Mit dem Mentoring-Programm für Frauen in der Forst- und Holzwirtschaft setzt die BOKU University ein klares Zeichen für mehr Gleichstellung und Diversität in einer traditionell männlich geprägten Branche. Das Programm richtet sich an Studentinnen und Absolventinnen entlang der gesamten forst- und holzbasierten Wertschöpfungskette und bietet ihnen die Möglichkeit, sich mit erfahrenen Expert*innen aus Wissenschaft, Verwaltung und Wirtschaft zu vernetzen, Einblicke in unterschiedliche Berufsfelder zu gewinnen und ihre persönlichen Karriereziele gezielt weiterzuentwickeln.
Durchgang 2026 erfolgreich gestartet
Der dritte Programmdurchgang ist im Februar 2026 gestartet und bringt 14 Mentoring-Paare zusammen. Über mehrere Monate hinweg arbeiten jeweils eine Mentee und eine erfahrene Mentorin bzw. ein Mentor eng zusammen. Ziel ist es, die berufliche Orientierung zu stärken, individuelle Karrierewege zu reflektieren und wertvolle Kontakte innerhalb der Branche aufzubauen.
Begleitet wird der Mentoring-Prozess durch ein strukturiertes Programm mit Workshops, Vernetzungsformaten und begleitenden Weiterbildungsangeboten. Zusätzlich werden die Mentorinnen und Mentoren gezielt auf ihre Rolle vorbereitet. Das Programm umfasst unter anderem:
- ein strukturiertes Matching der Mentoring-Paare
- eine gemeinsame Auftaktveranstaltung
- Workshops und Trainings während der Programmlaufzeit
- laufende Vernetzungs- und Austauschmöglichkeiten
- eine Abschlussveranstaltung sowie Evaluierungsschritte
Ein Projekt mit langfristiger Wirkung
Das Mentoring-Programm ist Teil eines mehrjährigen Projekts zur Stärkung von Frauen im österreichischen Forst- und Holzwirtschaftssektor. Insgesamt sind drei Durchgänge mit jeweils rund 15 Mentoring-Paaren vorgesehen:
- Durchgang 2024: 14 Mentoring-Paare (abgeschlossen)
- Durchgang 2025: 19 Mentoring-Paare (Abschluss April 2026)
- Durchgang 2026: 14 Mentoring-Paare (Start Februar 2026)
Neben der individuellen Förderung der Teilnehmerinnen verfolgt das Projekt auch strukturelle Ziele. Dazu zählen die Sensibilisierung für Gleichstellungsthemen sowie die langfristige Verankerung von Frauenförderung und Mentoring in Institutionen der holzbasierten Wertschöpfungskette.
Warum Mentoring im Forst- und Holzsektor wichtig ist
Statistiken zeigen weiterhin deutliche Geschlechterunterschiede in der Branche. Der Frauenanteil liegt im klassischen Forstsektor bei nur etwa 8–10 %, im erweiterten Holzsektor bei rund 20 %. Frauen arbeiten zudem deutlich häufiger Teilzeit und übernehmen einen größeren Anteil an unbezahlter Care-Arbeit – Faktoren, die sich langfristig auf Karrierechancen und Einkommen auswirken können.
Mentoringprogramme gelten als besonders wirksames Instrument, um diesen strukturellen Herausforderungen entgegenzuwirken. Sie unterstützen Teilnehmerinnen dabei,
- ihre Karriere strategisch zu planen,
- Netzwerke aufzubauen,
- ihre Sichtbarkeit in der Branche zu erhöhen,
- sowie berufliche Entwicklungsmöglichkeiten besser zu nutzen.
Mit dem Durchgang 2026 setzt das Programm diesen Ansatz fort und stärkt gezielt die nächste Generation von Frauen in der österreichischen Forst- und Holzwirtschaft.
Mehr Infos auf: https://boku.ac.at/lawi/ilap/projekte/frauenmentoring-forstwirtschaft