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Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2022-11-15 - 2024-07-14

Die Bewahrung und Verbesserung der Bodengesundheit stellt eine zentrale Herausforderung für die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals) dar. In der Europäischen Union (EU) findet aktuell eine intensive Konsultation zur Etablierung eines Gesetzes zur Bewahrung und Verbesserung der Bodengesundheit (European Soil Health Law) statt. Landwirtschaftlicher Bodenschutz fällt in Österreich unter die Zuständigkeit der Bundesländer und ist in Niederösterreich durch das Bodenschutzgesetz geregelt. Mit dem vorliegenden Projekt werden auf Basis der bisherigen Monitoringaktivitäten Grundlagen für das laufende Konsultationsverfahren der EU zur Einführung eines Soil Health Law entwickelt und bereitgestellt. Insbesondere werden die Vorschläge der EU-Kommission auf ihre Kompatibilität mit den in Niederösterreich etablierten Methoden zur Überwachung und Verbesserung der Bodengesundheit überprüft, und die Anwendbarkeit von vorgeschlagenen Indikatoren und Zielwerten (Thresholds) für die in der Thematischen Strategie für den Bodenschutz genannten Bodengefährdungen anhand der NÖ Bodenmonitoringdaten getestet. Darauf aufbauend werden konkrete Vorschläge für die Auswahl geeigneter Landschaftseinheiten (Soil Districts), Indikatoren und Methoden zu deren Erfassung, sowie Zielwerten (Thresholds) entwickelt, um diese in den Konsultationsprozess einbringen zu können.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2022-10-01 - 2025-09-30

Die Siedlung der Linearbandkeramik (LPC) von Schletz, Niederösterreich (5400-5000 BC), wurde in den Jahren 1983 bis 2005 teilweise ausgegraben. Internationale Aufmerksamkeit erregte der Fundplatz in erster Linie aufgrund der menschlichen Überreste aus Graben II: Ihre atypische Lage und die perimortalen Defekte führten zum Schluss, dass die Bewohner*innen bei einem Angriff auf die Siedlung um etwa 5000 v. Chr. zu Tode gekommen waren. Erste Teilergebnisse einer molekulargenetischen Analyse scheinen auf eine unerwartet geringe Anzahl von Verwandtschaftsbeziehungen hinzuweisen. Um ihre Herkunftsregion(en) zu bestimmen, wird das Sr-Isotopenverhältnis (87Sr/86Sr) in den menschlichen Zähnen ermittelt und mit einer Sr-Isotopenlandkarte (Isoscape) des lokal bioverfügbaren Strontiums der Region verglichen. Im Projektvorhaben möchten wir im Rahmen eines transdisziplinären Ansatzes den Blick über die Fundstelle Schletz hinaus auf diesen vermuteten Siedlungsverband werfen. Begleitet von Archäolog*innen werden Citizen Scientists die einzelnen, aus Fundmeldungen bekannten, sowie aufgrund der Geländesituation vermuteten Siedlungsstellen begehen, das Fundmaterial bergen und dokumentieren. Geplant ist weiters die selbstständige Entnahme und Aufbereitung von Bodenproben durch Schüler*innen einer lokalen Mittelschule. Die Proben werden aus dem Gebiet der bandkeramischen Siedlungsstellen entnommen, um eine Isoscape-Kartierung der bioverfügbaren Sr-Isotopenverhältnisse zu erstellen. Dieses Vorgehen ist Voraussetzung für die Herkunftsbestimmung der aus der Schletzer Siedlung geborgenen Individuen. Wir erwarten, dass die über die Zentralsiedlung möglicherweise hinausreichende gewalttätige Auseinandersetzung präziser erfasst werden kann. Aber auch auf breiter Datenbasis begründete Aussagen zur ökonomischen und sozialen Struktur einer frühneolithischen Gesellschaft sind zu erwarten.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2022-05-18 - 2024-05-17

In Vollziehung des NÖ Bodenschutzgesetzes werden im vorliegenden Projekt 300 Standorte der Niederösterreichischen Bodenzustandsinventur in Landschaftsräumen des Industrieviertels und des angrenzenden Wienerwaldes erneut aufgesucht und Oberböden (0-20 cm) unter Grünland- und Ackernutzung entnommen. Gemeinsam mit den für dieselben Standorte verfügbaren Archivproben der Erstaufnahme aus dem Zeitraum 1990-1992 werden diese auf wichtige Kennwerte der Bodengesundheit untersucht. Diese umfassen organischen Kohlenstoff, Bodenacidität (pH-Wert) sowie die Konzentrationen potentiell schädlicher Metalle und Metalloide. Mit Hilfe dieser Daten wird der aktuelle Bodenzustand beschrieben und Veränderungen während der vergangenen drei Jahrzehnte erfasst. Die daraus ableitbaren Trends der Entwicklung der Bodengesundheit werden im Kontext der rechtlichen Rahmenbedingungen sowie des aktuellen Wissensstandes bewertet und der sich daraus ggf. ergebende Handlungsbedarf für Boden- und Klimapolitik des Landes und von Akteuren in der Region formuliert. Die im Projekt generierten Informationen stellen u.a. auch eine wesentliche Grundlage für die Umsetzung der Ziele der neuen EU-Mission „A Soil Deal for Europe“ dar.

Betreute Hochschulschriften