Bedarfsgerechte Lösungen im Öffentlichen Verkehr

 

Laufende Projekte:

Digibus Austria (DIGIBUS)

Die ERTRAC-Roadmap 2017 für die Entwicklung von automatisiertem Fahren beschreibt einen Entwicklungspfad für automatisierte urbane Mobilitätssysteme („automatisierte Shuttles“). In einem intermodalen Transportsystem sollen automatisierte Shuttles als bedarfsgesteuerte Zu-/Abbringer zu Mobilitätsknoten eine Schlüsselrolle einnehmen (Anwendungsfall 3 „Neue Flexibilität“ im österreichischen Aktionsplan Automatisiert – Vernetzt – Mobil). Trotz des enormen technischen Fortschritts der letzten Jahre zeigen aktuelle Realerprobungen, dass die derzeit am Markt verfügbaren Shuttles gegenwärtig in die Stufe 2 („Teilautomatisierung“) bzw. 3 („bedingte Automatisierung“) einzustufen sind (nach SAE J3016). Obwohl weltweit immer mehr Testversuche angekündigt bzw. durchgeführt werden, sind bisher wenige Forschungsprojekte bekannt, die eine systematische Weiterentwicklung von automatisierten Shuttles in Richtung höherer Stufen zum Ziel haben.

Das Leitprojekt Digibus Austria verfolgt das Ziel, Methoden, Technologien und Modelle zu erforschen und zu erproben, die einen zuverlässigen und verkehrssicheren Betrieb von automatisierten Shuttles auf öffentlichen Straßen im Mischverkehr in einer regionalen Fahrumgebung auf Stufe 3 nachweisen und die Grundlagen für die Erreichung der Stufe 4 („Hochautomatisierung“) schaffen. Folgende Ergebnisse sind zu erwarten: (1) Fahrumgebung und digitale Infrastruktur (Bewertung und Ausstattung der Fahrumgebung, (teil)automatisierte Werkzeugkette zur Ableitung der digitalen Fahrumgebung bzw. Fahrspur, zuverlässige Positionierung- und Kommunikation), (2) Fahrszenarien und Umgebungsinteraktion (regelkonforme und verkehrssichere Bewältigung von Fahrszenarien im Mischverkehr, verkehrssichere Interaktion mit anderen Verkehrsteilnehmern/-innen) sowie (3) automatisiertes Mobilitätssystem und Fahrgastinteraktion im fahrerlosen Betrieb (Einbindung in ein regionales Mobilitätssystem, Sprach- bzw. Video-basierte Fahrgastinteraktion im fahrerlosen Betrieb). Sämtliche Methoden, Technologien und Modelle werden im Projekt auf einer nichtöffentlichen (ÖAMTC Fahrtechnikzentrum Teesdorf oder Salzburg Ring) sowie zwei öffentlichen, regionalen Teststrecken (Salzburg Koppl und Wiener Neustadt) mit 100 Probanden/-innen erprobt und mit bis zu 10.000 Fahrgästen im Rahmen der NÖ Landesausstellung 2019 demonstriert. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für ein österreichisches Referenzmodell für die Realerprobung und den Betrieb von hoch- bzw. vollautomatisierten Fahrzeugen im öffentlichen Personennahverkehr. Als direkte Wirkungen werden 16 Folgeprojekte in Österreich mit einem Volumen von EUR 7.5 Mio., EUR 37 Mio. direktes internationales Marktpotential sowie mehr als 600.000 Fahrgäste in Österreich in den ersten drei Jahren nach Projektende erwartet. Digibus Austria mit einer Laufzeit von 3 Jahren wird unter der Leitung von Salzburg Research von einem hochkarätigen Partnerkonsortium von führenden Unternehmen (Kapsch TrafficCom, ÖBB Holding, PRISMA solutions, Commend, Fluidtime, HERRY Consult, EasyMile) sowie Forschungsinstituten (Virtual Vehicle, Austrian Institute of Technology, Universität Salzburg – Center for Human Computer Interaction, Universität für Bodenkultur Wien – Institut für Verkehrswesen, Factum) entlang der gesamten Wertschöpfungskette des ÖPNVs vom Fahrzeuganbieter bis zum Mobilitätsdienstleister durchgeführt.

Last-Mile - Erstellung eines regionalen Aktionsplans für nachhaltige und bedarfsorientierte Mobilitätslösungen in Osttirol (Last-Mile)

Räumliche und zeitliche Lücken im Mobilitätsangebot alternativ zur individuellen Pkw-Nutzung sind eine große Barriere für umweltfreundliches Verkehrsverhalten sowohl für die Gäste als auch für die Wohnbevölkerung in ländlichen Regionen.

Speziell aufgrund der oft geringen und räumlich ungleichmäßigen Verteilung der Nachfrage sowie der überdurchschnittlichen Weglängen sind konventionelle Verkehrslösungen wie Linienbusse mit großvolumigen Fahrzeugen sowie die Förderung des Fuß- und Radverkehrs nur in Teilgebieten als beste Lösung wirtschaftlich umsetzbar.

Ziel des Projektes LAST MILE ist es, bedarfsorientierte und nachhaltige Lösungen für regionale Mobilitätssysteme zu finden, um Gästen als auch BürgerInnen Alternativen zur PKW-Nutzung zu bieten. Ergebnis ist ein regionaler Aktionsplan, in dem entsprechende Maßnahmen zur Zielerreichung für die regionale Ebene definiert und in einer zweiten Phase umgesetzt werden.