2021 hat das interuniversitäre Netzwerk UniKid-UniCare Austria die Online Veranstaltungsreihe  „CAREseiten zeigen“ ins Leben gerufen. Die Vorträge richten sich an Mitarbeitende und Studierende aller Netzwerk-Universitäten in Österreich. Die Reihe greift Care-Themen auf und fragt nach ihren Bedeutungen für den Studien-und Arbeitsort Universität.
Die Vorträge werden online abgehalten und in österreichischer Gebärdensprache gedolmetscht.

Eine Nachlese zu den Vorträgen ist hier zu finden: https://www.unikid-unicare.at/careseiten-zeigen/uebersicht-vortraege/ 

Programm 2026

Jahresprogramm für 2026

2026 finden vier online Vorträge statt:

  • 17. März 2026 “Safer Internet – Über die Rolle von Eltern in medienbewegten Zeiten”
    Referentin: DI.in Barbara Buchegger M.Ed.
     
  • 05. Mai 2026 “Who cares? Aufteilung von unbezahlter Care-Arbeit bei Paaren”
    Referentin: Dr.in Caroline Berghammer
     
  • 15. September 2026 “Wenn Geben Kraft braucht: Resilienz im Care-Alltag stärken”
    Referentin: Univ.-Prof.in Priv.-Doz.in Dr.in Jolana Wagner-Skacel
     
  • 10. November 2026 “Perspektivwechsel – Menschen, die auf Pflege angewiesen sind”
    Referent: Alexander Ahrens BA

 

Vorträge 2026

Safer Internet - Über die Rolle von Eltern in medienbewegten Zeiten

Der 16. online Vortrag der Veranstaltungsreihe findet am 17. März 2026 von 14:00-15:30 Uhr via Zoom statt. DIin Barbara Buchegger M.Ed. referiert über die Rolle von Eltern in medienbewegten Zeiten und thematisiert, wie Kinder bei einer verantwortungsvollen Nutzung digitaler Medien begleitet werden können.

Erziehungsberechtigte von Kindern mit Smartphones befinden sich in herausfordernden Situationen: Oft stecken sie zwischen der eigenen Mediennutzung und in ihrer Vorbildwirkung und dem Wunsch ihre Kinder in deren Mediennutzung einzuschränken.
Wie unterstütze ich mein Kind, damit es einen sinnvollen Umgang mit digitalen Medien erlernt, im Einfluss von sozialen Netzwerken, Online-Spielen oder KI-Chatbots?

Safer Internet ist eine Initiative, die Kinder und Jugendliche und deren erwachsene Bezugspersonen bei eine verantwortungsvollen Nutzung digitaler Medien begleitet. 

Referentin
DI.in Barbara Buchegger M.Ed.
Pädagogische Leitung von Saferinternet.at

Who cares? Aufteilung von unbezahlter Care-Arbeit bei Paaren

Am 05. Mai 2026 von 14:00-15:30 Uhr findet die 17. Veranstaltung via Zoom statt. In diesem Vortrag beschäftigt sich Dr.in Caroline Berghammer mit der Aufteilung unbezahlter Care-Arbeit bei Paaren.

Während die Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit bei den meisten Paaren vor der Geburt des ersten Kindes relativ ausgewogen ist, führt der Übergang zur Elternschaft zumeist zu einer traditionelleren Rollenverteilung. Dies ist in Österreich im europäischen Vergleich besonders ausgeprägt. Der Vortrag untersucht auf Basis von Umfragedaten, u.a. der Zeitverwendungserhebung, wie Paare unbezahlte Care-Arbeit aufteilen und wie sich das in den letzten zwei Jahrzehnten verändert hat. Zudem beleuchtet er die Diskrepanz zwischen (egalitären) Einstellungen und (traditioneller) Aufteilung.

Referentin
Dr.in Caroline Berghammer
Soziologin am Vienna Institute of Demography, ÖAW

Wenn Geben Kraft braucht: Resilienz im Care-Alltag stärken

Der 18. Vortrag der Online-Reihe am 15. September 2026 von 14:00-15:30 Uhr via Zoom wird von Univ.-Prof.in Priv.-Doz.in Dr.in Jolana Wagner-Skacelden gehalten, in welchem der Aufbau von Resilienz im Care-Arbeits-Alltag sowie mögliche Unterstützungsangebote eine zentrale Rolle spielen.

