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Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2019-09-01 - 2022-08-31

Zur Reduzierung der atmosphärischen CO2- Konzentration wird die Erhöhung des organischen Kohlenstoffpools im Boden als vielversprechende Maßnahme angesehen. Auf der COP 21 (Paris 2015) wurde die 4-Promille-Initiative gestartet, bei der eine optimale Bewirtschaftung von Ackerland, Grünland und Wäldern den organischen Kohlenstoff im Boden jährlich um 0,4% erhöhen soll. Um zu beurteilen, ob die Land- und Bodenbewirtschaftung tatsächlich die gewünschte Wirkung auf den Boden hat, überprüfen wir eine Reihe von abgeschlossenen und laufenden Feldversuchen. Es soll auch evaluiert werden, ob die Boden- und Landnutzung nachhaltig, und nicht nur vorübergehend, den organischen Kohlenstoffpool des Bodens erhöhen kann. - Für Ackerland werden bereits seit mindestens 2 Jahrzehnten verschiedene Bodenbewirtschaftungssysteme, wie z.B. reduzierte Bodenbearbeitung und organische Düngung, angewandt. Es wird untersucht, ob sie ein weiteres Ansteigen oder eine nachhaltige Stabilisierung der organischen Kohlenstoffpools im Boden ermöglichen. - Die Speicherung von Kohlenstoff in Grünlandböden hängt von der Vegetation, den Bodeneigenschaften und der Bewirtschaftungsintensität ab. Organische Düngung erhöht und Mähen und Überweidung verringern den organischen Kohlenstoffpool des Bodens. - In der Forstwirtschaft sind viele Anpassungsstrategien an den Klimawandel Maßnahmen zur Risikominderung, z.B. Veränderungen der Baumartenzusammensetzung, der Rotationsperiode, der Bestandsdichte oder die Verbesserung des Ernährungszustandes von Bäumen. Auf Grundlage der naturwissenschaftlichen Daten werden Kosten ermittelt, die mit der zur Erreichung eines 4-Promille-Ziels notwendigen Landund Bodenbewirtschaftung verbunden sind. Die Fortschritte und Ergebnisse des Projekts werden mit den Interessengruppen kommuniziert.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2019-10-16 - 2021-01-15

Urban Gardening ist in den letzten zwei Jahrzehnten weltweit immer beliebter geworden. StadtbewohnerInnen schätzen zunehmend die Vorteile, die diese Gartenarbeit mit sich bringt. Neben der Möglichkeit die eigenen Lebensmittel selbst anbauen zu können, ist auch das dabei entstehende Gemeinschaftsgefühl von zentraler Bedeutung. Urban Gardening findet gerne Anwendung in formalen Institutionen, wie Schulen und Pflegeeinrichtungen. Eine große Anzahl von städtischen Gärten ist jedoch unabhängig davon entstanden und erfüllen dabei zwei Funktionen - sie sorgen für die Bereitstellung sicherer und gesunder Lebensmittel für ihre Gemeinschaft und fördern zugleich deren Zusammenhalt. Diese Aktivitäten wachsen stetig, indem Brachflächen wieder nutzbar gemacht und zunehmend auch Dachgärten und neuartige Behältnisse von den BürgerInnen genutzt werden. Viele dieser Standorte befinden sich in Gebieten mit hoher Verkehrsdichte, auf Industriebrachen oder Deponien. Dadurch entstehen in der Stadt, die dort dringend benötigten grünen Oasen, welche besonders bei der "Share"-Generation sehr beliebt sind. Aufgrund ihrer städtischen Lage gibt es jedoch immer noch einige erhebliche Hindernisse für die Einführung dieser städtischen Gartenbaupraktiken für die Lebensmittelproduktion, was angesichts ihres vielfältigen Potenzials sehr schade ist. Eines der größten Bedenken ist der Transfer von städtischen Schadstoffen in die Nahrungskette der VerbraucherInnen. Schwermetalle sind eine der häufig vorkommenden Verunreinigungen in urbanen Nutzpflanzen und Böden. Die wahrgenommenen Bedenken über die Auswirkungen dieser Schwermetallverunreinigungen auf die menschliche Gesundheit überwiegen oft das tatsächliche Risiko. Ein Teil des Problems ist der Mangel an Daten im Kontext der städtischen Produktion. Darüber hinaus ist die Erhebung von stadtweiten Daten über den Zustand des Bodens oft schwierig und teuer. In diesem Projekt wollen wir versuchen diese Probleme zu überwinden, indem wir BürgerInnen für einfache kollaborative Experimente in ihren Stadtgärten gewinnen. Aus diesen Daten werden wir eine Stadtkarte erstellen, die einerseits Informationen über den Bodengesundheitszustand, als auch über das potenzielle Risiko von Schwermetallverunreinigungen zur Verfügung stellt. Außerdem werden wir über Möglichkeiten informieren, wie diese Risiken in einem städtischen Gartenbaukontext gemindert werden können. Dieses City-Zen Science Projekt wird die BürgerInnen in den Mittelpunkt des experimentellen Prozesses stellen - im Gegensatz zu einer traditionelleren Beobachtungsdatenerfassung. Dies ist eine Strategie, die wir in früheren Projekten bereits erfolgreich angewendet haben und die den Vorteil hat, dass die BürgerInnen direkt dem wissenschaftlichen Prozess ausgesetzt werden. Dadurch haben sie die Möglichkeit unmittelbar zu erfahren, wie wir als WissenschaftlerInnen Varianz überwinden, Verzerrungen vermeiden und zu wissenschaftlich fundierten, evidenzbasierten Schlussfolgerungen kommen. In diesem Projekt sollen die Kenntnisse und Erfahrungen aus dem Ursprungsprojekt Garden-Soil genutzt werden. Das Projekt Garden-Soil untersucht den Einsatz der Bodenwäsche zur Reduzierung von Schwermetallkontaminationen an stark geschädigten Standorten.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2019-10-01 - 2022-09-30

