Laufende Projekte:

Act Now. Allianz Aktive Mobilität (ActNow)

Neben der Berücksichtigung ökologischer und ökonomischer Aspekte einer nachhaltigen, aktiven Mobilität bilden vor allem gesundheitliche Effekte eines aktiv zurückgelegten Arbeitsweges für MitarbeiterInnen in Unternehmen den Kern von ActNow. Aufbauend auf dem Projekt GISMO sowie weiteren Forschungsergebnissen aus MdZ soll in ActNow das volle Potential aktiver Mobilität im Rahmen von Arbeitswegen bzw. den damit verbundenen Alltagsroutinewegen, insbesondere Kinderbegleitwegen aufgezeigt und im Testraum Salzburg und Oberösterreich sowie in einzelnen großen Unternehmen österreichweit realisiert werden. Die Anwendung evidenzbasierter Planungsmethoden bzw. Planungstools sind ein weiterer, integrativer Bestandteil des Projekts. Ein intersektoral zusammengesetztes Policy Board soll das Projekt ActNow begleiten.

Bewertung der barrierefreien Berollbarkeit von Straßenbelägen in Wien (BBBSW)

Sind aus der Perspektive der Versickerung große Fugenbreiten erwünscht, so sind diese aus Sicht des Gehkomforts und der Barrierefreiheit unerwünscht (Grimm 2018). Im Zuge einer am Institut für Verkehrswesen verfassten Masterarbeit wurde das Thema Barrierefreiheit von Straßenoberflächen im Sinne einer guten Berollbarkeit mit Rollstühlen untersucht (Aigner 2020). Dafür wurde eine neue Messmethode entwickelt und getestet. Die Grundhypothese der Methode ist, dass zwischen der objektiv messbaren physikalischen Größe der Beschleunigung und des daraus abgeleiteten Rucks einerseits und dem subjektiven Empfinden von Rollstuhlnutzer*innen andererseits eine Korrelation besteht. Zwecks Überprüfung der Hypothese wurde ein Rollstuhl mit einem Mobiltelephon als Beschleunigungsmesser ausgestattet. Mit dem derart ausgestatteten Rollstuhl wurden 14 unterschiedliche, in der Wiener Innenstadt vorkommende Straßenoberflächen befahren und dabei die Beschleunigungen gemessen wurden. Elf Personen, welche im Alltag auf einen Rollstuhl angewiesen sind, befuhren neun dieser Flächen und bewerteten deren Barrierefreiheit. Trotz der relativ kleinen Stichprobe kann davon ausgegangen werden, dass die vermutete Korrelation zwischen physikalischen Messgrößen und subjektivem Empfinden besteht. Die Befahrung mit Beschleunigungsmessung ist demnach eine geeignete Methode zur Bewertung der barrierefreien Berollbarkeit von Oberflächen im öffentlichen Raum.
Die vorgeschlagene Studie verfolgt mehrere Zielsetzungen. Als erstes soll die in (Aigner 2020) entwickelte Testmethode vertiefend validiert und hinsichtlich ihrer Einsatzmöglichkeiten in der Praxis überprüft werden (AP1, AP3). Unter anderem soll dabei der in (Aigner 2020) weitgehend ausgeklammerte Einfluss des Rollstuhltyps und der Lenkräder untersucht werden. Darauf aufbauend soll mit Hilfe umfangreicher Messfahrten (AP2) ein Kriterium für die barrierefreie Berollbarkeit in Abhängigkeit von Fugenbreite, Plattengröße und ebenheit abgeleitet werden. Abschließend werden in Wien übliche Pflasterbeläge mit Hilfe dieses Kriteriums hinsichtlich Versickerung und barrierefreier Berollbarkeit bewertet (AP4).

Nachhaltiges Mobilitätsverhalten von der Nische zur Norm - Verkehrswesen (NTN-Verkehr)

Das Projekt NTN setzt sich mit der Frage auseinander, wie nachhaltiges Mobilitätsverhalten – zu Fuß gehen, Radfahren und die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel – in der Alltagspraxis als Norm etabliert werden kann. NTN fördert das Verständnis bestehender Mobilitätspraktiken, erforscht mögliche Transformationspfade von der Nische zur Norm und nutzt diese Erkenntnisse in einem Ko-Design-Prozess mit Politik, Verwaltung, Interessensgruppen und den Bürger*innen. Als Fallstudien werden dazu drei niederösterreichische Städte – Korneuburg, Stockerau und Fischamend – herangezogen. Zur Untersuchung wie nachhaltige Mobilitätsverhaltensweisen initiiert und gesteuert werden können, werden sowohl qualitative als auch quantitative Forschungsmethoden eingesetzt. In Übereinstimmung mit dem NÖ Mobilitätskonzept 2030 soll so eine nachhaltige Mobilität in den Städten gefördert und mittelfristig eine Verschiebung des Modal Splits vom motorisierten Individualverkehr hin zum Umweltverbund erreicht werden.