Care-Arbeit bedeutet, für andere da zu sein. Neben den sichtbaren Aufgaben tragen viele Menschen auch eine hohe mentale Verantwortung für ihre Familie. Personalmangel, steigender Effizienzdruck und zunehmende Ökonomisierung verstärken diese oft unsichtbare Belastung im Alltag. Deshalb ist es wichtig, Wege zu finden, wie Fürsorge nicht nur Kraft kostet, sondern auch Kraft geben kann. 

Resilienz kann dabei ein zentrales Konzept sein. Sie beschreibt die Fähigkeit, mit schwierigen und belastenden Situationen gut umzugehen. Gemeint ist die psychische Widerstandskraft gegenüber psychosozialen Belastungen, die von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird. 

Referentin
Univ.-Prof.in Priv.-Doz.in Dr.in Jolana Wagner-Skacel
Universitätsklinik für Med. Psychologie und Psychotherapie, Med Uni Graz

Perspektivwechsel – Menschen, die auf Pflege angewiesen sind

Am 10. November 2026 von 14:00-15:30 Uhr findet der 19. online Vortrag via Zoom statt. Alexander Ahrens BA informiert in diesem über die Notwendigkeit von Perspektivwechseln im Pflegealltag.

Am Höhepunkt der Corona-Pandemie wurden Menschen, die andere pflegen, regelrecht als Held*innen stilisiert. Die zu pflegenden Menschen wurden mehr und mehr zu Objekten degradiert. Beide Seiten haben jedoch Wünsche und Vorstellungen, die im Pflegealltag vollkommen in den Hintergrund zu geraten drohen.

Mit dem Vortrag soll die Seite von Menschen betrachtet werden, die Pflege erhalten. Wie fühlen sich Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind, welche Machtverhältnisse können dabei entstehen und welche Alternativen kann es geben?

Referent
Alexander Ahrens BA
Referent bei DEI und Barrierefreiheitsbeauftragter an der MedUni Wien

Rückblicke vergangener Online Vorträge:

Vereinbarkeitsbewusst und familienfreundlich Führen

Am 18. November 2025 griff das Netzwerk UniKid-UniCare Austria im Rahmen der Reihe CAREseiten zeigen das Thema „Vereinbarkeitsbewusst führen - Impulse für eine familienfreundliche Hochschulkultur“ auf und lockte damit 60 Interessierte, überwiegend Universitätsmitarbeitende in Leitungsfunktion, vor den Bildschirm. Die Veranstaltung wurde wieder in Österreichische Gebärdensprache gedolmetscht.

Zu Beginn ihres Vortrags machte die Vereinbarkeitsbeauftragte der JKU Linz, Mirjam Strecker, selbst Mutter und Pflegende mit langjähriger Führungserfahrung, auf die spezifischen Herausforderungen für Universitätsangehörige im Spannungsfeld zwischen privaten, akademischen und strukturellen Anforderungen und Rahmenbedingungen aufmerksam. Diese können – insbesondere für Forschende – einen enormen Druck erzeugen und führen zunehmend zu Stress und Burnout, dem mit einem vereinbarkeitsbewussten Führungsstil entgegengewirkt werden könne, was sich letztlich gewinnbringend auf allen Ebenen auswirke. Die Referentin gab zahlreiche Impulse, Beispiele und Empfehlungen für eine familienfreundliche Führungskultur (s. Folien) und appellierte an jede einzelne Person im Sinne einer vereinbarkeitsbewussten Haltung nicht nur auf „großer, strategischer Ebene“, sondern auch „im Kleinen zu starten“, um eine wertschätzende und unterstützende Hochschulkultur nachhaltig mitzugestalten. Am Ende der Veranstaltung entstand eine rege Diskussion, im Zuge derer auch viele Fragen aus dem Publikum beantwortet wurden. Dabei zeigte sich, dass die meisten österreichischen Universitäten zwar bereits auf einem guten Weg sind, indem sie die Vereinbarkeit von Beruf/Studium und Familie unterstützen, im Bereich der vereinbarkeitsbewussten Führungskultur aber immer noch ein großer Handlungsbedarf besteht.

