Footprint - Der ökologische Fußabdruck
Wien (OTS) - Nach Al Gores "Eine unbequeme Wahrheit" rückt nun auch der demnächst in den Kinos anlaufende Dokumentarfilm "The 11th Hour - 5 vor 12" von Leonardo di Caprio den bedenklichen Zustand der Erde ins Blickfeld. In welchem Ausmaß jeder Einzelne die Umwelt beansprucht, misst der ökologische Fußabdruck. Eine gemeinsame Initiative von Lebensministerium und ORF stellt ab sofort einen Online-Footprint-Rechner für Österreich zur Verfügung, der auch konkrete Handlungsvorschläge liefert. Im Rahmen der Vorpremiere von "The 11th Hour - 5 vor 12" in der Wiener Urania präsentieren Umweltminister Josef Pröll und ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz den rot-weiß-roten Fußabdruck-Rechner. Angesichts des globalen Klimawandels stellt sich vehement die Frage nach der Zukunftsfähigkeit unseres Lebensstils. Der Mensch spielt in der Erdgeschichte erst seit relativ kurzer Zeit eine Rolle, hat mit seinem Verhalten aber zu beispiellosen Veränderungen jenes Gleichgewichts geführt, das das Leben auf unserem Planeten erst möglich macht. Während die natürlichen Veränderungen im Laufe von Jahrtausenden ablaufen, war es nur ein Jahrhundert, in dem durch menschlichen Einfluss die globale Durchschnittstemperatur erheblich gestiegen ist. Bei anhaltend hohen Treibhausgas-Emissionen und anhaltend hohem Ressourcenverbrauch ist langfristig unsere Existenz auf der Erde bedroht. Den Fragen, wie wir unser Ökosystem beeinflussen und wie wir die Erde vor einem Kollaps bewahren können, widmet sich der ab 15. November in den österreichischen Kinos startende Dokumentarfilm "The 11th Hour - 5 vor 12". Darin beschreiben Leonardo DiCaprio und die Filmemacherinnen Nadia Conners und Leila Conners Petersen den letzten Moment, in dem wir das Ruder hinsichtlich einer aus dem Gleichgewicht geratenen Erde noch herumreißen können, und untersuchen, wie die Menschheit in diese Situation geraten ist. Dazu kommen über 50 führende Wissenschaftler, Denker und Meinungsbildner aus aller Welt zu Wort. Auf vielfältige Weise zeigt der Film auf, wie sich der Mensch der Natur entfremdet und daran gewöhnt hat, die Rohstoffressourcen gnadenlos aufzubrauchen. Gleichzeitig wird aber auch darauf hingewiesen, dass der Mensch als Ursache des Problems es in der Hand hat, auch eine Lösung herbeizuführen. Der unverhältnismäßige Ressourcenverbrauch ist auch das Thema des ökologischen Fußabdrucks. Dieser stellt die einfachste Möglichkeit dar, die Zukunftsfähigkeit des eigenen Lebensstils zu testen. Alle natürlichen Rohstoffe, die wir zum Essen, Wohnen, Reisen, etc. verbrauchen, benötigen Platz zum Nachwachsen auf unserem Planeten. Ebenso braucht die Natur Ressourcen, um unsere Abfälle abzubauen (z.B. Wälder um CO2 zu binden). Der ökologische Fußabdruck macht diesen Flächenbedarf deutlich und vermittelt ein verständliches Bild der ökologischen Grenzen unseres Planeten. Gemessen wird der ökologische Fußabdruck einer Person oder eines Landes in Gobal Hektar (gha). Teilt man die nutzbare Fläche der Erde auf die Erdbevölkerung auf, entfallen etwa 1,8 Hektar auf jeden Menschen. "Im Durchschnitt beansprucht jede Österreicherin und jeder Österreicher 4,9 Hektar auf der Erde, um die persönlichen Ansprüche zu befriedigen. Das Problem dabei: Wenn alle 6,7 Milliarden Menschen so leben würden wie