Die Forscherinnen und Forscher des Instituts für Soziale Ökologie bemühen sich, die Interaktion zwischen sozialen und natürlichen Systemen als deren Koevolution theoretisch und methodisch fundiert zu beschreiben.

Den Kern einer sozial-ökologischen Theorie bilden die Konzepte "Gesellschaftlicher Metabolismus" und "Kolonisierung natürlicher Systeme." Darin verbinden sich Vorstellungen aus den verschiedensten Wissenschaftstraditionen - Biologie, Soziologie, Ökonomie, Technik, Geschichte, Geografie und Kulturanthropologie - zu einer kohärenten Sichtweise der Gesellschaft-Natur-Beziehung.

Diese Sichtweise bringen die Forscherinnen und Forscher des Instituts für Soziale Ökologie ein bei der konzeptuellen wie praktischen Entwicklung von Informationssystemen für die Umweltfolgen menschlichen Handelns ("pressures upon the environment"), und sie leitet unsere Forschung zu ökologischen und sozio-ökonomischen Aspekten nachhaltiger Entwicklung im lokalen, nationalen und globalen Maßstab.

Das Methodenspektrum erstreckt sich von Material- und Energieflussanalysen (MFA und EFA) und auf GIS und Fernerkundung basierten Verfahren über systemische Akteurs- und Organisationsanalysen bis zur Arbeit mit historischen Quellen. Zunehmend werden auch Modellierungsverfahren zur Datensimulation, zur synthetischen Präsentation von Ergebnissen und als Grundlage für Szenarios benutzt. Ermöglicht wird dies durch eine stabile interdisziplinäre Kooperationskultur und intensive Teamarbeit.

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Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2021-01-01 - 2023-12-31

EPICUR, die Europäische Partnerschaft für einen innovativen Campus, der Regionen verbindet, ist eine europäische Universitätsallianz der ersten Generation, die sich der Gestaltung der europäischen Gesellschaft im Wandel durch die Entwicklung von kollaborativem inter- und transdisziplinärem Lehren und Lernen widmet. Nun, da die Allianz eine Finanzierung für die Etablierung ihrer ergänzenden Forschungsagenda anstrebt, erweitert EPICUR sein Spektrum auf Forschung, Innovation und Interaktion mit der Gesellschaft. EPICUR ist davon überzeugt, dass die zukünftige EPICUR-Forschung auf folgende Weise einen Unterschied machen kann: Unsere Allianz ist überzeugt, dass internationale Zusammenarbeit den wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritt fördert, daher wird EPICUR eine gemeinsame Forschungsagenda entwickeln und einen inter- und transdisziplinären Ansatz verfolgen, um drängende Forschungsfragen anzugehen, die wir EPIChallenges nennen. EPICUR hat Nachwuchswissenschaftler:innen als primäre Zielgruppe identifiziert, um mit neuen Formaten für die virtuelle Vernetzung und Gestaltung ihrer akademischen Karriere zu experimentieren. Sie werden eingeladen, die EPICommunity mitzugestalten, ein neues Social-Media-Netzwerk, das auf einem attraktiven Gamification-Design basiert. Dieses Netzwerk bietet neue Tools, die dabei helfen, die Sichtbarkeit wissenschaftlicher Leistungen und Fähigkeiten zu erhöhen und Mobilität zu erleichtern. EPICUR-Forscher werden ermutigt, sich in EPIClustern zusammenzuschließen, experimentellen offenen Forschungsformaten, um EPIChallenges gemeinsam mit Partnern aus außeruniversitären Bereichen anzugehen und die gemeinsame Nutzung der hochmodernen Forschungsinfrastrukturen des Konsortiums zu erproben. Als stolzes Mitglied der ersten Kohorte europäischer Universitätsallianzen wird EPICUR intelligente Verbindungen zu unseren Peer-Allianzen in EPIConnect aufbauen, um die Erarbeitung gemeinsamer politischer Empfehlungen für die Gestaltung der Universitäten der Zukunft zu erleichtern.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2021-07-01 - 2022-12-31

