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Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2019-04-01 - 2022-03-31

In dem dreijährigen Forschungsprojekt geht es um die LebensQUALITÄT und den LebensRAUM im Römerland Carnuntum im Jahr 2040 – und um Wege dorthin. Die Region Römerland Carnuntum liegt im Brennpunkt globaler sowie inter- und transnationaler Interessen. Der Flächenbeanspruchung und Druck von außen auf diese kleinteilige, sensible Region steigen in einem bisher nicht gekannten Ausmaß. Durch gemeinsames, zukunftsorientiertes Handeln aller Gemeinden in der Region sollen wirtschaftliche, als auch soziale und ökologische Interessen in einer Weise aufeinander abgestimmt werden, die die Lebensqualität der Menschen heute und in Zukunft nicht nur erhält, sondern auch weiter ausbaut. Modelle des Miteinanders der Gemeinden sollen entwickelt, die Selbstorganisationsfähigkeit und (wirtschaftliche) Unabhängigkeit der Mitgliedsgemeinden gestärkt werden. Denn verbindliche, auf nachhaltige Sicherung der Lebensqualität ausgerichtete, regionale Zusammenarbeit funktioniert auf Dauer nur, wenn dadurch die einzelne Gemeinde gestärkt wird. Um das zu erreichen braucht es neue Herangehensweisen. Diese will die Region gemeinsam mit ihren Partnern - dem Club of Rome Carnuntum, der Universität für Bodenkultur und der Technischen Universität Wien – in einem Forschungsvorhaben für nachhaltige, regionale Transformation entwickeln. Das von der Abteilung für Wissenschaft und Forschung des Landes Niederösterreich für drei Jahre finanzierte Projekt startet im Frühling 2019. Im Zuge des transdisziplinären Forschungsprojektes, in dem wissenschaftliches und praktisches Wissen verbunden werden, sollen regionale Prozesse der Selbstermächtigung und Selbstorganisation für zukunftsgerichtetes, transformatives Lernen und Handeln ko-kreativ, also durch Teilen von Wissen und Können verschiedener Menschen, entwickelt, implementiert und systematisch getestet werden. Als Fallbeispiel dient der neu gegründete Club of Rome Carnuntum, der sich im Auftrag und in Zusammenarbeit mit dem Regionalentwicklungsverein Römerland Carnuntum der Forschung, Entwicklung, Bildung und dem Erfahrungsaustausch zum Thema regionale Transformation und Nachhaltigkeit widmet. Mit dem „Club of Rome Carnuntum“ soll ein Modell der geistigen und nachhaltig wirksamen Regionalentwicklung in der LEADER-Region Römerland Carnuntum verwirklicht werden. Die methodische Basis des Projektes bilden ein partizipativer Szenarioprozess zur Formulierung einer Vision für die Region als Modellregion für Transformation, der Einsatz von Serious Games zur Identifikation und zum spielerischem Ausprobieren von Handlungspfaden und die Implementierung konkreter Vorhaben im Rahmen von zwei Reallaboren. Darüber hinaus will dieses Projekt durch eine umfassende Begleitforschung den Zusammenhang zwischen sozialem Lernen und transdisziplinärer Transformationsforschung projektbegleitend systematisch erheben.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2019-04-01 - 2022-03-31