wir, bräuchten wir fast drei Planeten", so Umweltminister Josef Pröll. Auf Initiative von Lebensministerium, ORF und der Plattform Footprint wurde nun ein rot-weiß-roter-Footprint-Rechner entwickelt, mit dem jeder Einzelne seinen persönlichen Fußabdruck für die Bereiche Wohnen, Mobilität, Ernährung und Konsum errechnen lassen kann und zugleich konkrete Handlungsvorschläge zur Optimierung des Ergebnisses erhält. Das Projekt wurde mit wissenschaftlicher Unterstützung der Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung der Universität Klagenfurt umgesetzt. "Nachhaltig leben hat nichts mit Verhindern, sondern sehr viel mit Ermöglichen zu tun. Dem Ermöglichen von Innovationen, fairem Handeln und dem Haushalten mit unseren Ressourcen. Ich halte das für die größte Herausforderung unserer heutigen Zeit. Wenn wir Nachhaltigkeit herbeiführen wollen, dann brauchen wir Bilanzinstrumente, dann müssen wir einen ökologischen Kassasturz machen. Der ökologische Fußabdruck ist genau so ein Instrument. Er führt uns vor Augen, wie groß die Auswirkungen unseres Handelns auf die Umwelt sind und ermöglicht uns neue Lösungen zu entwickeln, im Alltag andere als die bisherigen Entscheidungen zu treffen", so Umweltminister Josef Pröll bei der Präsentation der Initiative im Wiener Urania-Kino im Anschluss an die Vorpremiere des Dokumentarfilms "The 11th Hour - 5 vor 12" weiter. "Als öffentlich-rechtliches Medienunternehmen sieht sich auch der ORF dazu verpflichtet, den Österreicherinnen und Österreichern Hilfestellung dabei zu geben, möglichst verantwortungsbewusst zu leben. Das betrifft unser alltägliches Zusammenleben ebenso wie Fragen der Gesundheit oder das komplexe Themenfeld der Nachhaltigkeit. Dabei geht es um ökonomisch erfolgreiches Wirtschaften, soziale Gerechtigkeit und den Schutz unserer natürlichen Ressourcen - vom Weltklima bis hin zur Artenvielfalt unserer Erde. Der ökologische Fußabdruck ist ein hervorragendes Instrument, negative Auswirkungen auf unsere Erde zu erkennen und in der Folge aktiv für den Klimaschutz zu handeln. Dazu wollen wir beitragen", erläutert ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz abschließend. Der Footprint-Rechner ist auf www.mein-fussabdruck.at sowie auf fussabdruck.orf.at online und steht bei nichtkommerzieller Nutzung auch zur Integration in bestehende Websites zur Verfügung. Der Footprint-Rechner im Detail Das Konzept Der ökologische Fußabdruck stellt die einfachste Möglichkeit dar, die Zukunftsfähigkeit des eigenen Lebensstils zu testen. Er misst, wie jeder einzelne mit seiner Lebensweise die Umwelt beansprucht. Das Rechenmodell "Footprint" wurde Anfang der 90er Jahre von den Wissenschaftlern William Rees und Mathis Wackernagel entwickelt. Sie haben Footprint als Maßstab für den globalen Ressourcenverbrauch vorgeschlagen. Ihre Forschungsfrage lautete: Wie viel Fläche beanspruchen wir, wie viel haben wir zur Verfügung? Alle natürlichen Rohstoffe, die wir zum Essen, Wohnen, Reisen, etc. verbrauchen, benötigen Platz zum Nachwachsen auf unserem Planeten. Ebenso braucht die Natur Ressourcen, um unsere Abfälle abzubauen (z.B. Wälder um CO2 zu binden). Der ökologische Fußabdruck verdeutlicht diesen Flächenbedarf und vermittelt ein verständliches Bild der ökologischen Grenzen unseres Planeten. Der ökologische Fußabdruck einer Person, eines Landes