Nachwachsende Rohstoffe, wie zum Beispiel Pflanzenfasern, bekommen wegen ihrer vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten zunehmende Bedeutung. Allerdings steht die Kultur von Pflanzen, die für nachwachsende Rohstoffe verwendet werden, wegen des Flächenbedarfs in zunehmender Konkurrenz zu Nahrungs- und Futtermittelpflanzen. Um diese Konkurrenzsituation zu vermindern können für die Produktion von nachwachsenden Rohstoffen auch solche Böden verwendet werden, die auf Grund schlechter Bodenqualität (zum Beispiel auf Grund von Kontamination mit anorganischen und/oder organischen Schadstoffen) nicht für die Kultivierung von Nahrungs- oder Futtermittelpflanzen geeignet sind. Im Projekt NETFIB soll die Eignung von kontaminierten Böden zur Produktion von Brennnesseln für die Fasergewinnung getestet werden. Die Brennnesseln werden dabei in einer Mischkultur mit Pappeln (Agroforestry) kultiviert. Die konkreten Projektziele sind: 1) Selektion von Brennnessel-Sorten, die auf den gewählten Standorten ausreichend Biomasse und gute Faserqualität produzieren 2) Die Eignung von industriell belasteten Flächen für die Nessel-Produktion und der Einfluss der Standort-Faktoren auf Ertrag und Faserqualität 3) Die genaue Charakterisierung der Böden und die Erfassung des Einflusses der Nessel-Pappel-Mischkulturen auf die Bodenqualität 4) Die Wirkung von Bodenzuschlagstoffen (z.B. Kompost) auf Bodenqualtität, Ertrag und Faser-Qualität 5) Beurteilung der Faserqualität und der Verwertungsmöglichkeiten Industriell belastete Böden stehen vielfach als Altlasten nicht für die Produktion von Nahrungs- und/oder Futtermittelpflanzen zur Verfügung. Die Bodenqualität und die Bodenfunktionen sind oftmals stark reduziert. Die Produktion von nachwachsenden Rohstoffen stellt einerseits eine Nutzungsmöglichkeit dar, die nicht in Konkurrenz zur Nahrungs- und Futtermittelproduktion steht, andererseits bietet diese Form der Landnutzung auch die Möglichkeit, die Bodenqualtität zu verbessern, die Funktionalität der Böden zu erhöhen und insgesamt einen ökologischen Mehrwert für die betroffene, aber auch umgebende Flächen, zu schaffen. Die Ziele dieses Projektes werden in enger Kooperation zwischen Forschungsinstitutionen und Partnern aus der Wirtschaft umgesetzt. Diese enge Kooperation ist die Basis für eine direkte wirtschaftliche Umsetzung der Projektergebnisse. Durch den steigenden Bedarf an Pflanzenfasern am europäischen (und globalen) Markt ist hier ein großes wirtschaftliches Verwertungspotential gegeben.

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