Projektkurzbeschreibung:

Steigender Güterverkehr in Städten sowie die Forderung des „EU Weißbuchs Verkehr“ nach einer im Wesentlichen CO2-freien Stadtlogistik in größeren städtischen Zentren bis 2030 machen bereits heute grundlegende Veränderungen notwendig. Kurier-Express-Paket-Dienstleister (KEP) werden
zukünftig vor der Herausforderung stehen, nach Möglichkeiten für den Umschlag in urbanen Gebieten suchen zu müssen, und dabei mit der generellen Flächenknappheit konfrontiert sein. Im Projekt MiHu wird ein kooperativ genutzter Midi-Hub anhand eines generischen Modells simuliert
und ein Beurteilungsrahmen für potenziell geeignete Standorte ausgearbeitet. Der Begriff Midi-Hub bezeichnet in diesem Projekt ein innerstädtisches Güterkonsolidierungszentrum, das die Kapazität besitzt, einen größeren Stadtteil (nicht nur ein Quartier) mit Gütern zu versorgen und von mehreren KEP-Dienstleistern gemeinsam genutzt wird. MiHu geht einen wichtigen Schritt weiter als bisher durchgeführte Projekte: Es untersucht Prozesse im Hub, welche üblicherweise separat von einzelnen KEP-Dienstleistern und somit von mehreren Stellen parallel durchgeführt werden, und analysiert Möglichkeiten der Prozesskonsolidierung. Dies umfasst auch den Personal- und Fahrzeugeinsatz. Durch die Zusammenarbeit mehrerer großer KEP-Dienstleister (durch LOI
beteiligt: Österr. Post AG, GLS, DHL, DPD, UPS) können Grundlagen für die effiziente Gestaltung und Nutzung urbaner Logistikflächen erarbeitet und die Wettbewerbsfähigkeit des Verkehrssektors gestärkt werden. Auch Möglichkeiten der Mehrfachnutzung dieser Logistikflächen sowie eine
effiziente Zu- und Abflusssteuerung zu/von Midi-Hubs werden untersucht.
Die Entwicklung eines generischen Modells zur Standortwahl von urbanen Midi-Hubs bietet zukünftigen Vorhaben rund um die Etablierung von Midi-Hubs eine multikriterielle Entscheidungsunterstützung auf Basis qualitativer und quantitativer Faktoren. Dafür wird die Methode des Analytischen Hierarchieprozesses (AHP) angewendet. Ein generisches Optimierungsmodell erlaubt die Analyse des mit dem Midi-Hub in Verbindung stehenden
Stadtverkehrs sowie dessen Potenzial für eine Verkehrsverminderung und somit auch für die Reduktion von Emissionen in urbanen Gebieten. Ganz im Sinne des Interessensausgleichs zwischen Verkehrsweg / Lebensraum Mensch / Ökosystem zeichnet sich das Projekt MiHu durch einen konsequenten Stakeholdergruppen übergreifenden Ansatz aus (Stadtverwaltung, Bürgerinnen und Bürger, KEP-Dienstleister etc.). Durch die Entwicklung eines kollektiven Zielsystems, das außerdem nicht nur ökonomische, sondern auch ökologische und soziale Ziele der unterschiedlichen Stakeholdergruppen berücksichtigt, kann das Projektvorhaben gesamtheitlich bewerten werden. Das generische Modell wird anhand einer Fallstudie in Wien getestet, die Ergebnisse können auf
andere Städte entsprechend umgelegt werden. Unterstützend wird hierzu eine Landkarte mit chronologischen Handlungsanweisungen für die Umsetzung von kooperativ genutzten Midi-Hubs erstellt.