Referentin
Mirjam Strecker, BA
Vereinbarkeitsbeauftragte Referentin der Abteilung Gleichstellung, Chancengerechtigkeit & Vielfalt der JKU Linz

Folien des Vortrags

Nachlese zum Vortrag

Selfcare in herausfordernden Zeiten – Prävention von Burnout

Am 9. Oktober fand von 14:00-15:30 Uhr der 14. online Vortrag via Zoom der Veranstaltungsreihe CAREseiten zeigen statt.

Viele Menschen leiden heute an Überforderung in den unterschiedlichsten Lebensbereichen, sowohl privat als auch in der Arbeit. Überforderte und ausgebrannte Menschen haben eines gemeinsam: Sie haben ihre persönlichen Grenzen nicht beachtet. Muster zu erkennen und lernen, mit Grenzen gut umzugehen, war das Ziel in diesem Vortrag.

Referentin
Prof.in Mag.a Renate Kreutzer
Psychologin, Psychotherapeutin, klinische Seelsorgerin

Folien des Vortrags

Nachlese zum Vortrag

TrotzDem(enz)-Gedächtnistraining für Menschen mit Demenz und ihre pflegenden Angehörigen

Am 13. Mai 2025 fand der 13. online Vortrag via Zoom der Veranstaltungsreihe CAREseiten zeigen statt. 

Der Vortrag ging der Frage nach, wie Gedächtnistraining das Wohlbefinden und die Lebensqualität von Demenzerkrankten fördern sowie den pflegenden Angehörigen wertvolle Unterstützung bieten kann. 

Ausgehend von einem Überblick über verschiedene Formen von Demenz zeigte die Referentin Stephanie Puck, MSc auf, welche Ziele mit Gedächtnistraining in den verschiedenen Stadien der Erkrankung verfolgt werden können.

Zudem präsentierte sie praktische Übungen aus dem ganzheitlichen Gedächtnistraining für unterschiedliche Stadien von Demenz, die sich leicht in den Pflege- und Betreuungsalltag integrieren lassen. 

Der Vortrag wurde in österreichischer Gebärdensprache gedolmetscht. 

Referentin: Stephanie Puck, MSc 

Klinische- und Gesundheitspsychologin

zert. Gedächtnistrainerin nach dem Curriculum des ÖBV-GT

Folien des Vortrags

Nachlese zum Vortrag

Programmflyer

Geld fair teilen in der Partnerschaft

Am 24. März 2025 fand der 12. online Vortrag via Zoom der Veranstaltungsreihe CAREseiten zeigen statt.

In einer Beziehung werden ständig Entscheidungen getroffen – vor allem als Eltern. Viele dieser Entscheidungen haben finanzielle Folgen. Welche Kontomodelle gibt es für gemeinsame Kosten? Wie werden unterschiedliche Einkommen aufgeteilt? Und wie kann ein Ausgleich zwischen bezahlter und unbezahlter (Sorge-)Arbeit gelingen, beispielsweise durch Pensionssplitting?

Verschiedene Partnerschaftsformen und auch die Situation einer Trennung bzw. Scheidung werden im Vortrag mitgedacht.

Gelingt eine faire Aufteilung von Familienfinanzen, so trägt das auch auf gesellschaftlicher Ebene zur Erhöhung der Gleichberechtigung und zur Schließung des Gender Pension Gap bei.

Referentin: Mag.a Claudia Prudic, MA
Klinische und Gesundheitspsychologin
Lektorin für Finanzbildung

Folien zum Vortrag

Nachlese zum Vortrag

Programmflyer

Gleichberechtigte Elternschaft

Am 27. November 2024 beleuchtete der Pädagoge Mag. Dieter Breitwieser-Ebster im Rahmen der Online-Reihe CAREseiten zeigen des Netzwerks UniKid-UniCare Austria die vielfältigen Aspekte von (gleichberechtigter) Elternschaft und fragte nach der Bedeutung einer partnerschaftlichen und fairen Aufteilung der Elternschaft.

