Hauptaugenmerk meiner Forschung ist die Untersuchung anthropogener Einflüsse auf verschiedenen räumlichen Ebenen auf die Artenvielfalt, Abundanz und funktionelle Zusammensetzung von Wildbienengemeinschaften, sowie auf deren Nahrungs- und Nistplatzressourcen. In Agrarökosystemen liegt der Fokus auf Auswirkungen unterschiedlicher Bewirtschaftungsintensitäten der landwirtschaftlichen Flächen wie etwa Bodenbearbeitung, Mähfrequenz, biologische oder konventionelle Bewirtschaftung. Es werden landschaftsökologische Parameter der Kulturlandschaft in die Analysen miteinbezogen um Aussagen über die Habitatqualität bzw. -konnektivität für Wildbienen treffen zu können. Die Wildbienenerhebungen erfolgen auf, für die jeweilige Fragestellung geeigneten, Flächen im Freiland meist mittels standardisierter Transektmethode. Dadurch ist es auch möglich, ohne erheblichen Mehraufwand, Interaktionsdaten zwischen Blütenbesuchern und Pflanzen zu sammeln. Mittels anschließender Analyse des Pollens, der von den gesammelten Bienenindividuen entnommen wird, lassen sich genauere Rückschlüsse auf die genutzten Nahrungsressourcen und die Bestäubung ziehen. In Abhängigkeit der Fragestellung werden Landschaftsdaten entweder durch die Nutzung existierender Datenbanken oder und durch genaueres Kartieren im Feld gesammelt und miteinbezogen.
Mit den Kolleg:innen an der BOKU Eva Schöll (IWJ), Markus Immitzer und Franz Suppan (Geomatik) und Kolleg:innen der HBLA Wein und Obst Klosterneuburg sowie dem Ingenieurbüro Christian Holler arbeite ich seit 2023 zum Thema Streuobstflächen in Österreich. Im Zuge des Projektes DivMoSt (2024-2025) wurden Streuobstbestände in ganz Österreich untersucht. Ziel war einerseits die Biodiversitätserfassung von Indikatortiergruppen (Wildbienen, Tagfalter, Heuschrecken, Vögel und Fledermäuse) in Streuobstbeständen. Andererseits wurde eine auf Geodaten gestützte Methode entwickelt, die eine bundesweite Erfassung der Streuobstbestände und die Dokumentation von deren Entwicklung zu ermöglicht. Als Basis waren dafür nicht nur vorhandene Geodaten sondern streuobstbaufachliche Erhebungen in allen Bundesländern nötig.
Ein weiterer Forschungsfokus bezieht sich auf die Verhältnisse (z.B. überlappende Nahrungsressourcennutzung) zwischen Wildbienen und Honigbienen – wie also Imkerei und Wildbienenschutz unter einen Hut gebracht werden können. Hierzu arbeite ich mit meiner Kollegin Julia Lanner gerade an einem Folgeprojekt (BeEcoVIE 2) der Initialstudie zur bienenökologischen Raumplanung in Wien (Siehe Ergebnisse von BeEcoVIE hier und hier). Im Folgeprojekt Wildbienen in Wien erhoben, und zwar dort wo aus den Ergebnissen von BeEcoVIE Datenlücken bekannt sind. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Modellierung von verfügbaren Nahrungsressourcen für Bienen in Wien.
Gemeinsam mit meinen Kolleg:innen Lukas Landler und Julia Lanner erforschten wir Aspekte räumlicher Ökologie und Lebensraumnutzung ausgewählter Bienenarten (Hummeln und Holzbienen) im Nationalpark Neusiedlersee-Seewinkel mittels Radiotelemetrie. Dazu wurden Individuen großer Bienenarten (z.B. Holzbienen) mit kleinen aktiven Sendern (Plecotus Solutions GmbH) ausgestattet und die Bewegungsdaten kontinuierlich von Empfängerstationen aufgezeichnet. Die Erkenntnisse über Lebensraumnutzung können dann in die Verbesserung von Schutzmaßnahmen miteinbezogen werden. Hier geht’s zu einem Video vom Bienenbesendern. Und hier geht’s zur Publikation über Wildbienentracking.
Mit meinem Kollegen Alexander Bruckner arbeite ich kontinuierlich an der Untersuchung relevanter Nistplatzparameter für bodennistender Wildbienen, wie zum Beispiel der Langlebigen Schmalbiene (Lasioglossum marginatum). Dafür werden zum einen Bodenparameter (Profiltiefe, Textur, Wassergehalt, pH, Leitfähigkeit, SOM, Evaporationsrate), Standortparameter (Vegetationsdeckung, Hangneigung, Exposition, Blütenangebot) sowie Landschaftsparameter (Landschaftstypen, Blütenangebot) gemeinsam vergleichend analysiert.