Die Forscherinnen und Forscher des Instituts für Soziale Ökologie bemühen sich, die Interaktion zwischen sozialen und natürlichen Systemen als deren Koevolution theoretisch und methodisch fundiert zu beschreiben.

Den Kern einer sozial-ökologischen Theorie bilden die Konzepte "Gesellschaftlicher Metabolismus" und "Kolonisierung natürlicher Systeme." Darin verbinden sich Vorstellungen aus den verschiedensten Wissenschaftstraditionen - Biologie, Soziologie, Ökonomie, Technik, Geschichte, Geografie und Kulturanthropologie - zu einer kohärenten Sichtweise der Gesellschaft-Natur-Beziehung.

Diese Sichtweise bringen die Forscherinnen und Forscher des Instituts für Soziale Ökologie ein bei der konzeptuellen wie praktischen Entwicklung von Informationssystemen für die Umweltfolgen menschlichen Handelns ("pressures upon the environment"), und sie leitet unsere Forschung zu ökologischen und sozio-ökonomischen Aspekten nachhaltiger Entwicklung im lokalen, nationalen und globalen Maßstab.

Das Methodenspektrum erstreckt sich von Material- und Energieflussanalysen (MFA und EFA) und auf GIS und Fernerkundung basierten Verfahren über systemische Akteurs- und Organisationsanalysen bis zur Arbeit mit historischen Quellen. Zunehmend werden auch Modellierungsverfahren zur Datensimulation, zur synthetischen Präsentation von Ergebnissen und als Grundlage für Szenarios benutzt. Ermöglicht wird dies durch eine stabile interdisziplinäre Kooperationskultur und intensive Teamarbeit.

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Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2021-03-09 - 2022-01-08

Das Niveau und die Struktur der Energie- und Ressourcennachfrage werden zunehmend als entscheidender Faktor für die Durchführbarkeit, den Zeitplan und die Kosten von Klimaschutzmaßnahmen und deren SDG-Synergien und Zielkonflikte erkannt. Je höher die Nachfrage nach Energie und Materialien ist, desto früher, strenger und kostspieliger muss der Klimaschutz sein. Umgekehrt erhöht eine geringere Nachfrage die zeitliche Flexibilität des Klimaschutzes und reduziert die Stringenz und die Kosten von Klimaschutzmaßnahmen, wodurch auch die Risiken von SDG-Tradeoffs reduziert werden. Die Energie- und Ressourcennachfrage selbst sind jedoch intermediäre Variablen, während eigentlich materielle & energetische Dienstleistungen und Annehmlichkeiten nachgefragt werden, die durch die Nutzung von Energie und Ressourcen bereitstellt werden. Die Effizienz der Ressourcennutzung und die Effizienz alternativer Dienstleistungsbereitstellungsmodelle rückt somit aus der Nachfrage- bzw. Endverbraucherperspektive in den Mittelpunkt des Klimaschutzes. Aufgrund der hohen Heterogenität der Konsumenten und der Vielzahl von Nachfragetypen (Nahrung, Unterkunft, Mobilität, Kommunikation, etc.) bleibt das theoretische Verständnis und die Modellierung von "Nachfrage" (außerhalb aggregierter vereinfachender Formulierungen) begrenzt und fragmentiert, ebenso wie die daraus resultierenden Möglichkeiten, nachfrageseitige politische Interventionen aus dem doppelten Blickwinkel des Klimaschutzes sowie der Förderung der SDGs vorzuschlagen und zu bewerten. Allgemeine Projektziele 1. den Stand der Technik der Nachfragemodellierung in der Umwelt- und Klimapolitikanalyse durch Methoden- und Modellvergleiche zu verbessern und den Transfer von konzeptionellen und methodischen Verbesserungen über Disziplinen, Sektoren und Umweltbereiche hinweg zu unterstützen. 2. Bessere Information der Politik durch strukturierte Modellexperimente und Simulationen, die potenzielle Auswirkungen, Barrieren sowie Synergien und Kompromisse mit anderen SDG-Zielen von nachfrageseitigen politischen Interventionen bewerten, insbesondere in neuartigen Bereichen und Dienstleistungsmodellen wie Digitalisierung, Sharing Economy oder der Integration von SDG- und Klimazielen in synergetischen Politikdesigns. 3. EDITS konzentriert sich sowohl auf die personellen als auch auf die technischen Ressourcen, indem es ein Expertennetzwerk und einen nachfrageseitigen Modellvergleich initiiert. Spezifische Ziele für die BOKU: Beitrag zu den laufenden Forschungs- und Reviewing-Aktivitäten im EDITS-Konsortium. Zusammenfassung aktuellen Forschung zum globalen Material- und Energieeinsatz und den daraus resultierenden Emissionen in den verschiedenen Industriesektoren, in Bezug auf die Ziele 1-3: - Globale Dynamik des Material- und Energieeinsatzes, der resultierenden Emissionen und der Bereitstellung von Endproduktbeständen und Dienstleistungen - Industrie als direkte und indirekte Quelle von Treibhausgasemissionen - Beitrag zu Modellvergleichen und Überprüfung der Modellierungsmöglichkeiten
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2020-09-01 - 2022-08-31

