Forschung

Entsprechend dem Drei-Säulen-Prinzip der BOKU (Verbindung von Technik, Naturwissenschaften und Wirtschafts-, Sozial- und Rechtwissenschaften) entwickeln wir innovative Konzepte, Methoden und Verfahren

• zur Planung und Evaluierung von Abfallvermeidungsmaßnahmen,
• zur Schließung von natürlichen und anthropogenen Stoffkreisläufen,
• zur emissionsarmen Abfallbehandlung sowie
• zur Nachsorge und Monitoring von Deponien und Altablagerungen.

Die weltweite Verflechtung von Wirtschaft und Stoffströmen erfordert es, Abfallströme in einem umfassenden Zusammenhang zu analysieren und länderübergreifend Lösungen zu finden.

Unsere aktuellen Forschungsbereiche sind:

Neueste SCI Publikationen

Neueste Projekte

Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2022-01-01 - 2023-12-31

Das Projekt schließt an den großen Erfolg, der im Naturhistorischen Museum durchgeführten Ausstellung „Ablaufdatum-Wenn aus Lebensmitteln Müll wird“ an und soll über die Vermeidung von Lebensmittelabfällen im Rahmen einer Wanderausstellung interessierte KonsumentInnen in ganz Österreich erreichen. Der Fokus der Projektpartner (Institut für Abfallwirtschaft, Wiener Tafel und Naturhistorisches Museum) liegt dabei zunächst beim Erreichen von Schulen um das Potential der Multiplikatorwirkung (LehrerInnen-Schüler-Familie) voll auszuschöpfen. Bereits bestehende Materialien aller Projektpartner werden aktualisiert und als neues Gesamtkonzept tauglich für die Nutzung in einer Wanderausstellung gemacht. An mindestens 10 verschiedenen Orten in ganz Österreich wird diese dann aufgebaut, evaluiert und innerhalb von einem Jahr für die nachfolgende möglichst betreuungsfreie Nutzung perfektioniert. Ziel ist die dauerhafte Bereitstellung der Wanderausstellung für Interessenten. Mehr Wissen über den Umgang mit Lebensmitteln und über die Auswirkungen von Lebensmittelabfällen führt nachweislich zu einer Reduktion eben dieser. Der Wissensgewinn der Konsumentinnen wird mit der Hilfe von Befragungen vor und nach dem Besuch der Ausstellung gemessen. Die Projektpartner stellen sicher, dass die Materialien auch nach Projektende weiter genutzt werden können
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2021-12-01 - 2022-07-31

Die europäische SUP bzw. "Single Use Plastics(Einwegkunststoff)"-Richtlinie (RL 2019/904/EU) zielt darauf ab die Auswirkungen bestimmter Kunststoffprodukte auf die Umwelt, insbesondere die Meeresumwelt, und die menschliche Gesundheit zu vermeiden und zu vermindern. Neben Verbrauchsminderung, Beschränkung des Inverkehrbringens, spezifischen Produktanforderungen und Kennzeichnungsvorschriften soll über dieses Ziel über eine erweiterte Herstellerverantwortung erreicht werden. Laut Art. 8 SUP-RL sollen in Zukunft die Hersteller der in Anhang Teil E spezifizierten Produkte die Kosten der Sammlung in öffentlichen Sammelsystemen, von Reinigungsaktionen und von Sensibilisierungsmaßnahmen im Rahmen der Produzentenverantwortlichkeit tragen. Diesbezüglich ist ein bundesweites Berichterstattungssystem einzurichten, wobei für Tabakprodukte eine jährliche Berichtspflicht lt. Art. 13 SUP-RL, besteht. Für die Sammlung in öffentlichen Behältern (z.B. öffentliche Abfallbehälter für Restmüll sowie für Zigarettenstummel auf öffentlichen Straßen und Wegen, bei Stationen von öffentlichen Verkehrsmitteln, Parkplätzen, Parks, Naturreservaten, Nationalparks und Naherholungsgebiete) und bei Reinigungsaktionen (von oder im Auftrag von Behörden durchgeführt, z.B. mittels maschineller oder händischer Straßenkehrung und Flurreinigungsaktionen) sind Erhebungen und Analysen durchzuführen, die es erlauben sollen, die Kostenanteile von relevanten und sonstigen Litteringabfällen zu bestimmen. Bisherige Litteringanalysen in Österreich wurden (u.a. mangels bestehender Methoden und Standards) mit unterschiedlichen Zielsetzungen (z.B. fokussierte Litteringabfälle), unterschiedlichen Systemgrenzen (z.B. Hotspots vs. flächendeckende Erhebungen, einmalige vs. wiederholte Analysen) und unterschiedlicher Sortiertiefe inkl. Merkmalen (z.B. Marken der Hersteller) durchgeführt. Die Aussagekraft und der mögliche Beitrag solcher Analysen für eine Übertragung auf das bundesweite Aufkommen und dessen Zusammensetzung ist daher systematisch zu hinterfragen und im Idealfall anhand eines transparenten und nachvollziehbaren Bewertungsschemas zu beurteilen. Das Kernziel des Vorhabens ist die Entwicklung eines Analyseleitfadens für (im Sinne von Art. 8 SUP-RL) in öffentlichen Sammelsystemen entsorgte sowie gelitterte Abfälle, der auf Basis des Verhältnisses von Analyseaufwand und erzielbarer Genauigkeit effiziente, transparente und vergleichbare Erhebungen ermöglicht und den Ablauf der gesamten Untersuchung (inkl. Festlegung des Untersuchungsziels, Unterteilung und Schichtung der Grundgesamtheit, Planung und Durchführung von Analysen, Vorgaben für Sortierung und Dokumentation) konzise und klar darstellt.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2021-11-22 - 2022-06-21

