Unser Leitbild

„Die Abfallwirtschaft ist an der Natur und am Menschen auszurichten“

Klimawandel, Wasser- und Bodenbelastungen, sowie steigender Konsum und damit einhergehende Rohstoffverknappung bewirken lokale und globale Umweltveränderungen. Diesen müssen wir mit einer umsichtigen Nutzung unserer Ressourcen und einer vorsorgenden Abfallwirtschaft begegnen. Nachhaltige Lösungen in der Abfallwirtschaft erfordern eine interdisziplinäre, systemische Betrachtung über den gesamten Lebensweg unserer Produkte.

Entsprechend dem Drei-Säulen-Prinzip der BOKU (Verbindung von Technik, Naturwissenschaften und Wirtschafts-, Sozial- und Rechtwissenschaften) entwickeln wir innovative Konzepte, Methoden und Verfahre

• zur Planung und Evaluierung von Abfallvermeidungsmaßnahmen,

• zur Schließung von natürlichen und anthropogenen Stoffkreisläufen,

• zur emissionsarmen Abfallbehandlung sowie

• zur Nachsorge und Monitoring von Deponien und Altablagerungen.

Die weltweite Verflechtung von Wirtschaft und Stoffströmen erfordert es, Abfallströme in einem umfassenden Zusammenhang zu analysieren und länderübergreifend Lösungen zu finden.

Dies ist nur in einem globalen Ansatz möglich. Unter "global" verstehen wir nicht ausschließlich den geographischen Aspekt, sondern vielmehr eine umfassende wissenschaftliche Herangehensweise an aktuelle abfallwirtschaftliche Problemstellungen, in welcher technische, ökologische sowie sozio-ökonomische Ansätze vereint werden. Unterschiedliche Methoden der Nachhaltigkeitsbewertung werden dabei zur Unterstützung von Entscheidungsprozessen herangezogen.

Neueste SCI Publikationen

Neueste Projekte

Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2019-10-01 - 2021-02-28

Im Zuge der aktuellen Diskussion über „Mikroplastik“ wächst auch das Interesse an „Biokunststoffen“. Als Biokunststoffe werden einerseits Kunststoffe aus nach-wachsenden Rohstoffen (Substitution von Mineralöl) und/oder andererseits biologisch abbaubare Kunststoffe bezeichnet. Vor allem bei der Bioabfallsammlung könnten abbaubare Kunststoffe als Vorsammelhilfen „nutzbringend“ eingesetzt werden, da diese den Transfer zu den Sammelstellen (Biotonne im Haus oder bei einer Sammelinsel) erleichtern und benutzerfreundlicher machen. Mit der Einführung von abbaubaren Vorsammelhilfen könnte daher die Akzeptanz der Bevölkerung gesteigert und damit die Menge an sortenrein gesammelten biogenen Abfällen erhöht werden. Abbaubare Vorsammelhilfen sollen daher in mehreren Niederösterreichischen Abfallverbänden eingesetzt werden. Im Rahmen der gegenständlichen Untersuchung werden zum einen gemeinsam mit Landwirtschaftsschulen in NÖ in Feldversuchen die „Heimkompostierbarkeit“ der Vorsammelhilfen unter definierten Praxisbedingungen getestet, da bei der Heimkompostierung meist deutlich ungünstigere Abbaubedingungen (geringere Temperaturen, kein Umsetzen, keine Steuerung der Rotte) als in der technischen Kompostierung herrschen. Zum anderen soll gemeinsam mit SchülerInnen der Landwirtschaftsschulen eine Meinungsumfrage zu Erfahrungen der Bevölkerung mit den derzeit in Niederösterreich eingesetzten abbaubaren Vorsammelhilfen hinsichtlich Akzeptanz, Praxiseinsatz bei der (Vor-)Sammlung und der Heimkompostierung durchgeführt werden. Versuchsdesign, -planung (wie Erstellung des Interviewleitfadens, Fragebögen) und Auswertung der Ergebnisse erfolgt durch das ABF-BOKU.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2019-07-01 - 2019-12-31

Ziel der Studie ist die Darstellung der Möglichkeiten zur Erreichung der EU-Erfassungsziele mit besonderer Berücksichtigung eines Pfandsystems für Getränkeflaschengebinde aus Kunststoffen in Österreich. Dazu werden verschiedene Ausgestaltungsoptionen analysiert und bewertet - im Detail beschrieben werden potentielle Auswirkungen auf die Sammel- und Recycling-quote, ökonomische und ökologische Veränderungen sowie Synergien mit Mehrwegsystemen. Aufbauend auf der Ist-Situation werden die grundsätzlichen Möglichkeiten zur Erreichung der für 2029 geforderten Sammelquoten dargestellt und beleuchtet. Dazu werden Optionen beschrieben und hinsichtlich folgender Kriterien evaluiert: • Realisierbarkeit - Umsetzungsmöglichkeiten • Wahrscheinlichkeit der Zielerreichung – Möglichkeiten, Risiken und Grenzen • volkswirtschaftlicher, ökologischer und externer Effekte • Auswirkungen auf Littering • Auswirkungen auf Mehrweg
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2019-06-01 - 2019-09-30

Am 21.12.2018 wurden die Richtlinie zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen, die Richtlinie Energieeffizienz und die Governance-Verordnung im Amtsblatt der EU veröffentlicht. Die Mitgliedstaaten sollen demnach sicherstellen, dass der Anteil von Energie aus erneuerbaren Quellen am Bruttoendenergieverbrauch der Union im Jahr 2030 mindestens 32 % beträgt. Für Österreich ist der Zielwert für den Anteil von Energie aus erneuerbaren Quellen am Bruttoendenergieverbrauch im Jahr 2020 bereits 34%. Das entspricht dem dritthöchsten Ziel nach Schweden (49%) und Finnland (38%). In der Richtlinie zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen werden Kriterien für die Nachhaltigkeit und für Treibhausgaseinsparungen für Biokraftstoffe, flüssige Biobrennstoffe und Biomasse-Brennstoffe vorgeschrieben (Artikel 10). Der Einsatz von Biomethan zur Einspeisung in das Erdgasnetz (Biogas) aus dem Klärschlamm bedeutet aber vor allem aufgrund der gegebenen Berechnungsvoraussetzungen (die Treibhausgaseinsparungen von Abfällen und Reststoffen werden bis zur Sammlung dieser Materialien mit null angesetzt) ebenfalls eine große Minderung treibhauswirksamer Gase im Vergleich zu fossilen Brennstoffen. Es wird erstmals eine umfassende Treibhausgas-Bilanz für ein Biomethan zur Einspeisung in das Erdgasnetz (Biogas) durch die Nutzung des Klärschlammes der Biogas-Anlage Wiener Neustadt Süd unter Berücksichtigung der vorgegebenen Methode im Anhang VI/B der Richtlinie zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen durchgeführt. In einem zweiten Schritt werden die Treibhausgaseinsparungen durch Gegenüberstellung mit fossilen Energieträgern analysiert. Die Ergebnisse können gegebenenfalls auf andere österreichische Anlagen übertragen werden.

Betreute Hochschulschriften