Gräser, die die Welt ernähren - Die Haberlandt-Sammlung


Schauversuch am Versuchsfeld der Pflanzenzüchtung am UFT in Tulln

COME AND SEE FOR YOURSELF!

Wie schauen Hafer, Gerste, Weizen, Roggen etc. wirklich aus?
Alte oder neue Sorten und wilde Verwandte ... eh alles dasselbe?

Derzeit live zu sehen - kommen Sie vorbei! Ein Feldversuch mit über 200 Schauparzellen ist am Versuchsfeld der Pflanzenzüchter am BOKU Standort Tulln angelegt und ist derzeit sehr schön anzusehen!

Zu bewundern sind alle typischen Getreidearten unserer Region: Hafer, Gerste, Roggen, Triticale, Weizen, sowie Spezialgetreide wie Einkorn, Emmer, Dinkel und auch Wilder Emmerweizen.

Alte und neue Sorten und eine Schautafel mit allerlei Informationen.

Eine ziemlich alte Weizensorte aus dem Jahr 1877 steht auch dort, eine Probe aus der Haberlandt Sammlung (Haberlandt war der erste Professor für Pflanzenbau der BOKU), die an der BOKU aufgefunden wurde.

Ort: Feld südlich des UFT,  Koordinaten und Karte: 48.319038, 16.070360

Besuchen Sie den topaktuellen Bericht mit Bildern passend zum Frühling 2021:

Link zur Sammlung im Frühling

 

Mehr zum Hintergrund und zur Geschichte über die Entstehung des Versuchsfeldes:

Als Sammlung der heimischen Getreidearten - vor allem Weizen - als Pool an genetischen Ressourcen und als Blick auf eine Kulturlandschaft im Jahreskreislauf, bietet sich derzeit live bei uns in Tulln ein Einblick in die Zeitgeschichte wie man ihn nur selten sieht - kommen Sie live oder online vorbei. Begleiten Sie uns auf einer historischen Reise, wie sie außergewöhnlicher nicht sein könnte.

Aber beginnen wir ganz am Anfang:
Als erster Professor für Pflanzenbau an der Universität für Bodenkultur hat Friedrich Haberlandt (1826-1878) den Grundstein für das gelegt, was wir heute am Versuchsfeld sehen, nämlich die Züchtungshistorie zurück bis ins Jahr 1877. Die sogenannte „Haberlandt-Sammlung“. Begonnen hat sein Projekt mit dem Ziel, die Langlebigkeit von Samen zu erforschen. Für seine Forschungszwecke hat er Samen gesammelt, getrocknet und in unzähligen Glasphiolen verschlossen aufbewahrt. Leider starb er allzu früh und die Sammlung geriet in Vergessenheit. Ein glücklicher Zufall hat in den 60er-Jahren in einem Keller der BOKU die Sammelarbeit von Haberlandt zu Tage gefördert. Man muss sich vorstellen: ein Weizenkorn verliert nach ca. 15 Jahren Lagerung seine Keimfähigkeit, es geht kaputt. Nicht so in diesem Fall. Trotz des Dornröschenschlafes von fast 90 Jahren keimten einige der Samen und erlauben uns heute eine alte Landsorte aus 1877 am Feld zu bestaunen.


Von den Großeltern, oder besser Urgroßeltern aus dem Jahr 1877 bis hin zur jüngsten Kinderstube haben wir hier eine exemplarische Züchtungsgeschichte darstellen können, die ihresgleichen sucht. Vom Wildtyp bis hin zur domestizierten Kulturpflanze, die den modernen Ansprüchen gerecht wird, gewähren die Parzellen eine Gegenüberstellung der Eigenschaften, Entwicklung und Zuchtstrategien von damals und heute. Auf der einen Seite der Wildtyp, wie er seit Jahrtausenden im Nahen Osten heimisch war und aus dem vor - sage und schreibe – 10.000 Jahren erstmals der Emmerweizen domestiziert wurde. Wilder Emmerweizen verfügt über kräftige Spelzen, borstige Grannen, kleine Körner, und brüchige Ährenspindeln, die eine perfekte Anpassung an die Natur darstellen. Auf der anderen Seite die Züchtungen der vergangenen Jahrzehnte bis zu den Neuzulassungen des letzten Jahres, die auf diesen und andere Wildtypen zurückgehen. Unglaublich, wie sich das Zeitkarussell hier mit uns dreht.


So entstanden sage und schreibe 200 Schauparzellen am Versuchsfeld des Universitäts- und Forschungszentrums Tulln (UFT). Angelegt von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Instituts für Pflanzenzüchtung, bietet sich den Besucherinnen und Besuchern ein außergewöhnlicher Einblick.


Umso wertvoller ist dieser Zugang für unsere Studierenden, die beispielsweise in den Lehrveranstaltungen Genetik, Genetische Ressourcen und Pflanzenzüchtung die Diversität in den Kulturpflanzen hautnah „begreifen“ und erleben können.
Und wussten Sie eigentlich, dass die Sojabohne auch als „Haberlandt-Bohne“ bekannt ist? Haberlandt war der erste, der die Bedeutung und den Wert dieser Pflanze über die Grenzen Asiens hinausgetragen hat.


Aber nun: bleiben Sie up-to-date mit unserer Fotostrecke, die die saisonale Veränderung der Parzellen wiedergeben wird. Werfen Sie hin und wieder einen Blick auf die Homepage des Instituts für Pflanzenzüchtung "Die Haberlandt-Sammlung" und erleben auch Sie die Pflanzen und ihre Entwicklung im Jahreskreislauf.

Die Haberlandt-Sammlung in Bildern und mit vielen Fakten.


Sie haben Fragen, dann zögern Sie nicht uns zu kontaktieren:

https://boku.ac.at/dnw/pz

 

Das Team des Instituts für Pflanzenzüchtung, Department für Nutzpflanzenwissenschaften.

Sie finden weiter unten drei wunderschöne Bilder, um einen kleinen Einblick und Vorgeschmack zu bekommen.


12.06.2021