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Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2026-03-01 - 2029-02-28

Die Sojabohne ist aufgrund ihrer ernährungsphysiologischen Eigenschaften ein unverzichtbares Eiweißfuttermittel in der Geflügel-, Schweine- und Rinderernährung. Neben zentralisierten Aufbereitungsanlagen gewinnen dezentrale Verarbeitungsmethoden in landwirtschaftlichen Betrieben zunehmend an Bedeutung, insbesondere für die biologische Landwirtschaft. Ziel dieses Projekts ist die Optimierung der dezentralen Aufbereitung von Sojabohnen zu Futtermitteln und die Förderung ihres Einsatzes, um hochwertige, gentechnikfreie Produkte wie Sojakuchen und Sojaöl nachhaltig und effizient zu produzieren. Durch eine wissenschaftlich fundierte Prozessoptimierung bei ausgewählten Betrieben wird die Produktqualität verbessert, um tierisches Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit zu fördern. Zudem wird der ressourcenschonende Anbau und Einsatz regionaler Sojabohnen gestärkt, was die inländische Versorgungssicherheit erhöht und zur Reduktion von Sojaimporten beiträgt. Über begleitende Fütterungsversuche bei Schweinen und Geflügel sollen die Potenziale von Sojakuchen und Sojaöl als alternative Komponenten in Futtermischungen evaluiert werden. Ein innovativer Ansatz des Projekts ist die Einführung einer neuartigen In-Line-Sensorik zur Prozessüberwachung, welche die Echtzeit-Erfassung von Qualitätsparametern ermöglicht. Dies erlaubt eine datengestützte Prozesssteuerung, welche Schwankungen in der Rohstoffqualität kompensiert und die Produktion effizienter gestaltet. Die Ergebnisse des Projekts liefern praxisrelevante Erkenntnisse für Landwirte, Futtermittelproduzenten und Berater. Sie tragen zu einer emissionsreduzierten Landwirtschaft bei und stärken die wirtschaftliche Wertschöpfung im regionalen Kontext. Das Projekt fördert den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Praxis und adressiert sowohl konventionelle als auch biologische Betriebsweisen.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2026-04-01 - 2029-03-31

Das Projekt ReProtein verfolgt einen ressourcenschonenden Ansatz, bei dem bereits evaluierte pflanzliche Nebenströme zur Erzeugung nachhaltiger Proteinquellen, insbesondere aus Mehlkäferlarven und Wasserlinsen, für die Fischfütterung genutzt werden. Ziel ist es, regionale Produktionskreisläufe in der Aquakultur zu stärken und die Resilienz der heimischen Futtermittelversorgung zu erhöhen. Erste Untersuchungen aus einem vorangegangenen Projekt lieferten vielversprechende Ergebnisse: Futtermischungen auf Basis von Mehlkäferlarven und Wasserlinsen führten bei Bachsaiblingen zu einer charakteristischen Grünfärbung. In laufenden Langzeitstudien mit Raubwelsen wird nun die Eignung dieser Mischungen unter praxisnahen Bedingungen weiter evaluiert. Parallel dazu wird untersucht, wie sich die Schwermetallakkumulation in der Wasserlinsenproduktion gezielt minimieren lässt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Optimierung von Mehlkäferlarven als Proteinquelle. Diese zeichnen sich durch eine günstige Fettsäurezusammensetzung aus, die sich durch gezielte Fütterungsstrategien, etwa den Einsatz von Öllein, weiter verbessern lässt, insbesondere im Hinblick auf den Gehalt an n3-Fettsäuren. Auch hier sollen Langzeitversuche die Leistungsfähigkeit entsprechender Futtermischungen bei Raubwelsen validieren. Der Projektteil der BOKU-University konzentriert sich dabei auf die Parameter der Futterherstellung sowie der Untersuchung der Filetqualität. Insgesamt adressiert das Projekt die Entwicklung nachhaltiger, regional verfügbarer Alternativen zu Fischmehl, das derzeit einen Anteil von rund 75 % in der Fischfütterung einnimmt. Die Produktion von Wasserlinsen und Mehlkäferlarven in integrierten Kreislaufsystemen bietet erhebliches Potenzial für die Bereitstellung hochwertiger Proteinquellen aus regionalen Rohstoffen. Dadurch können sowohl die regionale Wertschöpfung gestärkt als auch Abhängigkeiten von globalen Lieferketten reduziert werden. Ein zentraler ökologischer Vorteil liegt in der signifikanten Reduktion von CO₂-Emissionen durch kurze Transportwege sowie die Nutzung regional verfügbarer Nebenrohstoffe. ReProtein fungiert damit als Modellprojekt für eine zirkuläre Bioökonomie und demonstriert, wie sich Nachhaltigkeit, technologische Innovation und regionale Wirtschaftsentwicklung effektiv miteinander verknüpfen lassen.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2025-09-04 - 2030-09-03

Im September 2023 wurden vom Ausschuss für Bedarfsnormen der Gesellschaft für Ernährungsphysiologie (GfE) in Deutschland neue „Empfehlungen für die Energie- und Nährstoffversorgung von Milchkühen“ herausgegeben. Die wichtigsten Änderungen sind, dass mit den neuen Empfehlungen die umsetzbare Energie (ME) und das dünndarmverdauliche Protein (sidP) bzw. die dünndarmverdauliche Aminosäuren (sidAA), die Nettoenergie Laktation (NEL) und das nutzbare Rohprotein im Dünndarm (nXP) als Kennzahlen für die Energie- bzw. Proteinversorgung ablösen. Darüber hinaus wurde auch die Methodik zur Ermittlung der Bedarfskennzahlen und des Futterwertes grundlegend geändert. In Zuge dieses Projekts soll Österreich-spezifische Grundlagen für Rationsberechnungen nach der neuen Methodik geschaffen werden. Die Proteinfraktionen und das Aminosäuremuster sowie deren Dünndarmverdaulichkeit werden von Grundfutterproben aus wissenschaftlichen Versuchen der HBLFA Raumberg-Gumpenstein analysiert. Die Kenntnis der Proteinabbaubarkeit (kann aus den Proteinfraktionen abgeleitet werden) und des Aminosäuremusters sind Voraussetzung für eine exakte Rationsberechnung nach den neuen GfE-Empfehlungen. Bislang gibt es jedoch kaum Daten zu diesen Futterwertparametern in typischen österreichischen Futtermitteln. Die Ergebnisse dieses Projekts sollen daher dazu dienen, die Futterwerttabellen primär für das Grundfutter aus dem Alpenraum, um die neuen Futterwertparameter zu erweitern.

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