Interdisziplinäres Projekt LOWINFOOD zur Reduktion von Lebensmittelabfällen erhält EU-Förderung


Mit einer Finanzierung von 5,5 Millionen Euro arbeiten europaweit insgesamt 27 Institutionen aus Forschung, Innovation und Lebensmittelindustrie aus ganz Europa an der Umsetzung von Maßnahmen zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen – entlang der gesamten Wertschöpfungskette

Die meisten vermeidbaren Lebensmittelabfälle entstehen in der Erzeugung und Verteilung von Obst und Gemüse, Backwaren, Fisch sowie auf Verbraucherebene. Die Europäische Kommission hat nun die Genehmigung zur Förderung des LOWINFOOD-Projekts mit 5,5 Millionen Euro im Rahmen des Programmes „Horizon 2020“ bekannt gegeben. Das von der Universität Tuscia (Italien) geleitete Projekt wird die neuesten Forschungsergebnisse zur Abfallvermeidung in den von Lebensmittelverlusten am stärksten betroffenen Bereichen umsetzen.

BOKU evaluiert Maßnahmen

Während des vierjährigen Projekts wird eine Vielzahl an Maßnahmen aufgezeigt und validiert. Mit seiner langjährigen Erfahrung im Bereich der Quantifizierung und Vermeidung von Lebensmittelabfällen sowie im Bereich der ökologischen Bewertung und Nachhaltigkeitsanalysen übernimmt das Institut für Abfallwirtschaft der BOKU Wien die Leitung des Arbeitspaketes zur Evaluierung der Maßnahmen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse über die Wirksamkeit von Innovationen bei der Verringerung von Lebensmittelverlusten und -verschwendung, ihre sozioökonomischen Auswirkungen und die damit verbundenen Umweltauswirkungen sollen genutzt werden, um Strategien für ihre Verbreitung in den europäischen Lebensmittel-Wertschöpfungsketten zu entwickeln. Damit einhergehend sollen eine Reihe von politischen Empfehlungen zur Unterstützung dieser Verbreitung erstellt werden. „Die Entwicklung eines Evaluierungsrahmens unter Einbeziehung aller Akteur*innen ist für eine erfolgreiche Umsetzung der Innovationen von entscheidender Bedeutung und bietet zudem die Möglichkeit, robuste wissenschaftliche Methoden zur Bewertung in der Praxis anzuwenden“, erklärt Silvia Scherhaufer, die das Projekt am Institut für Abfallwirtschaft koordiniert.

27 Projektpartner aus ganz Europa

Das Konsortium umfasst 27 Mitglieder aus 12 europäischen Ländern, darunter Forschungspartner, Start-ups und Unternehmen, die innovative Prototypen und Maßnahmen bereitstellen, sowie Unternehmen und Verbände, die im Lebensmittelsektor tätig sind. Die Innovationen, die im LOWINFOOD-Projekt eingesetzt und validiert werden sollen, wurden aus mehreren vielversprechenden Lösungen ausgewählt, die bereits entwickelt und getestet wurden. Das Ziel ist es, die notwendige Demonstration zu liefern und sie so hoch zu skalieren, dass sie auf dem Markt eingesetzt werden können. Das österreichische Ökologieinstitut ist ebenfalls Mitglied des Konsortiums und wird im Zuge des Projektes, Bildungskonzepte an Schulen entwickeln und testen. Mit an Bord ist auch das österreichische Unternehmen Unverschwendet, welches sich bereits im Bereich der Verarbeitung von überschüssigem Obst und Gemüse etabliert hat.

Bis zu 25% der Verluste an Obst und Gemüse werden in der österreichischen Landwirtschaft verzeichnet. Gleichzeitig sind bis zu 80% der Waren, die aus verschiedensten Gründen nicht in den Supermärkten landen, durchaus genießbar. „Der Impuls, den wir den Innovationen im Projekt geben werden, wird es ermöglichen, sie der Gesellschaft näher zu bringen und sie für die Nutzer verfügbar zu machen. Auf diese Weise wird LOWINFOOD seinem Ziel näher kommen, zur Verringerung des Nahrungsmittelverlustes beizutragen“, so Clara Cicatiello, Assistenzprofessorin für Agrarökonomie an der Universität Tuscia und Projektleiterin von LOWINFOOD abschließend.

Das LOWINFOOD-Konsortium umfasst 9 Forschungspartner, 8 Start-ups und Unternehmen, die die Innovationen bereitstellen, 7 Unternehmen und Verbände, die im Lebensmittelsektor tätig sind, 2 öffentliche Einrichtungen und 1 Partner, der sich der Kommunikation und Verbreitung widmet:

Research partners: 

Università degli Studi della Tuscia (Coordinator), Italy
Alma Mater Studiorum Università di Bologna, Italy
Sveriges Lantbruksuniversitet, Sweden
Fachhochschule Munster, Germany
The James Hutton Institute, UK
Universität für Bodenkultur Wien, Austria
Tampere University, Finland
Harokopio University, Greece
Österreichisches Ökologie-Institut, Austria

Partners providing innovations:

Matomatic AB, Sweden
Foresightee BV, Belgium
Leroma GmbH, Germany
Mitakus analytics UG, Germany
Kitro SA, Switzerland
CogZum Bulgaria OOD, Bulgaria
Recuperiamo srl, Italy
Antegon GmbH (FoodTracks), Germany

Partners belonging to food sectors:

Unverschwendet GmbH, Austria
Akademie Deutsches Bäckerhandwerk Nord GmbH, Germany
Pianeta Cospea srl, Italy
CNA Associazione di Viterbo e Civitavecchia, Italy
Assemblée des Régions Europeéennes Fruitiéres, Légumières et Horticoles, France
L.V.L.AE Blue Meltemi Hotel and Spa, Greece
Iridanos Inambelos SA Thalassa Hotel, Greece

Public institutions:

Regione Emilia-Romagna, Italy
Uppsala Kommun, Sweden

Communication partner:

Elhuyar, Spain

 

Kontakt:

Dipl.-Ing. (FH) Silvia Scherhaufer
Institut für Abfallwirtschaft
(01) 47654-81334
silvia.scherhaufer(at)boku.ac.at


16.07.2020