Er erläuterte die Bedeutung von gleichberechtigter Elternschaft, bei der Entscheidungen zwischen den Elternteilen gemeinsam und auf Augenhöhe getroffen werden und eigene Interessen sowie persönliche Ziele – auch in beruflicher Hinsicht – fair und ausgeglichen verfolgt werden. Eine faire Aufteilung bedeute aber, wie der Experte betonte, nicht nur Verantwortung zu übernehmen, sondern diese auch an das Gegenüber abzugeben. Gleichberechtigte Elternschaft leiste, wie Dieter Breitwieser-Ebster ausführte, einen wichtigen Beitrag zum Aufbrechen traditioneller Rollenaufteilungen in der Gesellschaft, etwa eine Neuausrichtung von Männlichkeit als „caring masculinities“. Allerding seien hier sozialpolitische und betriebliche Rahmenbedingungen natürlich unabdingbar (Stichwort: Gender-Pay-Gap). Männliche Vorbilder in Führungspositionen sowie kleine „Anreize“ durch Unternehmen/Universitäten in Form von Vernetzungs- oder Karenzmanagementangeboten können einen Beitrag hierzu leisten. 

Folien zum Vortrag

 

Programmflyer

Kinder/Jugendliche und psychische Erkrankungen

Am 15. Oktober setzte sich Prof. Dr. Paul Plener, Leiter der Universitätsklinik für Kinder und Jugendpsychiatrie der Medizinischen Universität Wien mit den Hintergründen von psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen auseinander. Mit diesem Thema lockte er im Rahmen der 10. Veranstaltung der Reihe „CAREseiten zeigen“ des Netzwerks UniKid-UniCare Austria knapp 140 Interessierte, überwiegend Universitätsmitarbeitende, aus allen Bundesländern vor den Bildschirm. Wie jedes Mal wurde die Veranstaltung in Österreichische Gebärdensprache gedolmetscht. 

Während der Adoleszenz gleicht das Hirn einer Baustelle. Und die Gehirnreifung ist keineswegs, wie häufig irrtümlich angenommen, mit 18 Jahren abgeschlossen. Wie Paul Plener ausführt, läuft der Hirnreifungsprozess bis ca. Mitte 20. Etwa ein Drittel aller psychischen Erkrankungen (wie ADHS, Angst-, Ess-, Persönlichkeitsstörungen oder Depressionen) entstehen während dieser Zeit, oft würden Signale nicht erkannt. Wie der Experte zu Bedenken gibt, ist die Diagnosestellung eine Herausforderung, da „Auffälligkeits-Grenzwerte“ festgelegt werden müssen, die davon mitgeprägt sind, was in einer Gesellschaft als „normal“ gilt. Auch gibt es bestimmte Auffälligkeiten, die in bestimmten Entwicklungsphasen typisch und nicht pathologisch sind, wie Dunkelängste im Kindesalter. Der Referent rät deshalb davon ab, Diagnosen vor dem 6. Lebensjahr zu stellen. Er erklärt, dass eine psychische Erkrankung mit typischen Merkmalen einhergeht, wie das Anhalten über eine längere Dauer oder ein deutlicher Leidensdruck. Außerdem sei sie nur eingeschränkt willentlich zu steuern. Psychische Erkrankungen sind, wie der Experte angibt, nach Unfällen die häufigste Todesursache bei Jugendlichen. Leider lässt die Versorgungslage hinsichtlich Plätzen in Kinder- und Jugendpsychiatrien in Österreich zu wünschen übrig. Bereits vor der Corona-Pandemie litt ein beachtlicher Anteil von knapp 12% der Bevölkerung an einer mentalen Beeinträchtigung; Nach der Pandemie haben Studien zufolge Symptome depressiver Erkrankungen und Angststörungen sowie Suizidversuche bei Kindern und Jugendlichen stark zugenommen. Laut einer Befragung denken allein in Österreich 9% der Jugendlichen täglich an Suizid. Der Experte mahnt dingend dazu, derartige Gedanken immer ernst zu nehmen, auch wenn sie scheinbar „spaßeshalber“ erwähnt werden, und mit  Betroffenen zu sprechen. Die größte Sorge sei inzwischen weniger die Pandemie, als die Angst vor dem Klimawandel, und dies, obwohl Österreich im weltweiten Vergleich als „Insel der Seligen“ angesehen werden kann. 

