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Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2026-04-01 - 2029-03-31

Das Projekt ReProtein verfolgt einen ressourcenschonenden Ansatz, bei dem bereits evaluierte pflanzliche Nebenströme zur Erzeugung nachhaltiger Proteinquellen, insbesondere aus Mehlkäferlarven und Wasserlinsen, für die Fischfütterung genutzt werden. Ziel ist es, regionale Produktionskreisläufe in der Aquakultur zu stärken und die Resilienz der heimischen Futtermittelversorgung zu erhöhen. Erste Untersuchungen aus einem vorangegangenen Projekt lieferten vielversprechende Ergebnisse: Futtermischungen auf Basis von Mehlkäferlarven und Wasserlinsen führten bei Bachsaiblingen zu einer charakteristischen Grünfärbung. In laufenden Langzeitstudien mit Raubwelsen wird nun die Eignung dieser Mischungen unter praxisnahen Bedingungen weiter evaluiert. Parallel dazu wird untersucht, wie sich die Schwermetallakkumulation in der Wasserlinsenproduktion gezielt minimieren lässt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Optimierung von Mehlkäferlarven als Proteinquelle. Diese zeichnen sich durch eine günstige Fettsäurezusammensetzung aus, die sich durch gezielte Fütterungsstrategien, etwa den Einsatz von Öllein, weiter verbessern lässt, insbesondere im Hinblick auf den Gehalt an n3-Fettsäuren. Auch hier sollen Langzeitversuche die Leistungsfähigkeit entsprechender Futtermischungen bei Raubwelsen validieren. Der Projektteil der BOKU-University konzentriert sich dabei auf die Parameter der Futterherstellung sowie der Untersuchung der Filetqualität. Insgesamt adressiert das Projekt die Entwicklung nachhaltiger, regional verfügbarer Alternativen zu Fischmehl, das derzeit einen Anteil von rund 75 % in der Fischfütterung einnimmt. Die Produktion von Wasserlinsen und Mehlkäferlarven in integrierten Kreislaufsystemen bietet erhebliches Potenzial für die Bereitstellung hochwertiger Proteinquellen aus regionalen Rohstoffen. Dadurch können sowohl die regionale Wertschöpfung gestärkt als auch Abhängigkeiten von globalen Lieferketten reduziert werden. Ein zentraler ökologischer Vorteil liegt in der signifikanten Reduktion von CO₂-Emissionen durch kurze Transportwege sowie die Nutzung regional verfügbarer Nebenrohstoffe. ReProtein fungiert damit als Modellprojekt für eine zirkuläre Bioökonomie und demonstriert, wie sich Nachhaltigkeit, technologische Innovation und regionale Wirtschaftsentwicklung effektiv miteinander verknüpfen lassen.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2025-09-04 - 2030-09-03

Im September 2023 wurden vom Ausschuss für Bedarfsnormen der Gesellschaft für Ernährungsphysiologie (GfE) in Deutschland neue „Empfehlungen für die Energie- und Nährstoffversorgung von Milchkühen“ herausgegeben. Die wichtigsten Änderungen sind, dass mit den neuen Empfehlungen die umsetzbare Energie (ME) und das dünndarmverdauliche Protein (sidP) bzw. die dünndarmverdauliche Aminosäuren (sidAA), die Nettoenergie Laktation (NEL) und das nutzbare Rohprotein im Dünndarm (nXP) als Kennzahlen für die Energie- bzw. Proteinversorgung ablösen. Darüber hinaus wurde auch die Methodik zur Ermittlung der Bedarfskennzahlen und des Futterwertes grundlegend geändert. In Zuge dieses Projekts soll Österreich-spezifische Grundlagen für Rationsberechnungen nach der neuen Methodik geschaffen werden. Die Proteinfraktionen und das Aminosäuremuster sowie deren Dünndarmverdaulichkeit werden von Grundfutterproben aus wissenschaftlichen Versuchen der HBLFA Raumberg-Gumpenstein analysiert. Die Kenntnis der Proteinabbaubarkeit (kann aus den Proteinfraktionen abgeleitet werden) und des Aminosäuremusters sind Voraussetzung für eine exakte Rationsberechnung nach den neuen GfE-Empfehlungen. Bislang gibt es jedoch kaum Daten zu diesen Futterwertparametern in typischen österreichischen Futtermitteln. Die Ergebnisse dieses Projekts sollen daher dazu dienen, die Futterwerttabellen primär für das Grundfutter aus dem Alpenraum, um die neuen Futterwertparameter zu erweitern.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2023-10-01 - 2026-02-28

SONIA-ProQ ermöglicht es Soja-Wertschöpfungsketten in Österreich resilienter und nachhaltiger zu machen. Durch die Weiterentwicklung spezieller Anwendungen auf Basis der Nahinfrarotspektroskopie (NIRS) werden grundlegende Beiträge geleistet, um die Nutzung von Sensoren und die Echtzeit-Prozess-Steuerung in der Aufbereitung von Sojabohnen zu Futtermitteln zu entwickeln und verbessern. Ein integrierter Fütterungsversuch bei Mastschweinen unterstützt die Quantifizierung des Potentials. Außerdem wird ein spezieller Soja-Fachlehrgang aufgebaut, der ebenso auf Ebene der Aufbereitung und der Fütterung zu Qualitätsverbesserungen führt. Grundlage für diese Arbeiten ist der Erfahrungs- und Wissensaustausch der 9 Projektpartner und 7 Organisationen im Expert:innen-Rat. Gemeinsam bilden sie ein Soja-Netzwerk, wie es in dieser Form in keinem F&E Projekt in Österreich bisher zusammengekommen ist. SONIA-ProQ adressiert die SDGs (kein Hunger; hochwertige Bildung und nachhaltige/r Konsum und Produktion) und leistet einen wichtigen Beitrag zur österreichischen Eiweißstrategie. Ergebnisse des Projekts ermöglichen den Konsortialpartnern eine nachhaltig stärkere Positionierung im wachsenden Sojamarkt und sprechen auch die Interessen von Konsument:innen hinsichtlich GVO-Freiheit, Regionalität und biologischer Landwirtschaft an.

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