Europäische Kulturlandschaften unterliegen einem tiefgreifenden Wandel, der gravierende Auswirkungen auf die Umwelt und insbesondere auf Biodiversität und Ökosystemleistungen hat. Derzeit sind keine Konzepte verfügbar, um die sogenannte ökologische Infrastruktur, die zum Schutz der biologischen Vielfalt und Ökosystemleistungen notwendig ist, landschaftsspezifisch zu erfassen und zu modellieren und die Resilienz der Ökosysteme unter Einflüssen des Globalen Wandels und einer veränderten Landnutzung zu erhalten. Die Hauptziele von SALBES sind i) Landnutzungstreiber zu identifizieren, ii) Landnutzungsentscheidungen als Folge Stakeholder-basierter Szenarien zu simulieren und iii) die Folgen für Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen zu analysieren. In enger Zusammenarbeit mit Stakeholdern soll auf unterschiedlichen räumlichen Ebenen (vom Feld zur Landschaft) ein abgestimmtes Set ökonomischer und ökologischer Modelle gekoppelt und angewandt werden. Bestehende generische bio-ökonomische Betriebsmodelle simulieren zukünftige Landnutzungsszenarien auf Grundlage veränderter Rahmenbedingungen, darunter Klimawandel, Marktpreise, Politiken und Agrartechnologien. Darauf bauen Modelle zu Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen auf. Unterschiedliche Rahmenbedingungen sollen anhand von Modellregionen in vier europäischen Ländern repräsentiert werden. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf Stakeholder-Initiativen, insbesondere in der Landwirtschaft, die bereits Schutzprogramme in den landwirtschaftlichen Produktionsprozess implementiert haben. Entscheidende Forschungsaktivitäten werden, unter der Mitwirkung von Interessengruppen, die derzeitige landwirtschaftliche Produktion und zukünftige Optionen analysieren, einschließlich Anpassungen an klimatische Veränderungen und den agrartechnologischen Fortschritt. Die Ergebnisse sollen das Potenzial, aber auch die Grenzen aufzeigen, inwieweit Landwirtschaft die Pflege und den Erhalt von ökologischer Infrastruktur in einer Landschaft leisten kann. Auf verschiedenen Ebenen - von den landwirtschaftlichen Betrieben bis hin zur Politik - sollen die kosteneffizientesten Wege zur Schaffung und zum Erhalt von ökologischen Infrastrukturen erarbeitet werden. Der Ansatz, mittels Stakeholder-Beteiligung Modellkombinationen zu erarbeiten, stellt eine innovative wissenschaftliche Weiterentwicklung dar und soll eine Vielfalt von Biodiversitätsfaktoren und Ökosystemleistungen abdecken, die von landschaftsspezifischer Bedeutung sind. Vor allem die entsprechende Integration landwirtschaftlicher Produktionssysteme spielt in diesem Zusammenhang eine entscheidende Rolle. Die Identifikation von Zielen und Maßnahmen in verschiedenen Handlungsfeldern, zur Sicherung der nachhaltigen Entwicklung landwirtschaftlich geprägter Kulturlandschaften, ist auch von bedeutendem politischem Interesse.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2018-12-01 - 2021-11-30

Die Kaffeewertschöpfungskette ist typischerweise lang: Der Kaffee wird von Kleinbauern/bäuerinnen im globalen Süden produziert und erreicht erst über HändlerInnen und Röstereien die KonsumentInnen. Herausforderungen, die dadurch entstehen, sind beispielsweise Armut von KaffeeproduzentInnen, limitierter Informationsfluss entlang der Wertschöpfungskette und Machtkonzentration bei einigen wenigen AkteurInnen im globalen Norden. Um diese Herausforderungen zu überwinden, wurden in den letzten Jahren relationale Wertschöpfungsketten (charakterisiert durch erhöhten Informationsaustausch und gegenseitigen Lernprozessen, z.B. durch direkten Handel) geschaffen. Nach Polanyis Konzept der sozialen Einbettung versuchen relationale Kaffeewertschöpfungsketten die soziale Nähe zwischen den AkteurInnen zu erhöhen. Das Doktoratsprojekt untersucht Strategien, welche trotz geographisch weit entfernten ProduzentInnen und KonsumentInnen soziale Nähe herstellen versuchen. Eine Messung der sozialen Nähe soll das Konzept der sozialen Einbettung operationalisieren. Anschließend wird die soziale Nähe von ausgewählten konventionellen und relationalen Wertschöpfungsketten gemessen. Die Konventionentheorie soll weitere Aufschlüsse über das Qualitätsverständnis der verschiedenen AkteurInnen der Kaffeewertschöpfungskette geben. Das Doktoratsprojekt versucht, Einsichten in Herausforderungen und Chancen von sozial nahen, relationalen Kaffeewertschöpfungsketten zu generieren.

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