Paul Plener nimmt speziell ADHS und Angststörungen unter die Lupe und erläutert Symptome und Behandlungen. ADHS sei zwar vorrangig genetisch bedingt, der Experte mahnt aber: „Kein Bildschirm vor dem 3. Lebensjahr!“ Seit Corona hat die Mediennutzung zugenommen, in Österreich schauen Jugendliche im Schnitt täglich 213 min auf ihr Handy. Wie der Experte angibt, besteht zwar ein Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen, dieser solle aber nicht überbewertet werden; Das Smartphone dürfe nicht als „Sündenbock“ herhalten, um sich ebenso wichtigen Gründen, wie dem Klimawandel, nicht anzunehmen. Aber natürlich sei die Kontrolle der Smartphonezeit durch Eltern wichtig. Neben der Konzentration habe die Nutzung (v.a. bei weiblichen Jugendlichen) einen klaren Effekt auf die Zufriedenheit mit dem eigenen Körper und somit auf die Entstehung von Essstörungen. 


Am Ende der Veranstaltung beantwortete Paul Plener viele Fragen aus dem Publikum und ging noch einmal auf die Prävention psychischer Erkrankungen ein, wobei er betonte, dass auf mehreren Ebenen angesetzt werden müsse. Bewährt haben sich Angebote wie „Gesund aus der Krise“ sowie Resilienzprogramme, Mobbing- und Suizidprävention an Schulen. Außerdem trage ein autoritativer Erziehungsstil dazu bei, psychischen Erkrankungen entgegenwirken. 

Im Rahmen der abschließenden Umfrage gab es zahlreiche positive Rückmeldungen zum Vortrag.

Präsentation von Prof. Dr. Paul Plener

 

Programmflyer

Distance Caregiving: Wie kann Hilfe und Pflege für Nahestehende aus geografischer Distanz gelingen?

Am 4. Juni 2024 fand der 9. online Vortrag via Zoom der Veranstaltungsreihe CAREseiten zeigen statt.

Die Pflege- und Gesundheitswissenschaftlerin, Priv.-Doz.in Dr.in Iren Bischofberger gab Einblick in Distance Caregiving an Hochschulen - vor allem aus Sicht der pflegenden Angehörigen. Mitarbeitende und Studierende können in unterschiedlichen Lebens- und Erwerbsphasen Distance Carers werden. Sie übernehmen Aufgaben wie bspw. emotionale Unterstützung, Hilfe bei Recherche & Entscheidungen etc. aus geografischer Distanz. Es wurde beleuchtet, welche Unterstützungsmöglichkeiten es für ein gelingendes Distance Caregiving braucht.

Der Vortrag wurde in österreichischer Gebärdensprache gedolmetscht.

Referentin: Priv.-Doz.in Dr.in Iren Bischofberger
Pflege- und Gesundheitswissenschaftlerin
Co-Geschäftsführerin von rethinking care

Präsentationsfolien des Vortrages

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Geistig fit bis ins hohe Alter?! Wie kann uns das gelingen?

"Geistig fit bis ins hohe Alter?! Wie kann uns das Gelingen?" Dieser Frage ging die Psychologin und Demenzforscherin Prof.in Marisa Koini am 23. April 2024 im Rahmen der achten Veranstaltung der Reihe CAREseiten zeigen des Netzwerks UniKid-UniCare nach.

Wie die Expertin der Medizinischen Universität Graz ausführte, ist die Lebenserwartung von Frauen in Österreich zwischen 1961 und 2022 um knapp elf, von Männern um über zwölf Jahre angestiegen. Der Prozess des kognitiven Alterns betreffe dabei alle Menschen, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung zwischen und innerhalb von Personen je nach Lebenserfahrung, Gesundheit, Lifestyle, sozio-ökonomischem Status, sowie emotionalen und genetischen Faktoren.

