21 Kilometer Freiraum für Wien
Zum Tag des Wassers rückt eine der prägendsten Landschaften Wiens in den Fokus: die Donauinsel. In Kooperation mit der BOKU University widmet sich das Wien Museum ab 26. März 2026 der Geschichte und Bedeutung dieses außergewöhnlichen Freiraums - mitkuratiert von Ulrike Krippner vom Institut für Landschaftsarchitektur.
Was heute als beliebtes Erholungsgebiet mit über 21 Kilometern Länge und bis zu 250 Metern Breite bekannt ist, entstand ursprünglich aus einer ganz anderen Notwendigkeit: dem Schutz Wiens vor Hochwasser. Zwischen 1972 und 1988 wurde die Donauinsel gemeinsam mit der Neuen Donau als großangelegtes wasserbauliches Projekt realisiert. Ziel war es, die Stadt dauerhaft vor extremen Überschwemmungen zu sichern – ein Vorhaben, das politisch umstritten war und dessen heutige Nutzung in dieser Form nicht absehbar war.
Erst im Laufe von mehr als drei Jahrzehnten Planung und Bau entwickelte sich die Donauinsel zu jenem vielfältigen Natur- und Erholungsraum, den wir heute kennen. Unterschiedlichste Visionen – von Hochhäusern über einen Zentralbahnhof bis hin zu rein technischen Lösungen ohne Zugang zum Wasser – wurden verworfen. Stattdessen setzten sich zahlreiche Akteur*innen, nicht zuletzt im Kontext der Umweltbewegung der 1970er-Jahre, für eine naturnahe Gestaltung ein. Das Ergebnis ist ein fein austariertes Zusammenspiel aus Landschaftsarchitektur, Ökologie und urbaner Nutzung.
Die Ausstellung „Die Donauinsel – 21 Kilometer Freiraum“ beleuchtet diese Entwicklung in all ihren Facetten: von den frühen Bemühungen um Hochwasserschutz über die „wilde“ Nutzung des ehemaligen Überschwemmungsgebiets bis hin zur komplexen Planungs- und Baugeschichte. Gleichzeitig richtet sie den Blick auf die Gegenwart und Zukunft der Insel als zentralen Freiraum in einer wachsenden und zunehmend von Hitze geprägten Stadt.
Kuratiert haben die Ausstellung Ulrike Krippner und Valerie Ludescher (Institut für Landschaftsarchitektur, BOKU) sowie Gertrud Haidvogl (Institut für Hydrobiologie und Gewässermanagement, BOKU) gemeinsam mit Martina Nußbaumer, Sándor Békési und Lisa-Marie Schett (Wien Museum). Krippner beschreibt die Donauinsel als das Ergebnis präziser landschaftsarchitektonischer Planung, in der Gelände, Bepflanzung und Ufergestaltung so aufeinander abgestimmt wurden, dass Hochwasserschutz, Natur und vielfältige Freizeitnutzungen im Gleichgewicht bleiben. „Gerade diese durchdachte, zugleich aber anpassungsfähige Struktur macht die Insel bis heute zu einem zukunftsfähigen Modell im Umgang mit Wasser und Stadtentwicklung“, so die Landschaftsarchitektin.
Begleitend erscheint im Falter-Verlag das erste umfassende Buch zur Donauinsel.
Ausstellung „Die Donauinsel – 21 Kilometer Freiraum“
Ort : Wien Museum, Karlsplatz 8, 1040 Wien
Zeit: 26. März – 30. August 2026
Mehr Infos auf https://www.wienmuseum.at/donauinsel_2026