Rund neun Prozent der weltweiten Stromproduktion stammen heute aus Kernenergie – mit leicht rückläufiger Tendenz seit den frühen 2000er-Jahren. Gleichzeitig ist der Anteil erneuerbarer Energien an der globalen Stromerzeugung von etwa 18 auf rund 30 Prozent gestiegen. Dennoch steht die Kernkraft wieder verstärkt im Fokus energiepolitischer Debatten. In Europa und darüber hinaus wird sie als möglicher Baustein einer klimafreundlichen Energieversorgung diskutiert und teilweise auch auf EU-Ebene gefördert.

Gleichzeitig basiert ein Großteil der weltweit betriebenen Reaktoren weiterhin auf älteren Bauarten, wie etwa jener des 2011 havarierten Kraftwerks Fukushima Daiichi. Während die Dekarbonisierung der Energiesysteme breite Zustimmung findet, bleibt umstritten, welche Technologien dafür geeignet sind. Sind neue Generationen von Kernkraftwerken tatsächlich sicherer? Wie lässt sich das Risiko kerntechnischer Anlagen in Krisen- oder Katastrophengebieten bewerten? Was hat das alles mit Kernwaffen zu tun? Und welche Rolle kann Kernenergie in Energiesystemen mit einem hohen Anteil erneuerbarer Energien spielen?

Vor diesem brisanten Hintergrund lädt der Energiecluster der BOKU University zur spannenden

Podiumsveranstaltung

Zwischen Reaktor und Rotor – Energiesicherheit im Krisenzeitalter 

Zeit: Dienstag, 17. März 2026, 18 Uhr
Ort: BOKU, Ilse-Wallentin-Haus, Erdgeschoss
          Peter-Jordan-Straße 82, 1190 Wien
und im Livestream auf https://www.youtube.com/live/WyKFJOOVsrI

 Impulsvorträge

Die großen Reaktorkatastrophen - was haben wir gelernt, was könnten wir noch lernen
Nikolaus Müllner, Institut für Sicherheits- und Risikowissenschaften (BOKU)

Grundlast, quo vadis - wie sich Stromnetze verändern (könnten)
Markus Dapralik, Institut für Sicherheits- und Risikowissenschaften (BOKU)

Die zivil-militärisch Ambivalenz der Kerntechnik 
Friederike Frieß, Institut für Sicherheits- und Risikowissenschaften (BOKU)

Saporischschia revisited - Herausforderung und Schwierigkeiten der nuklearen Sicherheit, die der Krieg in der Ukraine offenlegt
Bernd Hrdy, Institut für Sicherheits- und Risikowissenschaften (BOKU)

Gastvortrag

Nuclear/Natural Disaster and Energy Transition in Japan
Katsuya Yamori, Disaster Prevention Research Institute (Kyoto University)


Anschließend Diskussion mit

Friederike Frieß
Senior Researcher am Institut für Sicherheits- und Risikowissenschaften (BOKU)

Eva Gratzer-Heilingsetzer
Abteilungsleiter-Stellvertreterin, Allgemeine Koordination von Nuklearangelegenheiten (BMLUK)

Klaus Gufler            
Experte für Nukleare Sicherheit, Umweltbundesamt, Abteilung Industrie & Energieaufbringung.

Patricia Lorenz 
unabhängige Nuklearexpertin

Raphael Zimmerl
Sprecher für Atomschutz und erneuerbare Energie der Wiener Umweltanwaltschaft

Moderation: Gernot Stöglehner, Departmentleiter Landschaft, Wasser und Infrastruktur (BOKU)

An der BOKU University gibt es eine Vielzahl von Instituten und Arbeitsgruppen, die mittlerweile alle Aspekte der Energiewende abdecken und die Energieforschung vorantreiben. Der BOKU-Energiecluster ist eine BOKU-weite Plattform, die zur internen Vernetzung und zur nationalen und internationalen Sichtbarmachung der BOKU-Energieforschung beiträgt. Durch Veranstaltungen und Weiterbildungen soll in der Forschung generiertes Wissen schneller in Praxis und Gesellschaft ankommen. Wenn Sie Fragen zur Energieforschung haben, leiten wir Sie als zentrale Anlaufstelle gerne an die jeweiligen BOKU-Arbeitsgruppen weiter.
Weitere Informationen: www.boku.ac.at/boku-energiecluster