Boden, Wasser, Klimawandel und Naturgefahren
Der Klimawandel beeinflusst die Ökosystemfunktion der Böden und Gewässer sowie geomorphologische und geologische Prozesse, mit Auswirkungen auf den Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen so-wie auf die quantitative und qualitative Verfügbarkeit von Ressourcen. Gleichzeitig nehmen Risiken durch Naturgefahren im ländlichen und städtischen Raum zu. Die Produktionsfunktion von Land- und Forstwirtschaft verändert sich. Neue Denk- und Handlungsweisen in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft sind gefordert.
Am LAWI werden natürliche Prozesse der Geo-, Bio- und Hydrosphäre sowie Boden-Wasser-Vegetation-Interaktionen in allen Aggregatzuständen des Wassers sowohl zeitlich als auch räumlich untersucht und mit menschlichen Ansprüchen und Nutzungen (Anthroposphäre) in Verbindung gebracht. Im Zentrum stehen Fragen, was zu viel (Hochwasser) oder zu wenig Wasser (Dürre) für die Ressourcennutzung und für die Entwicklung und Sicherung bzw. die Gefährdung von Menschen, Biodiversität, Raum und Landschaft sowie für die Planung klimaresilienter, vernetzter Lebensräume bedeuten. Das Handlungsfeld bereitet die naturwissenschaftlichen und technischen Grundlagen für Klimawandelanpassung und Naturgefahrenmanagement auf unterschiedlichen Maßstabsebenen mit dem Ziel auf, die Resilienz von Ökosystemen, Gesellschaft und Wirtschaft und das Bewusstsein der Bevölkerung dafür zu erhöhen.
Das LAWI bietet dabei eine sehr breite, interdisziplinäre Basis, um disziplinübergreifend Problemstellungen zu bearbeiten und daraus Lösungsansätze zu entwickeln und zu bewerten. Dabei werden von der naturwissenschaftlichen Grundlagenforschung zu Geologie, Boden und Wasser über die Raum- und Landschaftsplanung und die Gestaltung von Lebensräumen für Menschen, Tiere und Pflanzen bis zu den technischen und ingenieurwissenschaftlichen Lösungen alle Aspekte des Handlungsfeldes abgedeckt.