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Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2026-03-01 - 2027-02-28

Fischbestände österreichischer Fließgewässer haben infolge hydromorphologischer Beeinträchtigungen, energiewirtschaftlicher Nutzung und klimatischer Veränderungen in den letzten Jahrzehnten stark abgenommen. Parallel wird der Einfluss fischfressender Prädatoren auf diese bereits belasteten Fischgemeinschaften kontrovers diskutiert. Ziel des Projekts ist die Quantifizierung des zusätzlichen Prädationsdrucks unter Berücksichtigung ökologischer Rahmenbedingungen. Hierzu werden historische und aktuelle Fischbestandsdaten hinsichtlich Abundanz, Biomasse und Populationsstruktur seit der Wiederzunahme der Prädatoren analysiert und nach Gewässertyp und Belastungsgrad untersucht, um Prädationseffekte von Habitat- und Klimafaktoren zu trennen. Parallel werden bundesländerübergreifende Daten zu Vorkommen und Bestandsentwicklung der Prädatoren zusammengeführt und für relative Trendanalysen genutzt. Auf Basis von Verbreitungs- und Nahrungsökologiedaten wird die konsumierte Fischbiomasse und der zeitlich-räumliche Prädationsdruck abgeschätzt und mit Fischbestandsentwicklungen verknüpft. Die Auswertung erfolgt skalenübergreifend von der Bundes- bis zur Fallstudienebene ausgewählter Fließgewässer. Die Ergebnisse liefern eine wissenschaftliche Grundlage für das Management fischfressender Prädatoren im Kontext des Schutzes und der nachhaltigen Nutzung österreichischer Fließgewässerfischbestände.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2026-04-01 - 2029-03-31

Die Wiederherstellung der Natur steht zunehmend im öffentlichen Fokus, nicht zuletzt durch neue europäische Vorgaben zum Schutz und zur Erholung unserer Ökosysteme. Gesunde Ökosysteme sind für uns alle von zentraler Bedeutung: sie mindern Hochwasserrisiken, verbessern die Wasserqualität, fördern die Artenvielfalt und helfen, die Folgen des Klimawandels abzufedern. Eine Schlüsselrolle spielen dabei Flussauen – die natürlichen Überschwemmungsgebiete entlang der Flüsse. Ihre Wiederherstellung ist jedoch anspruchsvoll und in der Praxis fehlen oft geeignete Werkzeuge und gezielte Schulungen. Hier setzt FLOODTRAIN an. Das Projekt konzentriert sich auf die Renaturierung von Flussauen und bringt Wissenschaftler:innen, Gewässermanager:innen, Planer:innen, Praktiker:innen, Landnutzer:innen, Behörden sowie die Öffentlichkeit zusammen. Ziel ist es, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse in praxisnahe Fähigkeiten zu übersetzen, die direkt in konkreten Renaturierungsprojekten angewendet werden können. FLOODTRAIN entwickelt ein umfassendes Trainingsprogramm, das Akteur:innen dabei unterstützt, Flussauen auf Landschaftsebene zu planen und wiederherzustellen. Zentrale Fragen dabei sind: Wie lassen sich wissenschaftliche Erkenntnisse so aufbereiten, dass sie für die Praxis gut nutzbar sind? Welche Trainingsformate helfen tatsächlich, die Lücke zwischen Forschung und Umsetzung zu schließen? Und wie kann die frühzeitige Einbindung unterschiedlicher Interessengruppen die Akzeptanz und den langfristigen Erfolg von Maßnahmen verbessern? Die Antworten darauf prägen sowohl die Inhalte der Schulungen als auch den gesamten Beteiligungsprozess. Die Schulungsmaterialien basieren auf dem neuesten Stand der Forschung und werden kostenlos über eine Online-Lernplattform zur Verfügung gestellt, angebunden an Initiativen wie die MERLIN Academy. Ergänzend dazu unterstützen digitale Werkzeuge die Planung, Finanzierung und Erfolgskontrolle von Renaturierungsmaßnahmen und ermöglichen fundierte, transparente Entscheidungen. Im Kern verfolgt FLOODTRAIN das Ziel, einen echten Wandel in der Flussauenrenaturierung in Europa zu fördern. Durch die Verbindung von Wissenschaft, praxisorientierter Anleitung, gezielter Weiterbildung und kontinuierlichem Dialog mit lokalen Akteur:innen trägt das Projekt dazu bei, dass Renaturierungsmaßnahmen wirksam, breit akzeptiert und auf größere Regionen übertragbar werden. So leistet FLOODTRAIN einen Beitrag zu gesünderen Flüssen, sichereren Landschaften und widerstandsfähigeren Ökosystemen – zum Nutzen der gesamten Gesellschaft.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2026-01-01 - 2027-06-30

Instrumentelle Wasserstands- und Abflussmessungen reichen in Niederösterreich für mittelgroße und kleinere Flüsse nur etwas mehr als 100 Jahre zurück. Historische Hochwasserstatistiken sind daher zeitlich beschränkt, was vor allem in Zeiten des Klimawandels mit prognostizierten häufigeren und größerem Extremhochwässern unzureichend erscheint. Für einzelne Flüsse sind historische Hochwässer anhand von Ortschroniken und Hochwassermarken dokumentiert und aufgearbeitet (vgl. z.B. Arbeiten von Heinz Wiesbauer). Es ist aber davon auszugehen, dass viele Dokumente zu historischen Hochwässern vor den instrumentellen Messungen noch nicht gesammelt und konsistent beurteilt wurden. Ziel des Projekts ist es, Informationen über historische Hochwässer in Niederösterreich vor dem Zeitpunkt von instrumentellen hydrologischen Aufzeichnungen zu sammeln und aufzubereiten. Die Erhebungen konzentrieren sich auf Hochwassermarken, ergänzend sollen aber auch schriftliche Quellen und historische Literatur gesammelt und ausgewertet werden.

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