BOKU Unterwegs - BOKU Mobilitätsmanagement

Förderung einer Ökotourismusplanung entlang des Eurovelo-Radwegenetzes in der Donauregion (EcoVeloTour )

EcoVeloTour hat zum Ziel, die Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus und die Ausweitung des Radverkehrstourismus in der Donau-Eurovelo-Region zu fördern. Dies soll durch verbesserte, bewusste und ökologisch verträgliche Planungen in und die Schaffung von geeigneten Rahmenbedingungen für die Tourismusdestinationen geschehen.

Dabei wird auf das reiche Kultur- und Naturerbe der Region aufgebaut und dieses im Sinne von Ökosystemdienstleistungen nutzenstiftend für die Destinationen in Wert gesetzt. Dabei sollen die hohe Ökosystemleistung sowie das kulturelle Erbe der Regionen sichergestellt und erhalten werden, um zum Nutzen aller Interessengruppen beizutragen. Dabei wird stark auf die Schaffung eines nachhaltigen /tourismus-) Mobilitätssystems gesetzt, das vor allem auf das Fahrrad als Verkehrsmittel setzt. Darüber soll eine umfassende Marktforschung im Bereich Ökosystem basierten (Fahrrad-)Tourismus der Donauraumregion helfen, die Potenziale und Wege in der Ökotourismusentwicklung besser einzuschätzen und für sich zu nutzen.

Für die beteiligten Regionen werden regionale Ökotourismus-Strategien auf der Grundlage bewährter Verfahren und Good Practices, Konzeptstudien zum Ökotourismus und zur nachhaltigen (Tourismus-) Mobilität ausgearbeitet.

Dies erfolgt auf kolaborativer Weise im Wissensaustausch mit lokalen Akteurinnen und Akteuren, Stakeholdern aus der Politik, Expertinnen und Experten aus den Bereichen Ökotourismus und sanfter Mobilität. Rückgrat der Entwicklungen ist sind die EuroVelo Radrouten in der Donauregion. Begleitet werden die Aktivitäten von Lerninteraktionen und Trainingsmaßnahmenauf regionaler und transnationaler Ebene im Sinne des Experten- und des Peer-to-peer-Lernens.

Folgende Ergebnisse sind vorgesehen:

  • transnationale Instrumente zur die Ökotourismusplanung sowie sanfte Mobilitätsplanung und -management (d.h. Leitlinien, Handbuch, Vortrags- und E-Learning-Module, mobile App usw.);
  • regionale Ökotourismus-Strategien entlang der EuroVelos in der Donauregion;
  • Pilotprojekte von transnationaler Relevanz.

Begleitung, Betreuung und Umsetzung des Förderschwerpunkts "Aktive Mobilität - gesund unterwegs" 2019-2022 (FAMOS)

Aktive Mobilitätsformen, zu denen das Radfahren und das Zufußgehen zählen, bringen nicht nur aus ökologischer, wirtschaftlicher und sozialer Sicht Vorteile, sondern auch aus gesundheitlicher. Der wesentliche Nutzen für die Gesundheit entsteht durch die Erhöhung der körperlichen Aktivität und des Bewegungsumfanges im Alltag – ganz ohne sportlichen Hintergedanken. Der FGÖ hat in seinem Rahmenarbeitsprogramm 2017 – 2020 das Thema Aktive Mobilität aufgegriffen und einen Fördercall „Aktive Mobilität – gesund unterwegs! Gehen, radeln, rollern & Co im Alltag“ für die Settings Schule, Gemeinde/Stadt/Stadtteil und Betrieb beschlossen. Die Begleitung des Fördercalls, die Betreuung der Förderprojekte und Umsetzung von Begleitmaßnahmen zum Thema Aktive Mobilität sind Ziele des Projekts FAMOS. Die wissenschaftliche Fragestellung konzentriert sich auf die Evaluation der Maßnahmen bzw. Projekte zur Förderung der Aktiven Mobilität in den drei Settings: Welche Maßnahmen bewirken eine (nachhaltige) Verhaltensänderung (im Sinne eines Umstiegs vom motorisierten Individualverkehr auf Radfahren oder Zufußgehen) und anhand welcher Indikatoren lassen sich die Effekte beschreiben? Was sind die Faktoren für eine erfolgreiche Implementierung je Setting? Welche Voraussetzungen braucht es, um eine Maßnahme im betrieblichen, schulischen bzw. Gemeinde-Setting nachhaltig zu verankern? Dazu wird in einem ersten Schritt ein Konzept zur Erhebung der Lernerfahrungen (Metaevaluation) erstellt. Diese Lernerfahrungen werden in einem zweiten Schritt analysiert und in den Folgejahren sowohl in der wissenschaftlichen Community als auch innerhalb der drei Settings verbreitet werden. Die neue wissenschaftliche Erkenntnis beruht auf dem generierten Wissen über die Wirksamkeit von Maßnahmen, infolgedessen ein effizienterer Ressourceneinsatz gewährleistet werden kann.

