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Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit
: 2026-07-01 - 2026-09-30
Das Emissionshandelssystem 2 der Europäischen Union (ETS2) wird eine einheitliche EU-weite CO₂-Bepreisung für fossile Kraftstoffe einführen, von der ein großer Teil der Haushalte in der gesamten Union betroffen sein wird. Eine aktuelle Studie zur Wohnraumbegrenzung (Bertelsmann Stiftung 2026), die auf einer synthetischen EU-Bevölkerung von 188 Millionen Haushalten basiert, zeigt, dass zwar etwa die Hälfte aller Haushalte betroffen ist, die Mehrheit jedoch in der Lage ist, die zusätzlichen Kosten aufzufangen. Eine bedeutende Minderheit sieht sich jedoch mit erheblichen finanziellen Belastungen konfrontiert – insbesondere in Ost- und Südeuropa. Die Studie belegt ferner, dass die ETS2-Einnahmen grundsätzlich ausreichen, um die gravierendsten Verteilungsauswirkungen abzufedern.
Neben dem Energieverbrauch in Privathaushalten stellt der Verbrauch fossiler Kraftstoffe den zweiten großen Sektor dar, der unter ETS2 fällt. Dieser Sektor wurde jedoch bislang nicht mit vergleichbarer Detailgenauigkeit analysiert. Diese Lücke zu schließen ist unerlässlich, nicht zuletzt, weil eine umfassende Bewertung erforderlich ist, um das gesamte Umverteilungspotenzial der ETS2-Einnahmen zu ermitteln.
Dieses Projekt zielt daher darauf ab, eine detaillierte Analyse der regionalen und sozialen Auswirkungen der CO₂-Bepreisung im Verkehrssektor zu liefern und damit eine umfassendere und politikrelevante Bewertung von ETS2 zu ermöglichen.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit
: 2026-05-01 - 2029-04-30
Das Projekt untersucht die Wald-Umweltgeschichte im Gebiet des heutigen Nationalparks Berchtesgaden und stützt sich auf die historischen Quellen im lokalen Forst-Archiv. Das Projekt verfolgt zwei zentrale Themenschwerpunkte:
Der erste Themenschwerpunkt untersucht, wie sich die Waldnutzung (Waldmanagement, Waldweide, Jagd) seit dem späten 18. Jahrhundert verändert hat und welche Auswirkungen diese Veränderungen auf die C-Dynamiken in Berchtesgadens Wäldern hatten. Relevante Quellen für diese Frage sind unter anderem Visitationsprotokolle, Karten, Holzeinschlagsübersichten, Fällungspläne, und Servitutenbeschreibungen. Auf Basis dieser Quellen können unter Anwendung von C-Accounting und Modellierung C-Flüsse und -Bestände in Waldökosystemen über lange Zeiträume räumlich explizit rekonstruiert und analysiert werden.
Der zweite Themenschwerpunkt untersucht, wie sich historische Interventionen (oder ihre Beendigung) auf die Biodiversität in den heutigen Wäldern in Berchtesgaden auswirken. Hierzu werden Daten, die im Zusammenhang mit dem ersten Themenschwerpunkt erhoben wurden, gegebenenfalls ergänzt durch weitere räumlich explizite Informationen, mit rezenten Biodiversitätsdatensätzen kombiniert und räumlich analysiert. Die Themenschwerpunkte werden als Elemente eines umwelthistorischen Dissertationsvorhabens weiter ausgearbeitet werden und je nach Quellenverfügbarkeit weiter spezifiziert. Gegebenenfalls werden Quellenbestände jenseits des Berchtesgadener Forstarchivs berücksichtigt.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit
: 2026-06-01 - 2027-11-30
Das Niveau und die Struktur der Energie- und Ressourcennachfrage werden zunehmend als entscheidender Faktor für die Durchführbarkeit, den Zeitplan und die Kosten von Klimaschutzmaßnahmen und deren SDG-Synergien und Zielkonflikte erkannt. Je höher die Nachfrage nach Energie und Materialien ist, desto früher, strenger und kostspieliger muss der Klimaschutz sein. Umgekehrt erhöht eine geringere Nachfrage die zeitliche Flexibilität des Klimaschutzes und reduziert die Stringenz und die Kosten von Klimaschutzmaßnahmen, wodurch auch die Risiken von SDG-Tradeoffs reduziert werden. Die Energie- und Ressourcennachfrage selbst sind jedoch intermediäre Variablen, während eigentlich materielle & energetische Dienstleistungen und Annehmlichkeiten nachgefragt werden, die durch die Nutzung von Energie und Ressourcen bereitstellt werden. Die Effizienz der Ressourcennutzung und die Effizienz alternativer Dienstleistungsbereitstellungsmodelle rückt somit aus der Nachfrage- bzw. Endverbraucherperspektive in den Mittelpunkt des Klimaschutzes. Aufgrund der hohen Heterogenität der Konsumenten und der Vielzahl von Nachfragetypen (Nahrung, Unterkunft, Mobilität, Kommunikation, etc.) bleibt das theoretische Verständnis und die Modellierung von "Nachfrage" (außerhalb aggregierter vereinfachender Formulierungen) begrenzt und fragmentiert, ebenso wie die daraus resultierenden Möglichkeiten, nachfrageseitige politische Interventionen aus dem doppelten Blickwinkel des Klimaschutzes sowie der Förderung der SDGs vorzuschlagen und zu bewerten. Allgemeine Projektziele 1. den Stand der Technik der Nachfragemodellierung in der Umwelt- und Klimapolitikanalyse durch Methoden- und Modellvergleiche zu verbessern und den Transfer von konzeptionellen und methodischen Verbesserungen über Disziplinen, Sektoren und Umweltbereiche hinweg zu unterstützen. 2. Bessere Information der Politik durch strukturierte Modellexperimente und Simulationen, die potenzielle Auswirkungen, Barrieren sowie Synergien und Kompromisse mit anderen SDG-Zielen von nachfrageseitigen politischen Interventionen bewerten, insbesondere in neuartigen Bereichen und Dienstleistungsmodellen wie Digitalisierung, Sharing Economy oder der Integration von SDG- und Klimazielen in synergetischen Politikdesigns. 3. EDITS konzentriert sich sowohl auf die personellen als auch auf die technischen Ressourcen, indem es ein Expertennetzwerk und einen nachfrageseitigen Modellvergleich initiiert.