wird in Global Hektar (1 gha = 10.000 m2) gemessen. Je größer der Footprint, desto stärker wird die Umwelt beansprucht. Dem Footprint (Flächenbedarf) ist die Biokapazität einer Region gegenüberzustellen, das ist die Fähigkeit der Natur Rohstoffe auf- und Schadstoffe abzubauen. Der Fußabdruck im österreichischen Durchschnitt Fläche gehört zu den begrenzten Ressourcen auf dem Planeten. Teilt man die vorhandene und auch nutzbare Fläche unserer Erde auf alle heute lebenden Menschen auf, dann entfallen auf jeden Menschen etwa 1,8 Hektar. Der ökologische Fußabdruck eines durchschnittlichen Österreichers beträgt 4,9 gha und liegt damit nahe am europäischen Durchschnitt von 4,8 gha. Damit leben wir deutlich über unseren Verhältnissen. Es bräuchte drei Planeten von der Qualität der Erde, um alle Menschen mit einem Naturverbrauch wie unserem überleben zu lassen. Errechnung des persönlichen Fußabdrucks und Optimierungsmaßnahmen Der tatsächliche Fußabdruck ist natürlich innerhalb Österreichs sehr verschieden und hängt von den Reisegewohnheiten, der Ernährung, dem verfügbaren Einkommen und den Wohnumständen, also vom gesamten Lebensstil, ab. Der auf Initiative von Lebensministerium, ORF und der Plattform Footprint gemeinsam mit dem Institut IFF entwickelte österreichische Footprint-Rechner bietet die Möglichkeit, den persönlichen Fußabdruck zu ermitteln. Der Footprint kann für die Teilbereiche Ernährung, Wohnen, Mobilität und Konsum oder als gesamter Footprint ermittelt werden. Dazu müssen insgesamt 35 Fragen beantwortet werden. Für alle Fragen, die nicht beantwortet werden können, werden die österreichischen Durchschnittswerte verwendet. Am Ende jeder Berechnung werden konkrete Tipps geliefert, mit welchen Maßnahmen der persönliche Fußabdruck verkleinert werden kann. Die einzelnen Teilbereiche Ernährung: Dazu zählt die gesamte Nahrung, die wir konsumieren oder wegwerfen, ebenso wie die Verpackung und der Ressourcenbedarf für Transport und Zubereitung. Rund 25% des durchschnittlichen Footprints entfallen auf den Bereich Ernährung. Wohnen: In diesem Bereich geht es um jene Ressourcen, die wir für Wohnen, Heizung, Strom, Wasser verwenden. Rund 20% des durchschnittlichen Footprints entfallen auf den Bereich Wohnen. Mobilität: Hier geht es nur um die persönliche Mobilität. Der Transport von Gütern wird bei den Kategorien Ernährung bzw. Konsum eingerechnet. Rund 20% des durchschnittlichen Footprint entfallen auf den Bereich Mobilität. Konsum, Dienstleistung und Sonstiges: Neben den Ressourcen für Konsumgüter wie Möbel, Elektrogeräte und Dienstleistungen wird auch die so genannte Graue Energie - das sind jene Ressourcen die nicht eindeutig einzelnen Menschen zugeordnet werden können (z.B. für den Straßenbau, Bau und Erhalt von Spitälern,...) - diesem Bereich zugerechnet. Rund 35% des durchschnittlichen Footprint entfallen auf den Bereich Konsum und Graue Energie. * Bitte S P E R R F R I S T beachten * Rückfragehinweis: ~ Kontakt für Rückfragen: Mag. Franz Tragner tatwort. Gesellschaft für Kommunikation und Projektmanagement Neulerchenfelderstr. 14/9 1160 Wien fon: 01/409 55 81 mobil: 0650/323 88 40 franz.tragner(at)tatwort.at Lebensministerium Pressestelle Tel.: (++43-1) 71100 DW 6703, DW 6823 ~ *** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT *** OTS0227 2007-11-09/13:07 091307 Nov 07