Forschung

Entsprechend dem Drei-Säulen-Prinzip der BOKU (Verbindung von Technik, Naturwissenschaften und Wirtschafts-, Sozial- und Rechtwissenschaften) entwickeln wir innovative Konzepte, Methoden und Verfahren

• zur Planung und Evaluierung von Abfallvermeidungsmaßnahmen,
• zur Schließung von natürlichen und anthropogenen Stoffkreisläufen,
• zur emissionsarmen Abfallbehandlung sowie
• zur Nachsorge und Monitoring von Deponien und Altablagerungen.

Die weltweite Verflechtung von Wirtschaft und Stoffströmen erfordert es, Abfallströme in einem umfassenden Zusammenhang zu analysieren und länderübergreifend Lösungen zu finden.

Unsere aktuellen Forschungsbereiche sind:

Neueste SCI Publikationen

Neueste Projekte

Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2020-11-01 - 2023-10-31

Das Projekt "SafeLiBatt" hat zum Ziel, eine wissenschaftliche Grundlage für die sichere und nachhaltige Entwicklung und Nutzung von Second-Life-Lithium-Ionen-Batterien (2ndL-LIBs) zu schaffen. In den nächsten Jahren ist weltweit mit einem enormen Anstieg an 2ndL-LIBs zu rechnen, die vorwiegend aus Elektrofahrzeugen stammen. In weiterer Folge ergeben sich daraus alternative bzw. sekundäre Märkte mit sehr hohem Potential, wie z.B. die Wiederverwendung in Privathaushalten, für Wohn-, Verteilungs- oder „Off-Grid-“ Systeme. Um die Marktakzeptanz für 2ndL-LIBs zu erhöhen, müssen potenzielle Risiko- und Sicherheitsfragen bewertet und eine nachhaltige Verwendung gewährleistet werden. Die sichere Verwendung von 2ndL-LIBs ist daher von wesentlicher Bedeutung, um Anwendungen zur Wiederverwendung zu fördern und negative Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesellschaft zu vermeiden. Schlüsselfaktoren sind technische Leistungsstandards, Batteriehaftung, verbesserte Sicherheit am Arbeitsplatz und in der Industrie sowie Nachhaltigkeitsaspekte. Das Projekt "SafeLiBatt" ist nach Standards für Risikobewertungsprozessen (z.B. ISO 31000) strukturiert und besteht aus einem analytisch/empirischen Teil (in den Arbeitspaketen WP2 bis WP5) und einem integrativen Teil (WP6: integratives Risikomanagement und Risikosteuerung). In WP2 werden neue Lithiumzellen und künstlich gealterte Zellen auf ihr Ausbreitungsverhalten bei einem „Thermal Runaway“ getestet. Die Ergebnisse werden dann in WP3 ausgewertet, um die Risiken zu bestimmen, die sich aus der Freisetzung von toxischen Gasen und Substanzen bei Unfällen ergeben. In WP4 wird der Umweltnutzen für Anwendungen im 2ndL-Bereich mit Hilfe einer LCA (Life Cycle Assessment) quantifiziert. Sozioökonomische Auswirkungen und Sicherheitsaspekte entlang der gesamten Wertschöpfungskette werden in WP5 durch Analysen zur Markt- und Technologieakzeptanz und durch die Einbeziehung von Interessengruppen mittels Experteninterviews bewertet. In WP6 werden Workshops für die Bewertung der Projektergebnisse durchgeführt. Schließlich zielt WP6 darauf ab, die Ergebnisse der in WP2-5 gewonnenen empirischen Erkenntnisse zu integrieren, diese Erkenntnisse in Form von Formaten für die öffentliche Verbreitung zu übersetzen (unter Verwendung bestehender Multiplikatoren wie "NanoTrust") und eine solide Grundlage für die Formulierung von Sicherheitsrichtlinien zu schaffen. Schließlich wird das Projekt Empfehlungen für die sichere Nutzung von 2ndL-Anwendungen geben (d.h. Sicherheitskriterien für UN-, OECD- und ISO-Normen usw.).
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2020-10-01 - 2021-04-30

