Methoden

Da wir an der Schnittstelle zu unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen, dem Forstsektor wie auch zur allgemeinen Öffentlichkeit arbeiten, benötigen wir verlässliche Methoden, um den Zustand und die Entwicklung unserer Wälder abzuschätzen. Den Einfluss von Managementkonzepten auf die Waldfunktionen oder deren Risiken und Chancen zu evaluieren, gehört ebenso zu unseren Aufgaben. Zu diesem Zweck haben wir verschiedene ökosystemische Modellkonzepte entwickelt, die uns bei der Untersuchung und Sicherstellung nachhaltiger Waldbewirtschaftung helfen. Wir verwenden „MOSES“, ein klassisches abstandsabhängiges Waldwachstumsmodell, „PICUS“, ein Sukzessionsmodell basierend auf Gap Dynamics, „iLand“, ein Modell, das Interaktionen zwischen Wald und Umwelt auf Landschaftsebene abbilden kann, sowie eine baumartenspezifische Version von „Biome BGC“, um die Energie- und Massenflüsse in Waldökosystemen darzustellen.

Zusätzlich haben wir Algorithmen zur räumlich-zeitlichen Interpolation von Klima- und Bodenparametern entwickelt. DAYMET zum Beispiel nutzt Beobachtungen von meteorologischen Messstationen. Andere Algorithmen liefern Temperatur- und Niederschlagsdaten in hoher räumlicher und zeitlicher Auflösung für ganz Europa mit 1-km-Auflösung seit 1950.

Decision-Support-Systeme (DSS) und Multi-Criteria-Decision-Making-(MCDM)-Techniken unterstützen Entscheidungsträger bei der Formulierung und Auswahl von Handlungsalternativen. Wir sind aktiv in der Entwicklung von Kriterien und Indikatoren für die Evaluierung nachhaltiger Waldbewirtschaftung und verwenden unsere Expertise weltweit, wie in Asien, Afrika und Osteuropa. Gemeinsam mit der Community of Practice on Forest Management Decision Support Systems unterhalten wir eine weltweite Kommunikationsplattform und Datenbank zu DSS. Zahlreiche am Institut für Waldbau entwickelte DSS unterstützen Förster und Waldmanager in der forstlichen Planung (DSD), bei der Planung seilgestützter Holznutzungen (CONES) oder für adaptives Waldmanagement im Klimawandel (AFM Toolbox).

Außerdem betreiben wir ein modernes forstgenetisches Labor zur Erforschung molekularer Marker oder Genomsequenzierung sowie ein analytisches Labor, um beispielsweise die pH-Werte und/oder N- und C-Gehalte von Bodenproben, Auflagen, Nadeln und Blättern zu ermitteln.

Im forstlichen Versuchsgarten „Knödelhütte“ stehen neben Dauerversuchsflächen mit Tannen, Kiefern und seltenen Baumarten auch eine Baumschule und ein Glashaus zur Verfügung, um Samen und Jungpflanzen zu untersuchen.