective. In: Kliewe, T., Kesting, T. (eds) Moderne Konzepte des organisationalen Marketing. Springer Gabler, Wiesbaden. https://doi.org/10.1007/978-3-658-04680-4_10