Um die praktische Umsetzung eines Übergangs zu einer klimafreundlichen Gesellschaft zu unterstützen, planen wir einen ausgedehnten Beteiligungsprozesses in Ergänzung zum ACRP-Special Report 22 „Challenges and opportunities in reaching the Paris Agreement“. Während dieser Special Report selbst – wie alle Assessmentprozesse – darauf abzielt, den Stand des wissenschaftlichen Wissens zusammenzutragen und auf belastbare Aussagen zur Information von Entscheidungsträgern und weiteren Forschungsbedarf zu evaluieren, geht das hier vorgeschlagene Beteiligungsverfahren darüber hinaus und adressiert die Bedingungen einer Umsetzung der wissenschaftlichen Erkenntnisse in Österreich. Dazu wird aufbauend auf den gut etablierten Methoden der transdisziplinären Forschung ein umfassender Beteiligungsprozess anvisiert, in dem neben dem wissenschaftlichen Wissen auch Praxiswissen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft eingebunden wird. Damit soll den Erfahrungen der Praxisakteure Rechnung getragen werden, eine realistische Abschätzung des Änderungsbedarfs erfolgen und zugleich innovative Ideen neu entwickelt werden. Ziel ist es, in einem transparenten Verfahren verschiedene Formen von (wissenschaftlicher und nicht-wissenschaftlicher) Expertise in einen iterativen Austauschprozess zu bringen, in dem das wissenschaftliche Wissen vor dem Hintergrund praktischer Umsetzungsprobleme auf seine Machbarkeit, Verständlichkeit und Vollständigkeit überprüft, gegebenenfalls ergänzt und gemeinsam alternative Transformationspfade für den Übergang zu einer klimafreundlichen Gesellschaft in Österreich entwickelt werden.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2020-07-21 - 2021-12-31

Das European Strategy Forum on Research Infrastructures (ESFRI) ist ein von den EU-Mitglieds-ländern besetztes Forum, das eine Plattform zur Errichtung europäischer Forschungsinfrastrukturen von hoher strategischer Relevanz bietet. Die ESFRI Roadmap wird im Abstand von zwei bis vier Jahren als akkordierte Prioritätenliste veröffentlicht. Aufgenommene Infrastrukturen haben zehn Jahre Zeit zur Formalisierung als Rechtspersonen. Seit September 2018 ist die Integrated European Long-Term Ecosystem, critical zone and socio-ecological systems Research Infrastructure (eLTER RI) auf der Roadmap von ESFRI. Am 1. Februar 2020 begann das von der Europäischen Kommission finanzierten „Preparatory Phase Project“. Das auf fünf Jahre ausgelegte Projekt dient der Detailplanung der eLTER RI. Ein weiteres H2020 Projekt, eLTER-PLUS, dient der wissenschaftlichen Begleitforschung. Die Betreiber der nationalen eLTER Standorte und deren Finanzgeber (weitestgehend die Bundes¬ministerien) sind gefordert, konzertierte österreichische Positionen in die eLTER RI Feinplanung und Implementierung einzubringen.

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