Unser Leitbild

„Die Abfallwirtschaft ist an der Natur und am Menschen auszurichten“

Klimawandel, Wasser- und Bodenbelastungen, sowie steigender Konsum und damit einhergehende Rohstoffverknappung bewirken lokale und globale Umweltveränderungen. Diesen müssen wir mit einer umsichtigen Nutzung unserer Ressourcen und einer vorsorgenden Abfallwirtschaft begegnen. Nachhaltige Lösungen in der Abfallwirtschaft erfordern eine interdisziplinäre, systemische Betrachtung über den gesamten Lebensweg unserer Produkte.

Entsprechend dem Drei-Säulen-Prinzip der BOKU (Verbindung von Technik, Naturwissenschaften und Wirtschafts-, Sozial- und Rechtwissenschaften) entwickeln wir innovative Konzepte, Methoden und Verfahre

• zur Planung und Evaluierung von Abfallvermeidungsmaßnahmen,
• zur Schließung von natürlichen und anthropogenen Stoffkreisläufen,
• zur emissionsarmen Abfallbehandlung sowie
• zur Nachsorge und Monitoring von Deponien und Altablagerungen.

Die weltweite Verflechtung von Wirtschaft und Stoffströmen erfordert es, Abfallströme in einem umfassenden Zusammenhang zu analysieren und länderübergreifend Lösungen zu finden.

Dies ist nur in einem globalen Ansatz möglich. Unter "global" verstehen wir nicht ausschließlich den geographischen Aspekt, sondern vielmehr eine umfassende wissenschaftliche Herangehensweise an aktuelle abfallwirtschaftliche Problemstellungen, in welcher technische, ökologische sowie sozio-ökonomische Ansätze vereint werden. Unterschiedliche Methoden der Nachhaltigkeitsbewertung werden dabei zur Unterstützung von Entscheidungsprozessen herangezogen.

Neueste SCI Publikationen

Neueste Projekte

Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2019-12-01 - 2020-03-31

Im 2017 abgeschlossenen Forschungsprojekt „Erstellung eines Leitfadens für die Durchführung von Restmüll – Sortieranalysen“ wurde erstmals eine österreichweit verbindliche Methodik festgelegt, die abfallwirtschaftliche, abfalltechnische und statistische Kriterien erfüllt. Die Methodenentwicklung erfolgte durch das Institut für Abfallwirtschaft (Beigl et al., 2017). Auf Basis dieser Vorgaben wurden 2018/19 in allen österreichischen Bundesländern Restmüll-Sortieranalysen durchgeführt. Damit steht in Österreich erstmals eine bundesweit einheitliche Datenbasis für die kommunale Abfallzusammensetzung zur Verfügung, die genaue Vergleiche nach Sammelsystemen sowie nach demographischer und siedlungsstruktureller, regionaler Charakteristik ermöglicht. Bisherige Abfallanalysen auf Landesebene waren neben mangelnden Standards und unterschiedlichen Fragestellungen, vor allem durch die geringe Probenmasse, somit der geringen Aussagekraft der Ergebnisse limitiert. Die Wirksamkeit von abfallwirtschaftlicher Sammelsystemgestaltung sowie weiterer Maßnahmen war damit oft nicht möglich. Eine durchgeführte bundesweite Kampagne ermöglicht es, auf Basis einer vielfach höheren Probenmasse bzw. -anzahl, sowie der bundesweit größeren Heterogenität der Systemgestaltung deutlich genauere Aussagen zu treffen, ob z.B. bestimmte Sammelsysteme effizienter als andere sind. Forschungsziel Basierend auf der 2017 vom Institut für Abfallwirtschaft ausgearbeiteten, einheitlichen Methodik sollen im vorliegenden Forschungsprojekt erstmalig die Ergebnisse von Sortieranalysen aller Bundesländer - im Sinne der Restmüllzusammensetzung – auf Bundesebene zusammengeführt und ausgewertet werden. Bislang wurden Sortieranalysen nur auf Bundeslandebene durchgeführt und ausgewertet, womit eine Vergleichbarkeit aufgrund bisher unterschiedlicher methodischer Herangehensweisen nur bedingt möglich war. Nun sollen erstmals bundesweit einheitliche, sozio-ökonomische Faktoren als auch der Einfluss von Anhaftungen auf Verpackungsmaterialien (Brutto-/ Nettoverpackungsanteile) bei der Auswertung der Analyseergebnisse berücksichtigt werden. Das vorliegende Forschungsprojekt leistet somit einen wesentlichen Beitrag zur Bereitstellung fundierter, abfallwirtschaftlicher Grundlagendaten für die Planung zukünftiger Maßnahmen und ermöglicht darüber hinaus die empirische Evaluierung der 2017 entwickelten Methodik.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2019-12-01 - 2020-10-31

