Ökologische Tierhaltung- und fütterung: Nuwi startet durch.

MitarbeiterInnen des Departments für Nachhaltige Agrarsysteme forschen in den nächsten drei Jahren am Institut für Nutztierwissenschaften im Rahmen der zwei europäischen (transnationalen) Core Organic II Projekte ICOPP und ProPig.

Das ERA-net Forschungs-Kooperationsprojekt Core Organic II wird aus einem Netzwerk von 26 Partnern in 21 europäischen Ländern gebildet. Core Organic II baut auf CORE Organic (2007-2011) auf ( http://www.coreorganic.org/research/ ) und beinhaltet 11 Projekte in den Themenbereichen Ackerbausysteme, kompetitive Produktionssysteme mit Monogastriern und Produktqualität.

ICOPP: Improved Contribution of Local Feed to Support 100 % Organic Feed Supply to Pigs and Poultry

Das Team um Dr. Werner Zollitsch und DI Lisa Baldinger (BOKU) sowie Dr. Werner Hagmüller (LFZ Raumberg-Gumpenstein) betreut den österreichischen Part des ICOPP Projektes. ICOPP behandelt komplexe Fragestellungen rund um die ab 1.1.2012 gesetzlich vorgeschriebene 100% Bio-Fütterung von Schweinen und Geflügel in der Ökologischen Landwirtschaft. Zahlreiche Aspekte um neue, unkonventionelle (insbesondere lokal erzeugte) Futtermittel und der Einsatz von Grobfuttermitteln für diese Tierarten werden untersucht. Auch der Beitrag zur Bedarfsdeckung von Futterstoffen, die im Auslauf aufgenommen werden, wird analysiert. Darüber hinaus erfolgt eine Beurteilung ökonomischer und ökologischer Konsequenzen des Einsatzes dieser Futtermittel. Projektziel ist, quer durch Europa 100% Bio-Fütterungsstrategien für Schwein und Geflügel zu entwickeln, die sowohl ökonomisch sinnvoll sind, den rechlichen Vorgaben als auch den Ansprüchen der Nährstoffversorgung in unterschiedlichen Leistungsphasen der Tiere entsprechen und dadurch die Tiergesundheit und das tierische Wohlbefinden fördern.

ProPIG: Farm specific strategies to reduce environmental impact by improving health, welfare and nutrition of organic pigs

Das ProPig Projekt wird vom Department für Nachhaltige Agrarsysteme (Dr. Christine Leeb) europaweit koordiniert und gemeinsam mit Prof. Christoph Winckler und DI Gwendolyn Rudolph in Österreich durchgeführt. Österreich ist eines von acht europäischen Länder, in denen im Bio-Schweinesektor drei Haltungssysteme (Stallhaltung, Freilandhaltung, temporäre Freilandhaltung) sowohl auf ihren Einfluss auf das tierische Wohlbefinden, als auch auf ihre Umweltauswirkungen untersucht werden.
Während des Vorgängerprojektes CorePIG (http://www.coreorganic.org/research/projects/corepig/index.html) wurde eine große Diversität der Haltungssysteme in Europa dokumentiert und Verbesserungsinstrumente für Tiergesundheit und Wohlbefinden entwickelt. Diese Verbesserungen sollen Umweltauswir-kungen reduzieren (z.B. verbessertes Wachstum, weniger Ausscheidungen, geringerer Medi-kamenteneinsatz), dies wurde bisher jedoch nicht auf Praxisbetrieben verifiziert. Ziel des ProPig-Projektes ist daher diesen Zusammenhang von Tiergesundheit und Wohlergehen mit Fütterung und Umweltwirkung zu untersuchen und ein Werkzeug zur Verbesserung dieser Bereiche zu entwickeln und zu verbreiten.

Weitere Informationen:

www.coreorganic2.org

Christine Leeb & Werner Zollitsch, Institut für Nutztierwissenschaften, Department für Nachhaltige Agrarsysteme


15.12.2011