Eignung von personalisierten Mobilitätsmanagementmaßnahmen zur Förderung von nachhaltigen und aktiven Mobilitätsformen bei NeubewohnerInnen in der Seestadt Aspern (Seestadt)

Im Frühjahr und Sommer 2015 wurde eine wienweite personalisierte Mobilitätsaktion mit dem Namen SWITCH durchgeführt. Hierbei erhielten knapp 1.000 Menschen eine personalisierte Mobilitätsberatung und maßgeschneiderte Informationen, darunter 160 Personen aus der Seestadt Aspern. Mit Hilfe einer Vorher-Nachher Befragung wurde die Veränderung im Mobilitätsverhalten und den Einstellungen gegenüber autoarmer Mobilität bei Teilnehmenden an der Aktion erhoben und mit einer Kontrollgruppe von Nicht-Teilnehmenden verglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass aktiv an der SWITCH Kampagne Beteiligte ihre monatlichen Fußwege um mehr als 4% und ihre monatlichen Radwege um mehr als 12% erhöht haben. Im selben Zeitraum reduzierten sich ihre monatlichen Autofahrten um 4%. Das Verhalten der Kontrollgruppe verzeichnete hingegen eine Reduktion der Fußwege um 5% und eine Erhöhung der Autowege um 12%. Zusätzlich fühlten sie sich durch das Thema aktive Mobilität und die damit verbundenen individuellen Vorteile weitaus besser informiert als Personen aus der Kontrollgruppe.

Eine vergleichbare und für die lokalen Herausforderungen maßgeschneiderte Mobilitätskampagne ist eine geeignete Maßnahmen, um neuen BewohnerInnen der Seestadt im Zuge der nächsten beiden großen Besiedelungswellen (2019 – bis Mitte 2020 Seepark Quartier und Mitte 2020 – 2021 Quartier um Seebogen) von Anfang an Alternativen zum persönlichen PKW aufzuzeigen und das Verständnis zu fördern den öffentlichen Raum als für den Menschen nutzbare Fläche zu verstehen und auch in Zukunft von ruhenden und fließenden Individualverkehr freizuhalten.

Mit der personalisierten Mobilitätsaktion in der Seestadt werden die folgenden Ziele verfolgt:

  • Vermittlung des Mobilitätskonzepts der Seestadt Aspern.
  • Aktivieren der neuen BewohnerInnen zu aktiver, gesunder und sicherer Mobilität und Nutzung des öffentlichen Verkehrs.
  • Förderung der Akzeptanz, Wertschätzung und nachhaltigen Sicherung weiter Teile des öffentlichen Raumes zur Nutzung als verkehrsberuhigte Bereiche für den nicht-motorisierten Verkehr.
  • Fördern des Community Building zwischen „alten“ und „neuen“ SeestädterInnen und der Integration zwischen alten und neuen Seestadtquartieren.

Zusatzerhebung zur Konsumerhebung (Zusatzerhebung)

Das Institut für Verkehrswesen wird bei der nächsten Konsumerhebung (2019/20) mit der Statistik Austria kooperieren, um bei einer Substichprobe von ca. 1000 Personen zusätzlich zu den Konsumausgaben auch die Zeitnutzung und das Mobilitätsverhalten über eine Woche zu erfassen. Im Rahmen der Erhebung wird auch der Aktivitätslevel der Probanden detailliert erfasst. Zu diesem Zweck wird das Tagebuch und der Personenfragebogen entsprechend angepasst.