BOKU, TU Wien und Vetmeduni stellen Weichen für die Zukunft der interuniversitären Kooperation am IFA-Tulln.

v.l.n.r.: Dr. Eva-Maria Binder (Biomin/DSM Austria), Prof. Dr. Andreas Farnleitner (TU-Wien, KLPU Krems), Prof. Rudolf Krska (BOKU University/IFA-Tulln), Vizerektor Prof. Peter Ertl (TU-Wien), Vizerektorin Mag. Nora Sikora-Wentenschuh (BOKU University), Vizerektorin Prof. Martina Marchetti-Deschmann (Vetmeduni), Priv.-Doz. Dr. Andreas Bartl (TU-Wien), Dr. Georg Reischer (TU-Wien), Ass.Prof. Dr. Elisabeth Varga (Vetmeduni, Prof. Martin Wagner (FFOQSI/ Vetmeduni), Ass.Prof. Dr. Claudia Kolm, (KLPU Krems), Dr. Stephan Freitag (BOKU University/IFA-Tulln), Rektorin Prof. Eva Schulev-Steindl (BOKU University), Mag. Martina Höllbacher (Land NÖ), Prof. Georg Gübitz (BOKU University/IFA-Tulln)

Unter dem Motto „Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft einer Erfolgsstory“ fand das erste Kooperationssymposium der Interuniversitären Forschungsplattform für Agrarbiotechnologie (IFA-Tulln) über den Dächern Wiens statt. Die zentrale Botschaft: Das IFA-Tulln ist und bleibt der zentrale Leuchtturm für interdisziplinäre Agrarbiotechnologie und interuniversitäre Forschung in Österreich.

Als das IFA-Institut Tulln im September 1994 gegründet wurde, galt das Modell als mutiges Experiment: Erstmals arbeiteten mit der BOKU, der TU Wien und der Veterinärmedizinischen Universität Wien drei Universitäten eng verzahnt an einem gemeinsamen Standort „unter einem Dach“.

Vom Experiment zum internationalen Spitzenfeld

Mehr als drei Jahrzehnte später hat sich diese Kooperation als international sichtbares Erfolgsmodell etabliert. Die Entwicklung lässt sich auch anhand konkreter Kennzahlen belegen:

  • Wissenschaftliche Exzellenz: Rund 200 interuniversitäre SCI-Publikationen dokumentieren Forschung auf internationalem Spitzenniveau – etwa im Bereich der Lebensmittelsicherheit, der global zu den Top 0,001 % zählt.
  • Wirtschaftlicher Impulsgeber: Das IFA-Tulln fungiert als zentraler Motor für den Wissenschaftsstandort Tulln mit über 1.200 Arbeitsplätzen im Forschungs- und Universitätsbereich sowie erfolgreichen Spin-offs, allen voran die Firma Agrobiogel.
  • Starke Drittmitteleinwerbung: Mehr als 50 gemeinsame nationale Projekte wurden umgesetzt; allein in den vergangenen fünf Jahren konnten – einschließlich COMET-Zentren – rund 40 Millionen Euro eingeworben werden.

Breites Forschungsspektrum und starke Partnerschaften

Das Symposium bot im TUtheSky-Saal der TU Wien neben einem eindrucksvollen Blick über Wien auch Einblicke in die thematische Vielfalt des IFA-Tulln. Die Forschung reicht von molekularer Diagnostik über Biotoxinforschung bis hin zu Kreislaufwirtschaft in der Lebensmittel- und Textilproduktion.

Die erfolgreiche Zusammenarbeit spiegelt sich auch in etablierten Kompetenzzentren wider, darunter das Austrian Centre of Industrial Biotechnology (ACIB), Bioenergy 2020 sowie das Kompetenzzentrum FFoQSI (Austrian Cmpetence Centre for Feed and Food Quality, Safety & Innovation). Ergänzt wird dies durch bislang fünf bewilligte Christian-Doppler-Labors.

Blick nach vorn: IFA 2030+

„Wir wollen sicherstellen, dass man auch in 30 Jahren sagen wird: Die Entscheidung, die interuniversitäre Forschungsplattform für Agrarbiotechnologie IFA-Tulln weiterzuführen, war eine hervorragende“, so BOKU-Rektorin Eva Schulev-Steindl. In Anwesenheit von Vizerektorin Nora Sikora-Wentenschuh (BOKU), Rektor Matthias Gauly und Vizerektorin Martina Marchetti-Deschmann (VetMedUni) sowie von Mag. Martina Höllbacher (Land NÖ, IFA-Beirat) und Prof. Andreas Farnleitner (KLPU Krems, IFA-Beirat) Gastgeber Vizerektor Peter Ertl (TU Wien) und über 70 Wissenschafter*innen wurde der klare Rückhalt der drei Partneruniversitäten weiterhin unterstrichen: Das IFA-Tulln hat seine Brückenfunktion zwischen den drei Gründeruniversitäten sowie zu den Industrie- und Forschungspartnern (wie Biomin/DSM) hervorragend unter Beweis gestellt. 

Die 2025 erfolgte Eingliederung des IFA-Tulln in das neu gegründete BOKU-Department für Agrarwissenschaften markiert seit rund einem Jahr ein neues Kapitel in der Geschichte des IFA-Tulln. Und der bahnbrechende Geist der Gründerväter von 1994 ist lebendiger denn je. Ziel ist es, das Vorzeigemodell am BOKU-Standort Tulln als Interuniversitäre Forschungsplattform für Agrarbiotechnologie IFA nicht nur zu erhalten, sondern auch - etwa auf den Bereich der Agrartechnologie - auszuweiten. Mit einer fokussierten Forschungsagenda – von der Wasser- und Toxinanalytik, über die Lebensmittelsicherheit bis hin zur Bioenergetik, Bioraffinerie & Umweltbiotechnologie – ist das IFA-Tulln bestens gerüstet, um weiterhin über den sprichwörtlichen Tellerrand zu blicken und zukunftsweisende interdisziplinäre Forschung am Campus Technopol Tulln durchzuführen. 

Über das IFA-Tulln

Das IFA-Tulln wurde 1994 als Interuniversitäres Forschungsinstitut für Agrarbiotechnologie (IFA-Tulln) von der BOKU, der Veterinärmedizinischen Universität Wien und der TU Wien gegründet. Ziel war es, durch räumliche und strukturelle Nähe eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Agrarbiotechnologie zu ermöglichen.
 Heute beschäftigt das IFA-Tulln mehr als 160 Mitarbeiter*innen und gilt als international anerkannte Einrichtung in der Agrar- und Umweltbiotechnologie sowie der Bioanalytik. Die Forschung wird unter anderem durch Christian-Doppler-Labors, COMET-Kompetenzzentren, FWF-Projekte und zahlreiche EU-Initiativen getragen.
 Mit der Integration in das BOKU-Department für Agrarwissenschaften im Jahr 2025 wurde die institutionelle Weiterentwicklung abgesichert. Ein Memorandum of Understanding zwischen den drei Partneruniversitäten bestätigt die Fortführung und Stärkung der interuniversitären Kooperation. Auch der etablierte IFA-Beirat unter Beteiligung der Universitäten und des Landes Niederösterreich bleibt bestehen.