Die Forscherinnen und Forscher des Instituts für Soziale Ökologie bemühen sich, die Interaktion zwischen sozialen und natürlichen Systemen als deren Koevolution theoretisch und methodisch fundiert zu beschreiben.

Den Kern einer sozial-ökologischen Theorie bilden die Konzepte "Gesellschaftlicher Metabolismus" und "Kolonisierung natürlicher Systeme." Darin verbinden sich Vorstellungen aus den verschiedensten Wissenschaftstraditionen - Biologie, Soziologie, Ökonomie, Technik, Geschichte, Geografie und Kulturanthropologie - zu einer kohärenten Sichtweise der Gesellschaft-Natur-Beziehung.

Diese Sichtweise bringen die Forscherinnen und Forscher des Instituts für Soziale Ökologie ein bei der konzeptuellen wie praktischen Entwicklung von Informationssystemen für die Umweltfolgen menschlichen Handelns ("pressures upon the environment"), und sie leitet unsere Forschung zu ökologischen und sozio-ökonomischen Aspekten nachhaltiger Entwicklung im lokalen, nationalen und globalen Maßstab.

Das Methodenspektrum erstreckt sich von Material- und Energieflussanalysen (MFA und EFA) und auf GIS und Fernerkundung basierten Verfahren über systemische Akteurs- und Organisationsanalysen bis zur Arbeit mit historischen Quellen. Zunehmend werden auch Modellierungsverfahren zur Datensimulation, zur synthetischen Präsentation von Ergebnissen und als Grundlage für Szenarios benutzt. Ermöglicht wird dies durch eine stabile interdisziplinäre Kooperationskultur und intensive Teamarbeit.

Themenfelder

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Neueste Projekte

Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2020-01-01 - 2021-12-31

1. Konzeption eines interdisziplinären Datenbestandes, der zur Unterstützung sozio-ökologischer Forschung (LTSER) barrierefrei verfügbar sein sollte 2. Weiterführung des Stakeholder-Prozesses mit LTSER-ForscherInnen in der Region Eisenwurzen, um den Bestand an und den Bedarf nach sozioökologischen Daten abzuklären; dabei sollen funktionale, datenspezifische und technische Anforderungen berücksichtigt werden. Mit Unterstützung der Umweltbundesamt GmbH (U)werden folgende Arbeitsschritte erfolgen: a. Weitere Konzeption des Prozesses (z.B. e-Mail-Umfragen, Interviews, Workshops) b. Durchführung des Prozesses zur Erhebung (a) existierender Datenbestände und (b) techni-scher, inhaltlicher und formaler Anforderungen an zu erarbeitende Metadatenbanken c. Dokumentation der Ergebnisse 3. Sozial-ökologische Ausrichtung der Datenstrategie 4. Dokumentation existierender Datensätze in der Metadatenbank DEIMS, nach Maßgabe der Erfordernisse (prioritäre Reihung lt. Punkt 1) und der zur Verfügung stehenden Mittel 5. Erarbeitung eines Prozessvorschlages zur für die zukünftige Einspeisung relevanter Daten durch LTSER-ForscherInnen
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2020-02-01 - 2023-01-31

Das Vorhandensein von technologisch-kritische Elementen (TCEs) in unserer Umwelt nimmt stetig zu. Fundamentales und wissenschaftlich belegtes Wissen zu Quantität des Vorkommens von TCEs, Kreisläufe von TCEs bezüglich deren Auf- und Abbau, sowie das damit verbundene potenzielle Gesundheitsrisiko fehlen gänzlich. Das Forschungsprojekt TecEUS hat sich daher zum Ziel gesetzt, das Vorhandensein von TCEs in der Umwelt sowie deren Verhalten und Auswirkungen auf den Menschen eingehend zu untersuchen. Dabei soll eine neuartige Technologie (ICP-MS Inductively Coupled Plasma Mass Spectrometry) zum Einsatz kommen, um Details von TCE in der Umwelt ganzheitlich zu erfassen können. Zusätzlich wird systematisch erprobt, inwiefern urbane grüne Infrastrukturen (Grünfassaden) zur Bindung von TCE beitragen können. Dies ist besonders relevant in Bezug auf die menschliche Gesundheit der Stadtbevölkerung sowie zur Abschätzung von Gesundheitsrisiken. Das Forschungsprojekt TecEUS soll neue Kenntnisse zu Folgendem geben: A | TCEs-Akkumulation in urbanen Sphären (Wasser, Pflanzen, Boden); Verständnis zu deren Entstehung sowie Verhalten; B | Effektivität von Grünfassaden als Filtersystem für TCEs sowie deren Potenzial als Präventionsmaßnahme im Bereich der menschlichen Gesundheit; C | Aufkommen und Zunahme von Krankheiten in Abhängigkeit mit der Zunahme von TCEs in Luft und landwirtschaftlichen Produkten; D | Assessment und Modellierung von Aufkommen, Verhalten und Auswirkung und von TCEs im urbanen Raum am Beispiel von Wien. Aufgrund seiner interdisziplinären Ausrichtung kann das Tec-EUS-Team die gesetzten Projektziele gesamtheitlich betrachten, wodurch folgende Erkenntnisse als Output generiert werden können: Eine neue Analytik-Methode zur Quantifizierung und Nachverfolgung von TCEs in der Umwelt kommt zu Einsatz und wird getestet; Verbreitung und Aufkommen von TCEs in urbanen Sphären wird mittels einem interaktiven System zur Verfügung gestellt; Bindungs- und Filterwirkung von Grünfassaden in Bezug auf TCEs werde aufgezeigt; die Wiener Stadtbevölkerung und urbane Gärtner*innen kommen als aktive ‚Citizen Scientists‘ zum Einsatz; sozio-ökonomische Effekte, Auswirkungen und Dynamiken von TCEs werden am Beispiel Wien modelliert; sozio-ökonomische Effekte von Grünfassaden als nachhaltige Vorsorgemaßnahme werden untersucht; Basis für Modellierung von potenziellen Gesundheitsrisiken soll gegeben werden.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2019-11-15 - 2021-03-14

Österreich war sehr erfolgreich in der Umsetzung der Energiestrategie, im Bereich Ressourceneffizienz und Klimaschutz ist Österreich allerdings noch weit von den (inter)nationalen Zielen entfernt. Internationale Berichte und politische Programme betonen zunehmend den möglichen Beitrag von Ressourceneffizienz zu Klimaschutz und zum Erreichen des Pariser Klimaschutzabkommens (2015). Dennoch gibt es bisher wenig Studien, die den Zusammenhang zwischen Ressourceneffizienz und Klimaschutz und im speziellen den Beitrag von Wirtschaftsaktivitäten zur Einsparung von Treibhausgasemissionen untersuchen. Im Projekt REDEC wurden Synergiepotenziale zwischen Ressourceneffizienz (gemessen in Materialflüssen) und Klimaschutz (gemessen in CO2 Emissionen) für Österreich gesamtwirtschaftlich untersucht. Dabei wurden drei hotspots unter den Wirtschaftsaktivitäten identifiziert: Bauaktivitäten, Nahrungsmittelproduktion, und der Gesundheitssektor. Im Projekt REDEC#2 werden die österreichischen Bauaktivitäten nun genauer untersucht. Darüber hinaus werden erste Schritte in der Integration von MFA Daten in dem Modell MonMech geplant und umgesetzt. Diese Analyse soll beitragen, den notwendigen materiellen Umbau unserer Gesellschaft differenzierter zu betrachten, um daraus konkrete Empfehlungen ableiten zu können.