Durch Einflüsse wie die Klima- und Biodiversitätskrise, den demografischen und gesellschaftlichen Wandel, wirtschaftliche Entwicklungen, veränderte Raumansprüche durch Digitalisierung (z.B. Online-Handel, Breitbandausbau, Arbeitsorganisation und Freizeitverhalten) sind Raum und Landschaft einer permanenten Entwicklungsdynamik unterworfen. Damit verbunden sind Nutzungskonflikte, überbordender Bodenverbrauch sowie Anforderungen an die Landschafts- und Raumentwicklung durch EU-Vorgaben und Regularien (z.B. Renaturierungsverordnung). Diese Entwicklungen wirken sich unmittelbar auf die Lebensqualität und Aktivitäten der Menschen aus, etwa durch Veränderungen im Wohnumfeld, im Verkehrsraum, in den Möglichkeiten zur Bewegung und in der Wahrnehmung von Landschaft.

Das LAWI beforscht auf verschiedenen Maßstabsebenen die Planung und Gestaltung nachhaltiger, ökologisch wertvoller, resilienter, flächensparender, energie- und ressourceneffizienter, qualitätsvoller, inklusiver und attraktiver Lebensräume. Dazu gehören Raum- und Landschaftsfunktionen wie leistbares Wohnen, umweltfreundliche, sichere und aktive Mobilität, Naturschutz und Naturgefahren, Landbewirtschaftung, Ernährungs- und Ressourcensicherheit, nachhaltige Erholung und nachhaltiger Tourismus. Fragen staatlicher Steuerung, Partizipation und Governance sowie Gerechtigkeitsfragen auf unterschiedlichen Entscheidungsebenen werden behandelt.

Ein Alleinstellungsmerkmal des LAWI liegt im umwelt- und landschaftsorientierten Fundament der räumlichen Planung, das mit sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Fragen kombiniert wird. Die ökologischen Fragestellungen sind der Ausgangspunkt für raum- und landschaftsplanerische Erwägungen und Folgenabschätzungen im Sinne einer nachhaltigen Raum-, Landschafts- und Siedlungsentwicklung. Am LAWI werden dabei von der strategischen Raum- und Landschaftsplanung über die landschafsarchitektonische Gestaltung bis in die ingenieurwissenschaftliche Umsetzung alle Schritte der Planung und Ausführung miteinander verknüpft.