Forschung

Entsprechend dem Drei-Säulen-Prinzip der BOKU (Verbindung von Technik, Naturwissenschaften und Wirtschafts-, Sozial- und Rechtwissenschaften) entwickeln wir innovative Konzepte, Methoden und Verfahren

• zur Planung und Evaluierung von Abfallvermeidungsmaßnahmen,
• zur Schließung von natürlichen und anthropogenen Stoffkreisläufen,
• zur emissionsarmen Abfallbehandlung sowie
• zur Nachsorge und Monitoring von Deponien und Altablagerungen.

Die weltweite Verflechtung von Wirtschaft und Stoffströmen erfordert es, Abfallströme in einem umfassenden Zusammenhang zu analysieren und länderübergreifend Lösungen zu finden.

Unsere aktuellen Forschungsbereiche sind:

Neueste SCI Publikationen

Neueste Projekte

Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2021-02-15 - 2021-11-14

Bei Betrachtung des Aufkommens von vermeidbaren Lebensmittelabfällen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zeigt sich, dass besonders auf Ebene der Konsumenten großes Vermeidungspotential vorhanden ist. Die Umsetzung von Lebensmittelabfallvermeidungs-Maßnahmen in Haushalten hat sich bislang als schwierig erwiesen. So zeigen die Ergebnisse der letzten Restmüllsortieranalyse trotz intensiver Maßnahmen (u.a. ORF Schwerpunkt zum Thema) noch keine sichtbaren Erfolge. Die Gründe für das Aufkommen von Lebensmittelabfällen können sowohl mit der persönlichen Lebenssituation und soziodemographischen Einflussfaktoren in Zusammenhang stehen als auch mit Einstellungen, Gewohnheiten und Wissen in Verbindung gebracht werden. Aus diesen Gründen ist es besonders schwierig ansprechende Maßnahmen zu entwickeln, welche auch aufgegriffen und umgesetzt werden. Vom Naturhistorischen Museum in Wien wird aktuell eine Sonderausstellung zum Thema „Ablaufdatum – Wenn aus Lebensmitteln Müll wird“ vorbereitet. In 6 Sälen wird man sich bis Mai 2021 umfassend diesem Thema widmen und mittels unterschiedlicher Konzepte auf das Thema aufmerksam machen. Diese einmalige Möglichkeit soll nun im Rahmen dieses Forschungsprojektes genutzt werden, um mehr über die Wünsche und Bedürfnisse der Besucher*innen hinsichtlich zielgenauer Information und Bewusstseinsbildung zum Thema Lebensmittelabfallvermeidung zu erfahren und so für die Zukunft ansprechende Maßnahmen und Informationen entwickeln zu können.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2020-11-01 - 2023-10-31