Bisherige Abfallanalysen auf Landesebene waren neben mangelnden Standards und unterschiedlichen Fragestellungen, vor allem durch die geringe Probenmasse, und somit der geringen Aussagekraft der Ergebnisse limitiert. Die Wirksamkeit von abfallwirtschaftlicher Sammelsystemgestaltung sowie weiterer Maßnahmen war damit oft nicht möglich. Eine landesübergreifende Analyse ermöglicht es, auf Basis einer vielfach höheren Probenmasse bzw. -anzahl, sowie der bundesweit größeren Heterogenität der Systemgestaltung deutlich genauere Aussagen zu treffen, ob z.B. bestimmte Sammelsysteme effizienter als andere sind. Hauptziel des Vorhabens ist die Identifikation und Quantifizierung von Einflussfaktoren auf Massenanteile (Masse-%) bzw. die spezifische Masse (kg/Ew/a) von relevanten Abfallfraktionen im Restmüll, wobei jeweils Gruppen von Einzelproben gebildet werden, die nach einem Faktor oder einer Kombination von mehreren Faktoren auf Basis der nachfolgend genannten Faktoren gruppiert werden. Bei der Untersuchung der Faktoren ist insbesondere zwischen beeinflussbaren Faktoren mit Maßnahmenbezug (z.B. Sammelsysteme, Behältergrößen, Abfuhrintervalle) und nicht-beeinflussbaren Faktoren (z.B. Charakteristik von Liegenschaften und Regionen) zu unterscheiden. Die darauf aufbauende Quantifizierung des „Getrennterfassungspotentials“ verfolgt darüber hinaus das Ziel, Einflussfaktoren auf Getrennterfassungsquoten sowie Getrennterfassungspotentiale für Altstoffe (Altpapier und Kartonagen, Altglas, biogene Abfälle und Leicht- und Metallverpackungen) für oben genannte Faktoren bzw. Faktorkombinationen zu definieren, um Optimierungspotentiale im Sinne eines umfassenden, regionalen Benchmarkings aufzuzeigen. Die Ergebnisse sollen auch für die Ausrichtung künftiger Maßnahmenpakete (z.B. in Hinblick auf die zu erreichende Recyclingquote für Siedlungsabfälle in der Höhe von 55% bzw. 65% bis 2025 bzw. 2035) nutzbar sein. Begleitende Ziele, die im methodisch-inhaltlichen Verbund zu verfolgen sind, umfassen die Evaluierung und Umsetzung von Möglichkeiten zur Probenmassenreduktion durch angepasste, länderübergreifende Schichtung sowie die Evaluierung und Optimierung von Auswertungsmethoden.

Betreute Hochschulschriften