Bildung im öffentlichen Raum: Frauen*Spuren in Währing
Ein zentrales Element des Aktionstags war der feministische Stadtspaziergang „Frauen*Spuren in Währing“ mit Kulturvermittlerin Petra Unger. Die Tour begann gleich bei der BOKU im Türkenschanzpark – mit Stationen zu Pauline Metternich, Mäzenin und Netzwerkerin, sowie der Frauenrechtlerin Auguste Fickert. Von dort führte der Weg weiter zum Anna-Freud-Kindergarten, der an die Arbeit von Anna Freud und Dorothy Burlingham erinnert. Es folgten Stationen zu Edith Saurer, Pionierin der FrauenGeschichtsforschung, zu Ruth Maier, deren Tagebuch sie zur „österreichischen Anne Frank“ machte, sowie zu Ruth Mayenburg, Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus. Den Abschluss bildete ein Halt bei der Künstlerin Lieselott Beschorner – nahe der S-Bahn-Station Gersthof.
Der Spaziergang eröffnete einen Raum für plurale Perspektiven auf Geschichte – jenseits dominanter Narrative. Er machte sichtbar, wie weibliches* Wissen, politisches Handeln und künstlerische Praxis im öffentlichen Raum und in unserer Geschichtsschreibung marginalisiert oder ausgelassen wurden. Und er zeigte: Es reicht nicht aus, unsichtbare Geschichten zu ergänzen – wir müssen auch kritisch hinterfragen, wer Geschichte schreibt, welche Geschichten erzählt werden und welche wir verlernen müssen, um gesellschaftliche Machtverhältnisse zu erkennen und zu verändern.