Während sich auf psychologischer Ebene einige Aspekte wie das Wohlbefinden, Stress und die Neigung zu Zorn mit dem Alter durchaus verbessern können, nehmen, so Marisa Koini, kognitive Funktionen wie die Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit, die Aufmerksamkeit, das Gedächtnis und andere Fähigkeiten, z.B. die räumliche Wahrnehmung, das Einstellen auf Neues, kurz: unsere Multitasking-Fähigkeit, ab. Die Expertin beruhigte, dass es sich bei diesen altersbedingten kognitiven Veränderungen jedoch nicht um eine neurodegenerative Erkrankung handele. Und dass wir einiges tun können, um geistig fit zu bleiben. Der erste Appell der Forscherin lautete: körperliche Aktivität. Wer sich bewege, sorge nicht nur für einen besseren Blutfluss und damit Vorbeugung von Herz-Kreislauf-und Krebserkrankungen, sondern trage damit auch zur Zunahme des Hippocampusvolumens bei, eine wichtige Region im Gehirn zur Speicherung von Informationen und für das Gedächtnis. Der allgemeine Gesundheitszustand spiele eine wichtige Rolle hinsichtlich des Risikos von kognitivem Abbau. Risikofaktoren seien u.a. Fettleibigkeit, Diabetes, aber auch Stress und Schlafentzug, wohingegen der Expertin zufolge ein „lebenslanges Lernen“ und eine mediterrane, zucker- und salzarme Ernährung zu den protektiven Faktoren für die Kognition zählten.  Auch ein moderater Alkoholkonsum könnte schützende Effekte haben. Jedoch sei dies wie auch eine möglicherweise schützende Wirkung von Nikotin, die genauen Effekte bestimmter Medikamente (z.B. ASS) und Nahrungsergänzungsmittel (Koffein, Ginkgo) sowie künstlerische Betätigungen und Meditation bei Stress kontrovers diskutiert, hier lägen noch zu wenige Studien vor.

Am Ende der Veranstaltung beantwortete Marisa Koini viele Fragen aus dem Publikum. Dabei betonte sie immer wieder die Wichtigkeit, die kognitive Gesundheit das ganze Leben lang zu fördern.

Link zur Präsentation

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Mit Todesverachtung, Selbstüberwindung und Humor. Zur Geschichte alleinerziehender Frauen in Österreich

Am 13. Dezember 2023 fand der siebente Vortrag der online Veranstaltungsreihe „CAREseiten zeigen“ statt. Die Referentin für feministische Bildung und Politik und Expertin für Gender Studies und Feministische Forschung, Petra Unger, beleuchtete die Situation alleinerziehender Frauen in Österreich. Ausgehend von einem historischen Überblick in Form einer Lesung zeichnete sie vielfältige Bilder der Lebensrealitäten alleinerziehender Mütter bis in die Gegenwart: Ledige Dienstmädchen, Witwen, geschiedene oder nie verheiratete Frauen. Frauen, die sich trennen, um ihre Kinder zu schützen.
Es wird klar, dass Frauen aus vielfältigen Gründen Alleinerzieherinnen sind und so vielfältig sind auch die Probleme und Lösungen ihrer Schwierigkeiten.
Alleinerzieher*innen kämpfen bis heute immer wieder gegen Bevormundung durch staatliche Behörden und Vorurteile der Gesellschaft, die sie als „defizitäre Familien“ stigmatisieren, als „Abweichung von der tradierten Form der bürgerlichen Kleinfamilie“.

Petra Unger betont, dass auch in der wissenschaftlichen Sozialforschung lange die angeblich negativen Auswirkungen des Alleinerziehens betont und erst sehr spät damit begonnen wurde die Frage nach der Lebenssituation der Frauen zu stellen.

