Wir haben zwei frisch gebackene Doktorinnen: Carmen Séra-Penker und Tamara Artacker haben am 4. September ihr Rigorosum absolviert.

Die Energiewende in Barbados: Energieabhängigkeit, Machtverhältnisse im Energiesystem und die spezielle Räumlichkeit von Inseln

Carmen Séra-Penker untersuchte in ihrer Dissertation, wie Energieabhängigkeit, Machtverhältnisse im Energiesystem und spezielle Räumlichkeit von Inseln die Energiewende in Barbados prägen. Die Ergebnisse verdeutlichen, inwieweit die räumlichen Gegebenheiten einer Insel die Möglichkeiten zur Dekarbonisierung beeinflussen, während das Ziel der Energiewende selbst in einem Spannungsfeld steht: Einerseits wird angestrebt, zu 100 % auf erneuerbare Energien umzustellen, andererseits werden die Exploration und Förderung fossiler Brennstoffe fortgesetzt. Machtverhältnisse bestimmen jedoch auch, inwieweit eine Transformation des Energiesystems möglich ist. Weitere Erkenntnisse zeigen, wie passive revolution und trasformismo dazu genutzt werden, das auf fossilen Brennstoffen basierende Energieregime aufrechtzuerhalten, und welche potenziellen Alternativen zum dominanten Energiewendepfad lokal entwickelt werden.“

 

Doing, Knowing and Being: Macht in Integrationsprozessen kleinbäuerlicher Akteure in das agroindustrielle Dispositiv in Ecuador

Tamara Artacker untersuchte in ihrer Doktorarbeit die Machtverhältnisse, die die Einbindung der Kleinbäuer*innen in agroindustrielle Produktionsketten prägen, wobei sie den Fokus auf die Ausbreitung von Hybridmais in Ecuador legte. Unter Verwendung eines ethnografischen Ansatzes und foucaultscher Machtkonzepte untersuchte sie, wie epistemische Macht und Formen der Subjektivierung den Wandel im ländlichen Raum und die Veränderung der Landnutzung prägen. Ihre Arbeit verdeutlicht, wie agroindustrielle Strategien umkämpft und verhandelt werden, was zu heterogenen Ergebnissen, hybridisiertem Wissen und der Koexistenz verschiedener Handlungs- und Wissensweisen führt. Die Forschung plädiert für einen machtsensiblen Ansatz hinsichtlich der Entscheidungsprozesse von Landwirt*innen und des Landnutzungswandels, der epistemische und ontologische Fragen ernst nimmt.


Wir gratulieren Carmen und Tamara herzlich zur Promotion und wünschen weiterhin viel Erfolg!


10.09.2026