Forschung

Entsprechend dem Drei-Säulen-Prinzip der BOKU (Verbindung von Technik, Naturwissenschaften und Wirtschafts-, Sozial- und Rechtwissenschaften) entwickeln wir innovative Konzepte, Methoden und Verfahren

• zur Planung und Evaluierung von Abfallvermeidungsmaßnahmen,
• zur Schließung von natürlichen und anthropogenen Stoffkreisläufen,
• zur emissionsarmen Abfallbehandlung sowie
• zur Nachsorge und Monitoring von Deponien und Altablagerungen.

Die weltweite Verflechtung von Wirtschaft und Stoffströmen erfordert es, Abfallströme in einem umfassenden Zusammenhang zu analysieren und länderübergreifend Lösungen zu finden.

Unsere aktuellen Forschungsbereiche sind:

Neueste SCI Publikationen

Neueste Projekte

Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2020-07-01 - 2023-06-30

Trotz des fortgeschrittenen Abfallmanagements in der EU und der damit verbundenen ehrgeizigen Recycling-Ziele weisen Studien und Beobachtungen auf das Vorhandensein von Verschmutzung durch Kunststoffe und Mikrokunststoffe in den Flüssen Mitteleuropas hin. Aus Sicht der Wasserqualität ist es eine Herausforderung, diese neue Bedrohung zu verhindern. Dennoch gibt es derzeit noch nicht einmal Standardmethoden und konsistente Daten über die Verschmutzung der Flüsse im Donauraum durch Kunststoffe, die zu harmonisierten Maßnahmen der Wasserwirtschaftsbehörden beitragen und eine Zusammenarbeit mit anderen Sektoren ermöglichen würden, die zur Eindämmung der Verschmutzung erforderlich ist. Das Hauptziel des Projekts besteht darin, eine Reihe von integrierten Maßnahmen zu entwickeln und in Gang zu setzen, relevante Interessenvertreter zu konsultieren und ihnen Instrumente zur Verfügung zu stellen und eine langfristige grenzüberschreitende und sektorübergreifende Zusammenarbeit einzuleiten, um die plastische Verschmutzung von Gewässern zu beseitigen. Um dieses Ziel zu erreichen, arbeitet das Projekt mit einer Liste verschiedener Instrumente, darunter wissenschaftliche Maßnahmen zur Standardisierung von Methoden zur Schätzung des Ausmaßes der Verschmutzung, Expeditionen vor Ort zur Identifizierung und Säuberung verschmutzter Gebiete und Quellen sowie Bildungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen zur Abfallvermeidung und zur Verringerung der Verwendung von Einwegverpackungsmaterialien. Die Neuheit des Projekts besteht darin, dass es für ein breites Spektrum von Interessengruppen Informationen über die Verschmutzung durch Kunststoffe sammelt und austauscht, Instrumente, Daten und Methoden zum Verständnis der Quellen, der Art und der Risiken von Verschmutzungsströmen bereitstellt und praktische Beispiele für mögliche Maßnahmen und Vorschriften sowohl auf lokaler als auch auf regionaler Ebene liefert. Der Hauptschwerpunkt des Projekts besteht darin, alle notwendigen Informationen zu sammeln, sie mit den relevanten Akteuren zu teilen und ihnen praktische Werkzeuge an die Hand zu geben, um aktive, kooperierende Gemeinschaften im Kampf gegen die Verschmutzung des Donaubeckens durch Kunststoffabfälle zu schaffen und zur Arbeit der Wasserbehörden zur Erhaltung der guten Wasserqualität beizutragen.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2020-03-01 - 2021-02-28