Österreich muss bei der Vermeidung von Plastikmüll eine EU-Vorgabe erfüllen. Diese EU-Richtlinie zu Single-Use-Plastic sieht vor, dass Getränkeflaschen aus Kunststoff, von denen in Österreich gegenwärtig 1,6 Milliarden jährlich in Verkehr gesetzt werden, bis zum Jahr 2025 zu zumindest 77 und bis zum Jahr 2029 zu zumindest 90 Prozent getrennt gesammelt und auch recycelt werden müssen. Aktuell beträgt die Sammelquote in Österreich noch 70 Prozent. Ein Pfandsystem würde die Lücke am effizientesten schließen, ergab die Anfang 2020 publizierte Studie „Möglichkeiten zur Umsetzung der EU-Vorgaben betreffend Getränkegebinde, Pfandsysteme und Mehrweg“. Die bequeme und zugängliche Rückgabemöglichkeit wird als ein relevantes Element eines modernen Einwegpfandsystems gesehen. Leitendes Prinzip zur Rücknahme in den meisten bestehenden Einweg-Pfandsystemen ist „return at retail“, d.h. die Rücknahme durch den Handel. Neben der Rückgabe beim Handel besteht die Möglichkeit der Rückgabe bei dezentralen Rückgabestellen. Ziele des Vorhabens umfassen die Beurteilung der Auswirkungen der Einführung eines Pfandsystems für Getränkegebinde in Österreich erstens ohne Einbindung von Altstoffsammelzentren (ASZ) (als „Null-Variante“) und zweitens mit Einbindung von oberösterreichischen Altsammelzentren als Rücknahmestellen für Getränkegebinde (als „ASZ-Variante“), wobei festgelegte Vergleichskriterien, mögliche, äußere Einflüsse und Gestaltungselemente im Falle der ASZ-Einbindung zu berücksichtigen sind.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2020-07-01 - 2023-06-30

Trotz des fortgeschrittenen Abfallmanagements in der EU und der damit verbundenen ehrgeizigen Recycling-Ziele weisen Studien und Beobachtungen auf das Vorhandensein von Verschmutzung durch Kunststoffe und Mikrokunststoffe in den Flüssen Mitteleuropas hin. Aus Sicht der Wasserqualität ist es eine Herausforderung, diese neue Bedrohung zu verhindern. Dennoch gibt es derzeit noch nicht einmal Standardmethoden und konsistente Daten über die Verschmutzung der Flüsse im Donauraum durch Kunststoffe, die zu harmonisierten Maßnahmen der Wasserwirtschaftsbehörden beitragen und eine Zusammenarbeit mit anderen Sektoren ermöglichen würden, die zur Eindämmung der Verschmutzung erforderlich ist. Das Hauptziel des Projekts besteht darin, eine Reihe von integrierten Maßnahmen zu entwickeln und in Gang zu setzen, relevante Interessenvertreter zu konsultieren und ihnen Instrumente zur Verfügung zu stellen und eine langfristige grenzüberschreitende und sektorübergreifende Zusammenarbeit einzuleiten, um die plastische Verschmutzung von Gewässern zu beseitigen. Um dieses Ziel zu erreichen, arbeitet das Projekt mit einer Liste verschiedener Instrumente, darunter wissenschaftliche Maßnahmen zur Standardisierung von Methoden zur Schätzung des Ausmaßes der Verschmutzung, Expeditionen vor Ort zur Identifizierung und Säuberung verschmutzter Gebiete und Quellen sowie Bildungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen zur Abfallvermeidung und zur Verringerung der Verwendung von Einwegverpackungsmaterialien. Die Neuheit des Projekts besteht darin, dass es für ein breites Spektrum von Interessengruppen Informationen über die Verschmutzung durch Kunststoffe sammelt und austauscht, Instrumente, Daten und Methoden zum Verständnis der Quellen, der Art und der Risiken von Verschmutzungsströmen bereitstellt und praktische Beispiele für mögliche Maßnahmen und Vorschriften sowohl auf lokaler als auch auf regionaler Ebene liefert. Der Hauptschwerpunkt des Projekts besteht darin, alle notwendigen Informationen zu sammeln, sie mit den relevanten Akteuren zu teilen und ihnen praktische Werkzeuge an die Hand zu geben, um aktive, kooperierende Gemeinschaften im Kampf gegen die Verschmutzung des Donaubeckens durch Kunststoffabfälle zu schaffen und zur Arbeit der Wasserbehörden zur Erhaltung der guten Wasserqualität beizutragen.

Betreute Hochschulschriften