Und auch die Geschichtsforschung beginnt erst durch Kritik von Feministinnen, die bis dahin vernachlässigten weiblichen Lebensrealitäten in ihre Forschungsfragen einzubeziehen.

Alleinerziehende Frauen sind Expertinnen der Improvisation, Kämpferinnen und liebende Mütter. „Mit Todesverachtung, Selbstüberwindung und Humor“ begegnen sie Schwierigkeiten und Gegebenheiten ihrer jeweiligen Situationen. „Sie zeichnen sich durch alle Zeiten mit Einfallsreichtum, bewunderungswertem Organisationstalent, hoher sozialer Kompetenz und erstaunlicher Resilienz aus.“

Am Vortrag nahmen ca. 50 Personen, überwiegend Universitätsangehörige aus Wien, teil. Nach der Lesung entspannte sich eine rege Diskussion unter den Teilnehmenden mit Frau Unger, die klarwerden ließ, dass alleinerziehende Frauen zwar am Rand der gesellschaftlichen Wahrnehmung stehen, jedoch unverzichtbare Funktionen übernehme und wertvolle Arbeit leisten.

Bei der Mentimeter-Abschlussfrage, welche konkreten Maßnahmen sie sich von den Universitäten als Arbeitgeberinnen und Studienort wünschen würden, geben diese am häufigsten flexible Kinderbetreuung an sowie unter anderem Flexibilität generell, flexible Arbeitszeiten, mehr Pflegefreistellung, Kulturveränderung, Diskriminierungsschutz, Informationsveranstaltungen zum Thema, unterstützende Beratung, Vernetzung mit anderen, Teilzeit-Führungspositionen sowie mehr Forschung und Datensammlung zum Thema.

Der Vortrag wurde in österreichischer Gebärdensprache gedolmetscht.

Der Verein Feministische Alleinerzieherinnen FEM.A und das Zentrum für Getrennt- und Alleinerziehende JUNO setzen sich für die Rechte Alleinerziehender ein und bieten umfassende Beratung und Unterstützung:

https://verein-fema.at/der-verein/

https://www.alleinerziehen-juno.at/

 

 

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Demenz in der Familie - was nun?

Am 7. Juni 2023 fand der sechste Online Vortrag der Veranstaltungsreihe CAREseiten zeigen statt. Er widmete sich dem Thema Demenz in der Familie. 

Der Leiter der Angehörigen- und Demenzberatung der Caritas der Erzdiözese Wien, Mag. Norbert Partl, MSc gab einen Einblick in den Forschungsstand der unter dem Begriff Demenz zusammengefassten Erkrankungen. Da eine demenzielle Veränderung auch für das Umfeld eine hohe Belastung darstellen kann, wurden wesentliche Schritte zur Erhaltung einer möglichst hohen Lebensqualität, sowohl für Betroffene als auch für Angehörige, erläutert.
Des Weiteren informierte der Vortrag über die unterschiedlichen Beratungsangebote sowie die Inanspruchnahme von Pflegekarenz und Pflegeteilzeit. 

Vortragsfolien
 

 

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Selfcare: Schon mal etwas vom Erholungsnerv gehört?

Am 18. April 2023 fand der fünfte Online Vortrag zum Thema psychische Gesundheit am Arbeitsplatz statt. Die Fachärztin für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin, Frau Priv.-Doz.In DDr.In Sabrina Mörkl gab Einblicke zum Thema und erläutert praktische Übungen zur Beruhigung des vegetativen Nervensystems

