Innovationen für bestehende Aufzucht- und Mastställe für Schweine, zum Wohl von Tier und Mensch

Im Forschungsprojekt IBeSt ('Innovationen für bestehende Aufzucht- und Mastställe für Schweine in Österreich - zum Wohl von Tier und Mensch') werden unterschiedliche Möglichkeiten ausgelotet, um bestehende Schweineställe zu adaptieren. Ziel ist das Tierwohl zu steigern, die Umweltwirkung zu erörtern und gleichzeitig die Auswirkungen auf den Arbeitsaufwand und die Wirtschaftlichkeit im Auge zu behalten.

Um die Praxistauglichkeit sicherzustellen, wird mit 18 Partnerbetrieben (9 Aufzucht- und 9 Mastbetriebe), mit Stallbaufirmen und Bauberater*innen zusammengearbeitet. So können deren Expertise und Erfahrungswerte in die Projektergebnisse einfließen. Diese Partnerbetriebe sind Modellbetriebe, die ihre Erfahrungen und ihr Wissen auch nach Projektende in der Region und darüber hinaus teilen sollen.

Mit jedem Partnerbetrieb werden die Umbau- und Adaptierungsmöglichkeiten individuell besprochen. Diese können u.a. folgende Maßnahmen umfassen:

  • Erhöhtes Platzangebot
  • Erhöhte Gruppengröße
  • Einrichtung einer Buchtenstruktur bzw. Funktionstrennung
  • Differenzierte Bodenbeschaffenheit
  • Verbessertes Beschäftigungsmaterial
  • Optimierte Klimatisierung (Stallkühlung, Temperaturzonenbildung)

Die teilnehmenden Partnerbetriebe werden zwei Jahre lang intensiv begleitet. Dabei werden die geeigneten Adaptierungsmaßnahmen gewählt, der Stall umgebaut, und anschließend die Auswirkung auf Tierwohl, auf Arbeitsabläufe, Zeitaufwand und Wirtschaftlichkeit laufend erhoben.

Ganz wesentlich ist auch die Teilnahme an Workshops, die alle 2-3 Monate stattfinden werden. An diesen sollen alle 18 Betriebsleiter*innen und ihre Partner*innen teilnehmen, um ihre Beobachtungen und Erfahrungen auszutauschen und über das Glück Schweinbauer bzw. Schweinebäuerin zu sein, offen zu reden. Dazu gehört die Mensch-Tier-Beziehung, aber auch die Herausforderung mit der tw. negativen öffentlichen Meinung umzugehen, und unterschiedliche aktive Gestaltungsmöglichkeiten herauszuarbeiten.

Das IBeSt-Projekt folgt also einem systemischen Zugang zum landwirtschaftlichen Familienbetrieb: es geht nicht nur um Produktionstechnik und um Wirtschaftlichkeit, sondern auch um Wertehaltung und Lebensqualität für die gesamte Familie.

Das Projekt soll im September 2021 starten und bis August 2025 laufen.

 

Haben Sie Interesse Partnerbetrieb zu werden? Dann melden Sie sich bie Michael Klaffenböck

Die wesentliche Information als Flyer hier herunterladen

 

Ansprechpersonen:

Michael Klaffenböck, Verband Österreichischer Schweinebauern, VÖS

Thomas Reisecker, Junge Veredler

Birgit Heidinger, Abteilung für Tierhaltungssysteme, Technik & Emissionen, HBLFA Raumberg-Gumpenstein

Christine Leeb, Institut für Nutztierwissenschaften, BOKU

Ika Darnhofer, Institut für Agrar- und Forstökonomie, BOKU

 

Weiterführende Informationen zum Projekt

Unterlagen der Projektpräsentation beim Tierschutzgipfel des Tierschutzrats (Dez. 2020)

Unterlagen der Projektpräsentation bei der Bautagung in Raumberg Gumpenstein (Mai 2021)

Heidinger, B. und Zentner, E. (2021). Vorstellung des Projekts IBeSt. Bautagung Raumberg-Gumpenstein, S. 83-88.