Robust und trotzdem produktiv - Herausforderung bei der Züchtung von Kulturpflanzen für die heimische Landwirtschaft
Gefragt sind Sorten, die in guten Jahren leistungsfähig sind und unter Stress möglichst stabil bleiben. Eine einzelne „Superpflanze“ wird es dabei nicht geben – vielmehr braucht es eine Kombination aus Züchtung, regionaler Anpassung und dem entsprechenden Management.
Die Pflanzenzüchtung arbeitet deshalb an Sorten, die mit weniger Wasser auskommen, Hitze besser verkraften oder sich nach Stress rasch erholen. Je nach Kultur kommen unterschiedliche Strategien infrage: frühere Reife, tiefere Wurzeln, effizientere Wassernutzung oder eine höhere Toleranz gegenüber Trockenstress. Solche Eigenschaften lassen sich züchterisch nutzen, stoßen aber an Grenzen: Ohne Wasser wächst auch die robusteste Pflanze nicht.
Wichtig ist außerdem der Blick auf das gesamte Anbausystem. Bodenbedeckung, Humusaufbau, bessere Wasserinfiltration und eine an die Bedingungen angepasste Bodenbearbeitung können helfen, Wasser im Boden zu halten. Auch die Wahl wassereffizienter Arten und Sorten spielt eine zentrale Rolle.
Anpassung gelingt am besten regional. Sorten müssen unter den Bedingungen jener Regionen entwickelt und geprüft werden, in denen sie später auch angebaut werden. Die klassische Züchtung bleibt dabei unverzichtbar, moderne Verfahren wie genetische Marker oder die Genschere können sie unterstützen, aber nicht ersetzen.
Der Klimawandel betrifft zudem nicht nur Trockenheit und Hitze, sondern auch Krankheiten und Schädlinge. Veränderte Umweltbedingungen beeinflussen Pflanzen, Nützlinge und Schaderreger gleichermaßen – und damit die Stabilität ganzer Anbausysteme.
Auch die Kulturarten selbst werden sich verändern. Mais wird in Österreich wohl weiterhin eine wichtige Rolle spielen, doch trockenheitsverträglichere Alternativen könnten an Bedeutung gewinnen. Entscheidend bleibt am Ende die Vielfalt: unterschiedliche Arten, Sorten und Bewirtschaftungsformen erhöhen die Resilienz der Landwirtschaft gegenüber Extremwetter.
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