Die Sammelmenge an biogenen Abfällen in Oberösterreich soll durch geeignete Maßnahmen bis zum Jahr 2021 landesweit von derzeit rund 71.400 Tonnen auf 100.000 Tonnen erhöht werden. Zu diesem Zweck soll mitunter die Anzahl der an die Biotonnensammlung angeschlossenen Haushalte von derzeit rund 59% auf 70% erhöht werden. Damit soll einerseits der Anteil biogener Abfälle im Restabfall möglichst stark reduziert werden (Oö. Landesabfallwirtschaftsplan 2017), andererseits sollen die Sammelmengen für die biologische Verwertung gesteigert werden. Bestehende Methodenvorschriften zur Analyse der Bioabfallzusammensetzung, allen voran jene der Bundesgütegemeinschaft Kompost e.V. zur Chargen- und Gebietsanalyse (BGK, 2018a ; BGK, 2018b ), geben keine Anhaltspunkte, welche Genauigkeit einer Fraktion (z.B. Störstoffe) mit einer bestimmten Probenmasse (bzw. -anzahl) erreichbar ist. Vice versa ist die erforderliche Probenmasse bei einer einzuhaltenden Genauigkeit nicht ermittelbar. Auf dieser Basis ist nicht einschätzbar, welche Aussagekraft bzw. Unsicherheiten z.B. Bioabfallanalysen zur Störstoffbestimmung mit z.B. Probenmasse von 50, 500 oder 2000 Kilogramm Probenmasse aufweisen. Sowohl für Betreiber von Kompost- oder Biogasanlagen als auch für Kommunen und andere abfallwirtschaftliche Akteure besteht Bedarf an einheitlichen und – im Sinne von Aufwand (v.a. Probenanzahl, und -masse) und Informationsgewinn (Genauigkeit) – effizienten Analysevorschriften. Im Zuge des Projekts soll eine geeignete Methodik für die Planung und Durchführung von Störstoffanalysen in der Biotonnensammlung entwickelt werden. Entsprechende Planungsparameter wie die Wahl des Untersuchungsgebiets, die Festlegung der erforderlichen Probenmasse und -anzahl sowie Stichprobeneinheit, die Wahl der Zugriffsebene (Sammelbehältnis, Sammelfahrzeug) sowie die Unterteilung der Grundgesamtheit in Schichten sollen mittels eines Pretests evaluiert werden. Basierend auf den Ergebnissen soll in weiterer Folge ein Leitfaden ausgearbeitet werden, der für AnwenderInnen des Landes und der Bezirksabfallverbände eine fundierte, einheitliche Grundlage für die Durchführung zukünftiger Bioabfallanalysen bietet.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2019-10-01 - 2021-02-28

Im Zuge der aktuellen Diskussion über „Mikroplastik“ wächst auch das Interesse an „Biokunststoffen“. Als Biokunststoffe werden einerseits Kunststoffe aus nach-wachsenden Rohstoffen (Substitution von Mineralöl) und/oder andererseits biologisch abbaubare Kunststoffe bezeichnet. Vor allem bei der Bioabfallsammlung könnten abbaubare Kunststoffe als Vorsammelhilfen „nutzbringend“ eingesetzt werden, da diese den Transfer zu den Sammelstellen (Biotonne im Haus oder bei einer Sammelinsel) erleichtern und benutzerfreundlicher machen. Mit der Einführung von abbaubaren Vorsammelhilfen könnte daher die Akzeptanz der Bevölkerung gesteigert und damit die Menge an sortenrein gesammelten biogenen Abfällen erhöht werden. Abbaubare Vorsammelhilfen sollen daher in mehreren Niederösterreichischen Abfallverbänden eingesetzt werden. Im Rahmen der gegenständlichen Untersuchung werden zum einen gemeinsam mit Landwirtschaftsschulen in NÖ in Feldversuchen die „Heimkompostierbarkeit“ der Vorsammelhilfen unter definierten Praxisbedingungen getestet, da bei der Heimkompostierung meist deutlich ungünstigere Abbaubedingungen (geringere Temperaturen, kein Umsetzen, keine Steuerung der Rotte) als in der technischen Kompostierung herrschen. Zum anderen soll gemeinsam mit SchülerInnen der Landwirtschaftsschulen eine Meinungsumfrage zu Erfahrungen der Bevölkerung mit den derzeit in Niederösterreich eingesetzten abbaubaren Vorsammelhilfen hinsichtlich Akzeptanz, Praxiseinsatz bei der (Vor-)Sammlung und der Heimkompostierung durchgeführt werden. Versuchsdesign, -planung (wie Erstellung des Interviewleitfadens, Fragebögen) und Auswertung der Ergebnisse erfolgt durch das ABF-BOKU.

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