Der Vagusnerv ist ein paarig angelegter Nerv, welcher den Körper mit dem Gehirn verbindet. Er spielt eine immense Rolle für unsere Gesundheit, reguliert Entzündungen und ist wichtig für Entspannung und Heilungsprozesse. Als Teil unseres Nervensystems funktioniert er autonom, also ohne dass wir direkt bewusst darauf Einfluss nehmen können. Über die sogenannte Darm-Gehirn-Achse findet eine ständige wechselseitige Kommunikation zwischen unserer Darmflora und dem Gehirn statt, erklärte Sabrina Mörkl in ihrem Vortrag. Die Expertin ging sehr eindrücklich auf die Wechselwirkung zwischen unserer Ernährung und der mentalen wie physischen Gesundheit ein – und auf die Funktion, die dabei der längste, „wandernde“ Nerv in unserem Körper einnimmt. Dieser verbindet das Gehirn mit vielen wichtigen Organen, einschließlich des Darms, Magens, Herzens und der Lunge. Er ist Teil des parasympathischen Nervensystems, das für Ruhe und Verdauung zuständig ist. Mit anderen Worten: Je aktiver dieser Nerv ist, desto leichter können Körper und Geist sich entspannen und entzündliche Prozesse heruntergefahren werden. Sogar Depressionen kann entgegengewirkt werden. Und weil der Vagusnerv so signifikant mit der Darmflora korreliert, trägt eine gesunde, die Darmflora unterstützende Ernährung dazu bei, den Nerv zu stabilisieren, führte die Referentin weiter aus.

Die Präsentationsfolien zum Vortrag finden Sie hier.

 

Programmflyer

Men in care: Vater sein ist nicht schwer?!

Am 29.11.2022 fand der vierte Vortrag der Veranstaltungsreihe statt. Unter dem Titel „Men in care: Vater sein ist nicht schwer?!“ führte Dr. Erich Lehner, Psychotherapeut und Männlichkeitsforscher,, die knapp 90 Teilnehmenden aus allen Bundesländern durch dieses brisante Thema. Auch diesmal wurde die Veranstaltung in Österreichische Gebärdensprache gedolmetscht.

Zunächst beleuchtete der Referent in einem geschichtlichen Abriss die Entwicklung von Männlichkeits- und Vaterschaftsbildern und formulierte eine ermutigende Botschaft an die Männer: „Eine tragfähige Bindungsbeziehung zum Kind stellt sich unabhängig vom Geschlecht der betreuenden Person ein“. Eine positiv erlebte Elternschaft hätte viel mehr mit der „Quantität der Kontakte“ zu tun, als mit dem oft zitierten „Mütterinstinkt“. Er führte aus, dass sich das traditionelle Bild der „Business Masculinity“ konsequent durch die Epochen ziehe, und obwohl Astrid Lindgren kurz vor ihrem Tod feststellte, dass im Laufe des 20. Jahrhunderts „die Männer zu Vätern“ geworden seien, bliebe, wie der Experte ausführte, „sorgende Männlichkeit“ in Österreich die Ausnahme. Nur eine Minderheit widmet sich konkret der Betreuung von Kindern oder der Pflege der Eltern.

Die Präsentationsfolien zum Vortrag sind hier zu finden.

Programmflyer

Begegnung mit Trauernden am Arbeitsplatz: Bitte nur keine Tränen?!

Am Internationalen Tag der Pflege 12.05.2022 gab Mag.a Maria Streli-Wolf (Leiterin in der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft) Einblicke in die Themen Sterben, Tod und Trauer sowie praktische Ratschläge zur Begegnung mit trauernden Kolleg*innen.

Nachlesen können Sie in ihrem Handout sowie in den Präsentationsfolien.

Programmflyer

Corona & Care: Wie geht es Eltern während der Pandemie?

Die Covid 19-Pandemie stellt(e) viele Eltern – insbesondere Frauen – vor enorme Herausforderungen. Wie sie damit umgegangen sind, wurde in der österreichweiten Studie „Corona und Familienleben“ (https://cofam.univie.ac.at/) an der Universität Wien beforscht. Die Soziologin Prof.in Ulrike Zartler (Universität Wien) stellte in ihrem Vortrag am 23.11.2021 die zentralen Studienergebnisse vor.
Die Präsentationsfolien sind hier zu finden.

Programmflyer

Wie geht es unseren Kindern in der Pandemie?

Der erste Online Vortrag der Veranstaltungsreihe CAREseiten zeigen betrachtete das psychische Wohlbefinden und die (psychische) Gesundheit der Kinder während der Covid 19-Pandemie.
Profin Martina Zamp (Universität Wien) stellte am 17.2.2022 verschiedene Studienergebnisse dazu vor.
 

Präsentation 
Nachlese​​​​​​​