Das Niveau und die Struktur der Energie- und Ressourcennachfrage werden zunehmend als entscheidender Faktor für die Durchführbarkeit, den Zeitplan und die Kosten von Klimaschutzmaßnahmen und deren SDG-Synergien und Zielkonflikte erkannt. Je höher die Nachfrage nach Energie und Materialien ist, desto früher, strenger und kostspieliger muss der Klimaschutz sein. Umgekehrt erhöht eine geringere Nachfrage die zeitliche Flexibilität des Klimaschutzes und reduziert die Stringenz und die Kosten von Klimaschutzmaßnahmen, wodurch auch die Risiken von SDG-Tradeoffs reduziert werden. Die Energie- und Ressourcennachfrage selbst sind jedoch intermediäre Variablen, während eigentlich materielle & energetische Dienstleistungen und Annehmlichkeiten nachgefragt werden, die durch die Nutzung von Energie und Ressourcen bereitstellt werden. Die Effizienz der Ressourcennutzung und die Effizienz alternativer Dienstleistungsbereitstellungsmodelle rückt somit aus der Nachfrage- bzw. Endverbraucherperspektive in den Mittelpunkt des Klimaschutzes. Aufgrund der hohen Heterogenität der Konsumenten und der Vielzahl von Nachfragetypen (Nahrung, Unterkunft, Mobilität, Kommunikation, etc.) bleibt das theoretische Verständnis und die Modellierung von "Nachfrage" (außerhalb aggregierter vereinfachender Formulierungen) begrenzt und fragmentiert, ebenso wie die daraus resultierenden Möglichkeiten, nachfrageseitige politische Interventionen aus dem doppelten Blickwinkel des Klimaschutzes sowie der Förderung der SDGs vorzuschlagen und zu bewerten. Allgemeine Projektziele 1. den Stand der Technik der Nachfragemodellierung in der Umwelt- und Klimapolitikanalyse durch Methoden- und Modellvergleiche zu verbessern und den Transfer von konzeptionellen und methodischen Verbesserungen über Disziplinen, Sektoren und Umweltbereiche hinweg zu unterstützen. 2. Bessere Information der Politik durch strukturierte Modellexperimente und Simulationen, die potenzielle Auswirkungen, Barrieren sowie Synergien und Kompromisse mit anderen SDG-Zielen von nachfrageseitigen politischen Interventionen bewerten, insbesondere in neuartigen Bereichen und Dienstleistungsmodellen wie Digitalisierung, Sharing Economy oder der Integration von SDG- und Klimazielen in synergetischen Politikdesigns. 3. EDITS konzentriert sich sowohl auf die personellen als auch auf die technischen Ressourcen, indem es ein Expertennetzwerk und einen nachfrageseitigen Modellvergleich initiiert. Spezifische Ziele für die BOKU in EDITS-2: - Beitrag zu den laufenden Forschungs- und Überprüfungsbemühungen im EDITS-Konsortium, in Bezug auf die vorherigen Ziele 1-3 - Koordination der Industrie-Reviewing-Arbeitsgruppe - Co-Leitung der Review- und Forschungs-Roadmap-Aktivitäten für die Industrie, die Lieferketten und die Modellierung des Rohstoffbedarfs - Beiträge und Schnittstellen mit anderen Arbeitsgruppen zu Narrativen, Szenarien, Daten, Gebäude- und anderen Modellierungsaspekten
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2021-04-23 - 2022-04-22

Die Themen Klimawandel, Dematerialisierung und Kreislaufwirtschaft sind mittlerweile wichtige Bestandteile der politischen Agenda, so auch der Smart City Wien Rahmenstrategie 2019-2050, die Ressourcenschonung als eines der drei Hauptziele definiert und eine Reduzierung der THG-Emissionen, des Energieverbrauchs und des materiellen Fußabdrucks der Stadt anstrebt. Doch der urbane Stoffwechsel Wiens ist alles andere als nachhaltig oder zirkulär. Wien benötigt ständige Materialinputs (die einen großen Fußabdruck im Umland verursachen), die sich in Beständen anreichern oder als Abfälle/Emissionen in die Natur abgegeben werden. Der Kreislaufwirtschaft wird daher eine Schlüsselrolle bei der Verknüpfung dieser Ziele und der Erreichung einer Gesamtreduzierung der Umweltbelastungen zugeschrieben. Das Projekt MoCAM wird eine Analyse des gesellschaftlichen Metabolismus Wiens erstellen, dargestellt als Materialinputs, Materialoutputs (Abfälle, dissipative Rückgabe an die Umwelt), und THG-Emissionen sowie abgeleitete Indikatoren. Die Anwendung der Konzepte zur Kreislaufwirtschaft und der Fußabdruck-Perspektive auf die Stadtebene ist eine Herausforderung und wurde bisher noch nicht durchgeführt. Das Projekt MoCAM bietet daher die erste integrierte urbane Stoffwechselstudie, die Ressourcennutzung über Produktion und Konsum (Materialinputs, Bestandsakkumulation, Abfälle und Emissionen, Fußabdrücke) hinweg untersucht. Die Ergebnisse werden mit politischen Entscheidungsträgern der Stadt Wien diskutiert und für ein Monitoring der Smart City Wien Rahmenstrategie aufbereitet.

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