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Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit
: 2026-06-01 - 2027-11-30
Der Ressourcennutzungsbericht (RENU) ist seit 2011 eine zentrale Wissensgrundlage zum gesellschaftlichen Ressourcenverbrauch in Österreich und erscheint mit dem RENU2027 in seiner fünften Ausgabe. Basierend auf aktuellen Materialflussdaten der Statistik Austria analysiert der Bericht Status und Trends der österreichischen Ressourcennutzung und ordnet diese in nationale wie globale Herausforderungen ein.
Die vergangenen Jahre zeigen eine rasche Abfolge multipler geopolitischer, wirtschaftlicher und ökologischer Krisen – Lieferengpässe, Energiepreisschocks, Klimawandel, Biodiversitätsverlust und soziale Ungleichheit. Rund drei Jahre nach Verabschiedung der österreichischen Kreislaufwirtschaftsstrategie widmet sich der RENU27 daher folgenden Kernthemen: Diskussion des aktuellen Materialverbrauchs und Materialfußabdruck Österreichs, den Kernindikatoren der Kreislaufwirtschaft und deren Entwicklung, globalen Lieferketten und Importabhängigkeiten inklusive kritischer Rohstoffe, Recycling und Sekundärrohstoffmärkten sowie der EU-Bioökonomie-Strategie mit ihren Nutzungskonflikten.
Der Bericht stellt eine wissenschaftliche Aufarbeitung der Themen dar und positioniert sich komplementär zu bestehenden Monitoring-Instrumenten der Kreislaufwirtschaftsstrategie. Ziel ist es, evidenzbasiertes Wissen für Politik, Wissenschaft und Öffentlichkeit bereitzustellen und strukturelle Lock-In-Situationen sowie Handlungsspielräume für eine nachhaltigere, zirkuläre Ressourcennutzung in Österreich aufzuzeigen.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit
: 2026-07-01 - 2030-06-30
ReTraCC verfolgt das Ziel, die Transformation des österreichischen Kohlenstoffsystems von fossilen, linearen Strukturen hin zu einer zirkulären, resilienten und klimaneutralen Kohlenstoffwirtschaft zu ermöglichen. Im Zentrum steht die systemische Betrachtung des Wertschöpfungsnetzwerks „Kohlenstoff“, dessen komplexe Stoffströme, Abhängigkeiten und Akteursdynamiken bislang nur unzureichend verstanden sind. Das Projekt kombiniert datenbasierte Systemanalysen, technologische Entwicklung, digitale Innovationen und partizipative Prozesse, um wirksame Transformationspfade zu identifizieren und in realen Usecases zu pilotieren.
ReTraCC adressiert vier zentrale Fokusbereiche: die Nutzung biogenen CO₂s, innovative Recycling- und Aufbereitungsverfahren für schwer verwertbare Reststoffe, die Entwicklung zirkulärer Geschäftsmodelle sowie digitale Entscheidungs- und Planungstools. Durch ein neuartiges hybrides Input-Output-Modell, KI-basierte Entscheidungsunterstützung und multisektorale Szenarien werden ökologische, ökonomische und soziale Wirkungen der entwickelten Lösungen umfassend bewertet und auf nationale Ebene skaliert.
Der integrierte Ansatz verbindet technologische Machbarkeit mit organisatorischen, regulatorischen und gesellschaftlichen Anforderungen. Stakeholder-Einbindung, Gender- und Diversitätsperspektiven sowie eine ganzheitliche Nachhaltigkeitsbewertung bilden dabei zentrale Bestandteile. Die erwarteten Ergebnisse umfassen die Entwicklung und Pilotierung kreislauffähiger Produktionsprozesse, neue Wertschöpfungsketten für CO₂, erhöhte Rezyklatanteile, servicebasierte Mehrwegmodelle sowie digitale Tools zur Steuerung zirkulärer Kohlenstoffsysteme. ReTraCC schafft damit messbare Beiträge zur Defossilisierung, Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und langfristigen Systemtransformation Österreichs.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit
: 2026-09-01 - 2029-08-31
Europa steht zunehmend im Wettbewerb um Land- und Meeresressourcen: Der wachsende Biomassebedarf steht in einem Spannungsverhältnis zum Biodiversitätsschutz, Erhalt der Ökosystemintegrität und Klimaschutz. Prognosen erwarten bis 2050 eine „nachhaltige Biomasselücke“ von bis zu 70 %. Bestehende Modelle liefern nur Teilanalysen und bieten bislang kaum transparente, partizipative Entscheidungsunterstützung.
Das Projekt entwickelt einen neuartigen Bewertungsrahmen, der terrestrische und marine Systeme über ein deliberatives Entscheidungsunterstützungsinstrument verknüpft. Dieses ermöglicht es Entscheidungsträger, Zielkonflikte und Synergien zwischen Klima-, Biodiversitäts- und sozioökonomischen Zielen zu untersuchen. Biophysikalische Modelle zu Angebot und Nachfrage, Biodiversitätsbewertungen, sozioökonomische Entwicklungen und Klimaauswirkungen werden integriert. Gemeinsam mit Stakeholdern entwickelte Szenarien verbinden qualitative Zukunftsbilder mit quantitativen Indikatoren.
Das Projekt schafft damit eine flexible, nutzerfreundliche und wissenschaftlich fundierte Grundlage für integrierte Strategien im Rahmen des European Green Deal. Ziel ist es, europäische Entscheidungsträger dabei zu unterstützen, konkurrierende Land- und Meeresnutzungen abzuwägen, die Biomasselücke zu adressieren und eine gerechte, resiliente Bioökonomie innerhalb planetarer Grenzen zu gestalten.