Lithium-Ionen-Batterien (LIBs) spielen eine wesentliche Rolle in der aktuellen Diskussion um die Energiewende zur Reduzierung des Einsatzes fossiler Brennstoffe. So wird der LIB-Einsatz in diversen Anwendungen, wie Elektronik, E-Mobilität oder stationäre Speichersysteme, stark zunehmen. Vor allem im Bereich der E-Mobilität wird eine starke Zunahme von E-Fahrzeugen dazu führen, dass Terawatt-Stunden an Batterien zur Verfügung stehen, die aufgrund ihrer Abnützung nicht mehr den technischen Erfordernissen für E-Fahrzeuge erfüllen. Werden solche First-Life-Batterien (1stL-LIBs) ausgetauscht, können sie in alternativen Anwendungen (z.B. Energiespeicher) eingesetzt werden. Solche Second-Use-Anwendungen gewinnen weltweit an Interesse und spielen hinsichtlich Nachhaltigkeit von LIBs eine entscheidende Rolle. 1stL-LIBs aus beispielsweise E-Fahrzeugen sind jedoch extremen Betriebstemperaturen, hunderten von Teilzyklen pro Jahr, Lade- und Entladeraten ausgesetzt und nehmen so während ihrer 1. Lebensdauer an Leistung ab. Durch Beschädigungen können LIBs ausgasen, in Brand geraten oder sogar explodieren. Dieses Phänomen wird als thermisches Durchgehen bezeichnet. Über die Sicherheit von Second-Use-Anwendungen bzw. das thermische Durchgehen von 2ndL-LIBs ist derzeit noch wenig bekannt. Im Projekt SafeLiBatt werden daher Sicherheitsrichtlinien für 1stL- und 2ndL-LIBs näher ausgearbeitet, wobei integrative Methoden zum Risikomanagement angewandt werden. In Laborversuchen werden durch die deutsche Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) sowie vom französischen Institut National de l'Environnement Industriel et des Risques (INERIS) neue und gebrauchte LIBs (auf Zellebene) auf ein thermisches Durchgehen getestet und zusätzlich die Freisetzung toxischer Gase und Substanzen analysiert. Ein Fokus liegt dabei auf dem unterschiedlichen Verhalten von 1stL- und 2ndL-LIBs. Ziel ist es, sicherheitsrelevante Informationen zu sammeln, um daraus Vorsichtsmaßnahmen für Ersthelfer (Feuerwehr, Rettung, Polizei) bei Notfällen bzw. Unfällen abzuleiten. Darüber hinaus werden die österreichischen Projektpartner BOKU Wien, Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und Brimatech Services GmbH eine integrierte Risikoanalyse durchführen. Eine Lebenszyklusanalyse (LCA) soll die Umweltvorteile, insbesondere durch die Verlängerung der Batterien-Lebensdauer, quantifizieren. Zusätzlich werden die aus den Labortests gewonnenen Primärdaten zu Emissionen während des thermischen Durchgehens in die LCA integriert, um mögliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und Umwelt bewerten zu können. Darüber hinaus werden die ökonomischen und sozialen Auswirkungen von LIBs untersucht, wobei vor allem die allgemeine Akzeptanz sowie wahrgenommenen Treiber, Chancen und Hindernisse von Second-Use-Anwendungen erhoben werden. Dafür werden Literaturrecherchen, qualitative Interviews mit Stakeholdern des LIB-Wertschöpfungsnetzwerks sowie Workshops durchgeführt. Mit Hilfe von partizipativen Verfahren können auch verschiedene Aspekte rund um die Themen Arbeitssicherheit, Safe-by-Design und Design-for-Reuse diskutiert werden. Aus den Projektergebnissen werden schlussendlich Handlungsempfehlungen für die sichere Entwicklung und Nutzung von 1stL- und 2ndL-LIBs abgeleitet. Zudem sollen die Projektergebnisse in internationale und nationale Normungsgremien zur Standardisierung der Sicherheitsrichtlinien eingebracht werden.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2020-10-01 - 2021-04-30

Österreich muss bei der Vermeidung von Plastikmüll eine EU-Vorgabe erfüllen. Diese EU-Richtlinie zu Single-Use-Plastic sieht vor, dass Getränkeflaschen aus Kunststoff, von denen in Österreich gegenwärtig 1,6 Milliarden jährlich in Verkehr gesetzt werden, bis zum Jahr 2025 zu zumindest 77 und bis zum Jahr 2029 zu zumindest 90 Prozent getrennt gesammelt und auch recycelt werden müssen. Aktuell beträgt die Sammelquote in Österreich noch 70 Prozent. Ein Pfandsystem würde die Lücke am effizientesten schließen, ergab die Anfang 2020 publizierte Studie „Möglichkeiten zur Umsetzung der EU-Vorgaben betreffend Getränkegebinde, Pfandsysteme und Mehrweg“. Die bequeme und zugängliche Rückgabemöglichkeit wird als ein relevantes Element eines modernen Einwegpfandsystems gesehen. Leitendes Prinzip zur Rücknahme in den meisten bestehenden Einweg-Pfandsystemen ist „return at retail“, d.h. die Rücknahme durch den Handel. Neben der Rückgabe beim Handel besteht die Möglichkeit der Rückgabe bei dezentralen Rückgabestellen. Ziele des Vorhabens umfassen die Beurteilung der Auswirkungen der Einführung eines Pfandsystems für Getränkegebinde in Österreich erstens ohne Einbindung von Altstoffsammelzentren (ASZ) (als „Null-Variante“) und zweitens mit Einbindung von oberösterreichischen Altsammelzentren als Rücknahmestellen für Getränkegebinde (als „ASZ-Variante“), wobei festgelegte Vergleichskriterien, mögliche, äußere Einflüsse und Gestaltungselemente im Falle der ASZ-Einbindung zu berücksichtigen sind.

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