Die Forscherinnen und Forscher des Instituts für Soziale Ökologie bemühen sich, die Interaktion zwischen sozialen und natürlichen Systemen als deren Koevolution theoretisch und methodisch fundiert zu beschreiben.

Den Kern einer sozial-ökologischen Theorie bilden die Konzepte "Gesellschaftlicher Metabolismus" und "Kolonisierung natürlicher Systeme." Darin verbinden sich Vorstellungen aus den verschiedensten Wissenschaftstraditionen - Biologie, Soziologie, Ökonomie, Technik, Geschichte, Geografie und Kulturanthropologie - zu einer kohärenten Sichtweise der Gesellschaft-Natur-Beziehung.

Diese Sichtweise bringen die Forscherinnen und Forscher des Instituts für Soziale Ökologie ein bei der konzeptuellen wie praktischen Entwicklung von Informationssystemen für die Umweltfolgen menschlichen Handelns ("pressures upon the environment"), und sie leitet unsere Forschung zu ökologischen und sozio-ökonomischen Aspekten nachhaltiger Entwicklung im lokalen, nationalen und globalen Maßstab.

Das Methodenspektrum erstreckt sich von Material- und Energieflussanalysen (MFA und EFA) und auf GIS und Fernerkundung basierten Verfahren über systemische Akteurs- und Organisationsanalysen bis zur Arbeit mit historischen Quellen. Zunehmend werden auch Modellierungsverfahren zur Datensimulation, zur synthetischen Präsentation von Ergebnissen und als Grundlage für Szenarios benutzt. Ermöglicht wird dies durch eine stabile interdisziplinäre Kooperationskultur und intensive Teamarbeit.

Themenfelder

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Neueste Projekte

Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2020-09-01 - 2022-08-31

Um die praktische Umsetzung eines Übergangs zu einer klimafreundlichen Gesellschaft zu unterstützen, planen wir einen ausgedehnten Beteiligungsprozesses in Ergänzung zum ACRP-Special Report 22 „Challenges and opportunities in reaching the Paris Agreement“. Während dieser Special Report selbst – wie alle Assessmentprozesse – darauf abzielt, den Stand des wissenschaftlichen Wissens zusammenzutragen und auf belastbare Aussagen zur Information von Entscheidungsträgern und weiteren Forschungsbedarf zu evaluieren, geht das hier vorgeschlagene Beteiligungsverfahren darüber hinaus und adressiert die Bedingungen einer Umsetzung der wissenschaftlichen Erkenntnisse in Österreich. Dazu wird aufbauend auf den gut etablierten Methoden der transdisziplinären Forschung ein umfassender Beteiligungsprozess anvisiert, in dem neben dem wissenschaftlichen Wissen auch Praxiswissen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft eingebunden wird. Damit soll den Erfahrungen der Praxisakteure Rechnung getragen werden, eine realistische Abschätzung des Änderungsbedarfs erfolgen und zugleich innovative Ideen neu entwickelt werden. Ziel ist es, in einem transparenten Verfahren verschiedene Formen von (wissenschaftlicher und nicht-wissenschaftlicher) Expertise in einen iterativen Austauschprozess zu bringen, in dem das wissenschaftliche Wissen vor dem Hintergrund praktischer Umsetzungsprobleme auf seine Machbarkeit, Verständlichkeit und Vollständigkeit überprüft, gegebenenfalls ergänzt und gemeinsam alternative Transformationspfade für den Übergang zu einer klimafreundlichen Gesellschaft in Österreich entwickelt werden.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2020-07-21 - 2022-01-20

Das European Strategy Forum on Research Infrastructures (ESFRI) ist ein von den EU-Mitglieds-ländern besetztes Forum, das eine Plattform zur Errichtung europäischer Forschungsinfrastrukturen von hoher strategischer Relevanz bietet. Die ESFRI Roadmap wird im Abstand von zwei bis vier Jahren als akkordierte Prioritätenliste veröffentlicht. Aufgenommene Infrastrukturen haben zehn Jahre Zeit zur Formalisierung als Rechtspersonen. Seit September 2018 ist die Integrated European Long-Term Ecosystem, critical zone and socio-ecological systems Research Infrastructure (eLTER RI) auf der Roadmap von ESFRI. Am 1. Februar 2020 begann das von der Europäischen Kommission finanzierten „Preparatory Phase Project“. Das auf fünf Jahre ausgelegte Projekt dient der Detailplanung der eLTER RI. Ein weiteres H2020 Projekt, eLTER-PLUS, dient der wissenschaftlichen Begleitforschung. Die Betreiber der nationalen eLTER Standorte und deren Finanzgeber (weitestgehend die Bundes¬ministerien) sind gefordert, konzertierte österreichische Positionen in die eLTER RI Feinplanung und Implementierung einzubringen.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2020-11-04 - 2021-09-03

Das International Resource Panel (IRP) wurde 2007 vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen ins Leben gerufen, um Expertise aufzubauen und weiterzugeben, die notwendig ist, um unseren Umgang mit natürlichen Ressourcen nachhaltig zu gestalten. Aus diesem Grund untersucht das IRP die wichtigsten Probleme rund um nachhaltige Ressourcennutzung, um praktikable Lösungen für politische Entscheidungsträger, Industrie und Gesellschaft zu entwickeln. Das Ziel des Gremiums ist es, uns von Überkonsum, Verschwendung und ökologischen Schäden hin zu einer wohlhabenderen und nachhaltigeren Zukunft zu entwickeln. IRP Berichte fassen die neuesten wissenschaftlichen, technischen und sozioökonomischen Erkenntnisse rund um den globalen Ressourcenverbrauch zusammen. Im Jahr 2016 veröffentlichte das IRP eine Online-Datenbank für globale Materialflüsse (GMFDB), die unter www.resourcepanel.org/global-material-flows-database öffentlich zugänglich ist. Die Datenbank umfasst direkte und konsum-basie4rte Materialflussindikatoren für sieben Weltregionen und für mehr als 185 Länder und unterstützt so Entscheidungen von Politik und Wirtschaft. Dieses Projekt zielt darauf ab, den Umfang der GMFDB zu aktualisieren und zu erweitern. Das Institut für Soziale Ökologie (SEC) wird mit der Durchführung einer der neun Hauptaktivitäten im Rahmen dieses SSFA beauftragt. Dabei handelt es sich um eine technische Bewertung der Anforderungen und der Machbarkeit einer Erweiterung der GMFDB um Outputdaten (DPO) zu Abfällen und Emissionen, Nettozugängen zu Beständen und Abfallpotenzialen.

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