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Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit
: 2026-07-01 - 2030-06-30
Die Biodiversität der Binnengewässer zählt zu den artenreichsten, zugleich aber auch am stärksten bedrohten Bestandteilen der Biosphäre. Trotz ihrer großen ökologischen Bedeutung sind Süßwasserarten in globalen Biodiversitätsdatenbanken nach wie vor unterrepräsentiert. Zudem werden taxonomische, ökologische und molekulare Informationen häufig in getrennten Datenbanken verwaltet. Aufbauend auf der Freshwater Animal Diversity Assessment (FADA), die derzeit eine globale taxonomische Referenz für mehr als 125.000 Süßwassertierarten bereitstellt, wird FADAmol einen Pilotansatz zur Verknüpfung taxonomischer und molekularer Biodiversitätsdaten für den Catalogue of Life und weitere internationale Biodiversitätsinfrastrukturen entwickeln.
Das Projekt erweitert FADA durch die Integration von Informationen zu Habitatpräferenzen und die Verknüpfung mit der Datenbank freshwaterecology.info. Dadurch werden taxonomische und ökologische Informationen erstmals systematisch miteinander verbunden. Darüber hinaus werden parasitische Süßwassertiere einschließlich ihrer Wirt-Parasit-Beziehungen sowie Verknüpfungen zu veröffentlichten DNA-Sequenzdaten integriert. Dies verbessert die Repräsentation der Parasitendiversität und unterstützt Anwendungen im Sinne des One-Health-Ansatzes. Schließlich wird FADAmol die sogenannte kryptische („dunkle“) Artenvielfalt adressieren, indem publizierte genetische Linien systematisch erfasst und molekulare Informationen mit formal beschriebenen Arten verknüpft werden.
Durch die Zusammenführung taxonomischer, ökologischer und molekularer Informationen in einer interoperablen Infrastruktur verbessert FADAmol die Auffindbarkeit, Integration und Nachnutzung von Daten zur Süßwasserbiodiversität. Das Projekt stärkt das Biodiversitätsmonitoring, erleichtert DNA-basierte Artbestimmungen und leistet einen wichtigen Beitrag zu internationalen Biodiversitätsinfrastrukturen zur Unterstützung des Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework sowie des One-Health-Ansatzes der Weltgesundheitsorganisation.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit
: 2026-07-01 - 2027-12-31
Das Projekt KliMoFisch ist eine Pilotstudie zur Entwicklung und Erprobung eines integrierten Klima-Monitoring-Konzepts für Fischbestände in österreichischen Fließgewässern. Hintergrund ist die zunehmende Erkenntnis, dass der Klimawandel erhebliche Auswirkungen auf die heimische Fischfauna hat – insbesondere auf kälteliebende Arten aus der Familie der Salmoniden, deren Lebensräume sich durch steigende Wassertemperaturen verkleinern. Da bestehende Erhebungsprogramme wie die GZÜV nicht speziell auf die Erfassung klimawandelbedingter Veränderungen ausgelegt sind, soll im Rahmen dieses Projekts ein neues, zielgerichtetes Monitoring-Protokoll entwickelt werden.
Als Pilotgewässer wurde die Pielach ausgewählt, ein rechtsseitiger Donau-Zubringer im niederösterreichischen Mostviertel mit einer Länge von ca. 68 km. Die Pielach bietet als Untersuchungsgewässer mehrere Vorteile: Sie umfasst mehrere Fischregionen (Epirhithral, Metarhithral, Hyporhithral, Epipotamal), weist einen vergleichsweise guten ökologischen Zustand auf und verfügt über eine umfangreiche historische Datenbasis aus früheren Befischungen.
Das übergeordnete Ziel ist die Entwicklung und Erprobung eines integrierten Klima-Monitoring-Konzepts für Fische am Beispiel der Pielach. Die Pilotstudie soll die methodische Machbarkeit prüfen, die Datenqualität bewerten und Empfehlungen für eine mögliche Ausweitung auf weitere Gewässer liefern. Ein wesentlicher Bestandteil ist dabei auch die Evaluierung der Kosteneffizienz: Im Rahmen der Datensynthese erfolgt eine systematische Gegenüberstellung aller eingesetzten Methoden hinsichtlich Datenqualität, Sensitivität und Kosten, um konkrete Empfehlungen zur Optimierung des Protokolls abzuleiten und den Ressourcenbedarf für eine mögliche Ausweitung einzuschätzen.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit
: 2026-03-01 - 2027-02-28
Fischbestände österreichischer Fließgewässer haben infolge hydromorphologischer Beeinträchtigungen, energiewirtschaftlicher Nutzung und klimatischer Veränderungen in den letzten Jahrzehnten stark abgenommen. Parallel wird der Einfluss fischfressender Prädatoren auf diese bereits belasteten Fischgemeinschaften kontrovers diskutiert. Ziel des Projekts ist die Quantifizierung des zusätzlichen Prädationsdrucks unter Berücksichtigung ökologischer Rahmenbedingungen.
Hierzu werden historische und aktuelle Fischbestandsdaten hinsichtlich Abundanz, Biomasse und Populationsstruktur seit der Wiederzunahme der Prädatoren analysiert und nach Gewässertyp und Belastungsgrad untersucht, um Prädationseffekte von Habitat- und Klimafaktoren zu trennen. Parallel werden bundesländerübergreifende Daten zu Vorkommen und Bestandsentwicklung der Prädatoren zusammengeführt und für relative Trendanalysen genutzt. Auf Basis von Verbreitungs- und Nahrungsökologiedaten wird die konsumierte Fischbiomasse und der zeitlich-räumliche Prädationsdruck abgeschätzt und mit Fischbestandsentwicklungen verknüpft.
Die Auswertung erfolgt skalenübergreifend von der Bundes- bis zur Fallstudienebene ausgewählter Fließgewässer. Die Ergebnisse liefern eine wissenschaftliche Grundlage für das Management fischfressender Prädatoren im Kontext des Schutzes und der nachhaltigen Nutzung österreichischer Fließgewässerfischbestände.