Die Forscherinnen und Forscher des Instituts für Soziale Ökologie bemühen sich, die Interaktion zwischen sozialen und natürlichen Systemen als deren Koevolution theoretisch und methodisch fundiert zu beschreiben.

Den Kern einer sozial-ökologischen Theorie bilden die Konzepte "Gesellschaftlicher Metabolismus" und "Kolonisierung natürlicher Systeme." Darin verbinden sich Vorstellungen aus den verschiedensten Wissenschaftstraditionen - Biologie, Soziologie, Ökonomie, Technik, Geschichte, Geografie und Kulturanthropologie - zu einer kohärenten Sichtweise der Gesellschaft-Natur-Beziehung.

Diese Sichtweise bringen die Forscherinnen und Forscher des Instituts für Soziale Ökologie ein bei der konzeptuellen wie praktischen Entwicklung von Informationssystemen für die Umweltfolgen menschlichen Handelns ("pressures upon the environment"), und sie leitet unsere Forschung zu ökologischen und sozio-ökonomischen Aspekten nachhaltiger Entwicklung im lokalen, nationalen und globalen Maßstab.

Das Methodenspektrum erstreckt sich von Material- und Energieflussanalysen (MFA und EFA) und auf GIS und Fernerkundung basierten Verfahren über systemische Akteurs- und Organisationsanalysen bis zur Arbeit mit historischen Quellen. Zunehmend werden auch Modellierungsverfahren zur Datensimulation, zur synthetischen Präsentation von Ergebnissen und als Grundlage für Szenarios benutzt. Ermöglicht wird dies durch eine stabile interdisziplinäre Kooperationskultur und intensive Teamarbeit.

Themenfelder

Neueste SCI Publikationen

Neueste Projekte

Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2020-09-14 - 2022-01-13

Statistik Austria wird in einem EUROSTAT Grant-Projekt „Environmental Accounts / Circular Economy“ ein Sankey-Diagramm für die Österreichische Kreislaufwirtschaft basierend auf den Daten der Materialflussanalyse (MFA) erstellen. Dafür ist es notwendig, die Input- und Outputflüsse der MFA konsistent zu verknüpfen. Dies inkludiert eine Evaluierung und etwaige Revisionen vor allem der materiellen Outputs. Das Institut für Soziale Ökologie hat große Erfahrung in der Methodenentwicklung und Erstellung von Materialflussanalysen und hat die Methode zur Erstellung von Sankey-Diagrammen für die Europäische Kommission entwickelt (siehe Mayer et al. 2018). Basierend auf dieser Expertise wird das Institut für Soziale Ökologie gemeinsam mit der Statistik Austria in 3 Workshops eine Evaluation und Revision der Österreichischen MFA Daten durchführen und die Umsetzung eines Sankey-Diagramms an der Statistik Austria vorbereiten.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2020-01-01 - 2020-12-31

Seit der Implementierung der ersten Europäischen Strategie für Umweltgesamtrechnung (ESEA) in 2003 haben Europäische politische VertreterInnen die Wichtigkeit der Umweltgesamtrechnung als Instrument für nachhaltige Entwicklung und die EU Umweltpolitik erkannt. Eurostat ist, gemeinsam mit den nationalen statistischen Ämtern, verantwortlich für die Berichterstattung. Um die Mitgliedsstaaten in der Aufbereitung der vielfältigen Daten der Umweltgesamtrechnung zu unterstützen, stellt Eurostat Handbücher, Fragebögen, und Datenbanken bereit, oder führt Pilotstudien in einzelnen Ländern durch. Die Materialien dazu sind auf der Eurostat website verfügbar. Manche der vielfältigen Eurostat Aktivitäten werden an Vertragsnehmer ausgelagert. Dieser Vertrag umfasst unterstützende Leistungen in der Datenermittlung und Weiterentwicklung der physischen Umweltgesamtrechnung (Lot 2). Innerhalb des Vertrages ist das Institut für Soziale Ökologie in den Teilbereich der Materialflussanalyse (MFA, task 2) involviert, im speziellen umfasst das im Jahr 2020 folgende Aktivitäten: Berechnung der Daten für Domestic Processed Ouputs (DPO) für das Jahr 2017.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2020-09-01 - 2022-08-31

Für eine umfassende und tief greifende Dekarbonisierung der österreichischen Gesellschaft sind Veränderungen in Produktion und Wohnen erforderlich, die Veränderungen in Mobilität, Ernährung, Wohnen und Freizeitgestaltung ebenso mit sich bringen wie in Technologie, Arbeit und Produktionsmethoden (z.B. Digitalisierung). Die Erreichung der Ziele des Pariser Abkommens erfordert daher einen weitreichenden gesellschaftlichen Wandel, der zweifellos für jede Gesellschaft eine enorme Herausforderung darstellt (Brand 2016; Görg et al. 2017; Schleicher und Steininger 2017, 2018; Meyer und Steininger, 2017; Steininger et al. 2018; Pichler und Steininger, 2019). Sie erfordert die Beteiligung von Akteuren auf allen Ebenen, von nationalen Regierungen, Bundesländern und Gemeinden bis hin zum Privatsektor, zivilgesellschaftlichen Organisationen, organisierten Interessen und anderen Gruppen. Darüber hinaus muss sie sich mit den Lebensumständen aller befassen, um strukturelle Bedingungen zu schaffen, die es ermöglichen, veränderten Verbrauchereinstellungen, -praktiken, -wünschen und -bedürfnissen Rechnung zu tragen, um neue Werte oder mentale Landkarten für klimafreundliches Verhalten in fast allen Dimensionen des täglichen Lebens anzuregen. Darüber hinaus kann die Notwendigkeit der Anpassung an ein bereits beobachtetes sich veränderndes Klima zusätzliche soziale Veränderungen auslösen; solche Anpassungserfordernisse können für eine umfassende Transformation hin zu einem klimafreundlichen Leben genutzt werden, wenn sie in geeigneter Weise angegangen werden. Dieser Sonderbericht zielt darauf ab, die verfügbare Literatur zu verdichten, um Potentiale, Optionen, Tendenzen und Grenzen für die Schaffung struktureller Bedingungen zu identifizieren, die ein klimafreundliches Leben in verschiedenen Kontexten innerhalb Österreichs erleichtern, normalisieren und aufrechterhalten. Er liefert eine Bestandsaufnahme der wissenschaftlichen Diskussion über gesellschaftliche Transformationen in diesem Bereich, geht auf die Bandbreite der Transformationsoptionen in fünf großen Handlungsfeldern ein und identifiziert Querschnittsthemen wie Governance, Innovation oder Finanzen. Durch die Einbeziehung rechtlicher und finanzieller Perspektiven trägt sie dem hochgradig kontextuellen Charakter des gesellschaftlichen Wandels Rechnung und berücksichtigt die vielschichtigen "ererbten Regelungslandschaften" (Brenner und Theodore 2002:351) des Rechts- und Wirtschaftssystems, die die strukturellen Bedingungen eines klimafreundlichen Lebens reflektieren und beeinflussen. Es wird eine Synthese der wissenschaftlichen Erkenntnisse sowohl zur Analyse der Handlungsfelder als auch zu den Querschnittsthemen vorgelegt.

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