Österreich hat ein hohes Potenzial für die Einbeziehung in zukünftige zirkulare Wert-schöpfungsketten des Recyclings von Lithium-Ionen-Batterien (LIB), da österreichische Unternehmen eine starke Position in den internationalen automobilen Wertschöpfungsketten sowie im Recycling einnehmen. Ziele dieser Studie sind die Analyse der wirtschaftlichen Auswirkungen auf der Grund-lage von kohlenstoffarmen Energieszenarien mit Ressourcennutzung des LIB unter dem Aspekt der Kreislaufwirtschaft, die Bewertung der Rahmenbedingungen für einen vollständigen Recyclingprozess in Österreich und die Erstellung einer Technologie-Roadmap für ein ganzheitliches System – von Second-Life-Ansätzen bis zu Rücknahme-/Sammelsystemen und innovativen Recyclingtechnologien. Die Methoden umfassen die Bewertung der Recyclingtechnologie auf der Grundlage von Verfahrenstechnik und -optimierung, die Bewertung von Produkteigenschaften anhand interner Datenbanken und Demontageversuchen, die Nachhaltigkeitsbewertung von Designeffekten für Recycling oder Second Life sowie die Quantifizierung von wirtschaftlichen Auswirkungen und E-Mobilitätsszenarien mit dem „WIFO.DYNK-Modell“. Erwartete Ergebnisse umfassen eine Technologie-Roadmap für ganzheitliche Optionen für das LIB-Recycling und die Wiederverwendung unter Berücksichtigung von Rücknahmesystemen und Reverse Logistics, einen Aktionsplan mit wirtschaftspolitischen Instrumenten zum Aufbau und zur Entwicklung einer LIB-Wertschöpfungskette in Österreich und eine ökonomische Bewertung des Wertschöpfungspotenzials und der Beschäftigungseffekte.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2020-03-01 - 2020-11-30

Feste Rückstände aus der Verbrennung von kommunalen Klärschlämmen enthalten Makronährstoffe, die mittels chemisch-physikalischen Aufbereitungstechniken rückgewonnen werden können, um in weiterer Folge beispielsweise in der Düngemittelindustrie eingesetzt zu werden. Alleine in Wien fallen jährlich ca. 12.000 t an Klärschlammaschen (KSA) aus der Wirbelschichtfeuerung an, welche einen Phosphorgehalt von ca. 8–10% aufweisen können. Neben solchen Makronährelementen, können in KSA auch Schadstoffe wie Schwermetalle enthalten sein. Um aufbereitete KSA zukünftig in der Düngemittelindustrie einsetzen zu dürfen, müssen die Qualitätsanforderungen gemäß Düngemittelverordnung 2004 sowie der Verordnung (EG) Nr. 2003/2003 über Düngemittel eingehalten werden. Im Sinne der Qualitätssicherung wurde in einer vom ABF-BOKU durchgeführten Vorstudie (Phase I im Oktober 2018 abgeschlossen) die Anwendbarkeit der portablen Röntgenfluoreszenzanalyse (PRFA) bereits getestet. Die PRFA hat im Vergleich zu konventionellen Analysemethoden den Vorteil, dass sie sehr schnell, kostengünstig und ohne arbeitsintensiver Probenaufbereitung einsetzbar ist. In der Vorstudie wurde die Anwendbarkeit der PRFA auf Basis von Referenzenmessungen mittels ICP-OES erfolgreich getestet. Es konnte vor allem aufgezeigt werden, dass mittels PRFA gesetzlich relevante Umweltparameter (z.B.: Chrom- oder Eisen-Gehalte) mit ausreichender Genauigkeit quantifiziert werden können. Das Analyseverfahren muss jedoch optimiert werden, um eine zukünftige Standardisierung dieser Methode zu ermöglichen. Im gegenständlichen Projekt geht es nun darum, den Stichprobenumfang zu erhöhen und somit die Aussagekraft statistisch absichern zu können. Hierfür sollen ca. 70 KSA-Proben aus Wiener Wirbelschichtfeuerungsanlagen näher untersucht werden. Diese Applikationsstudie hat somit zum Ziel, die Genauigkeit (bzw. Präzision sowie Richtigkeit) der PRFA zu beurteilen.

Betreute Hochschulschriften