Auf der ganzen Linie gegen Lebensmittelabfälle

Lebensmittelabfälle zu verhindern bzw. zu reduzieren und gleichzeitig die Sicherheit der Lebensmittel- und Futtermittelkette zu gewährleisten, weckt EU-weit wachsendes gesellschaftliches, wirtschaftliches, ökologisches und politisches Interesse. Am Institut für Abfallwirtschaft der BOKU (ABF-BOKU) sind „Lebensmittelabfälle“ schon seit mehr als 10 Jahren ein wichtiger Forschungsbereich. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass auf Haushaltsebene deutlich mehr Lebensmittel verschwendet werden als auf allen anderen Stufen der Wertschöpfungskette.

Landwirtschaftliche Produktion: 

Auf Ebene der Primärproduktion ist die Datenlage in Österreich nach wie vor unübersichtlich. Daten beruhen bislang auf Befragungen (Schneider et al, 2014), die vom Institut für Abfallwirtschaft durchgeführt wurden. Im Jahr 2016 und 2017 wurden erstmals auch Feldverluste (Nacherntepotential) erhoben (STREFOWA, „Gleaning“-Pilotaktion).

Neben der Datenerhebung beschäftigt sich das Institut für Abfallwirtschaft auch dem Finden von Lösungen wie beispielsweise neuen Vermarktungswegen für Ausschussgemüse.

Produktion: Im Jahr 2017 wurden erstmals Daten in 10 verschiedenen Lebensmittelbranchen erhoben (Ökologie Institut, 2017). http://www.ecology.at/lebensmittelabfaelle_ind_aoeli.htm

Handel: Im Jahr 2014 wurden vom ABF-BOKU erstmals Erhebungen zu Lebensmittelabfällen im österreichischen Einzelhandel durchgeführt. Im Rahmen des Ende 2016 gestarteten FFG-Branchenprojekts „STOP Waste – SAVE Food“ beschäftigt sich das ABF-BOKU zusammen mit dem Institut für Lebensmitteltechnologie der BOKU sowie weiteren Projekt- und Industriepartnern ganz praxisnah mit der Frage, ob optimierte Verpackungen wirklich zu einer Verlängerung der Haltbarkeit von Lebensmitteln und damit zu einer Reduktion der Lebensmittelabfälle führen.
Im Rahmen des Forschungsprojekts „Stop Wast – Save Food“ wurden dazu zahlreiche Daten generiert und Erkenntnisse gewonnen, die jetzt im Leitfaden -Lebensmittel - Verpackungen“ öffentlich zugänglich gemacht werden.

Außer-Haus-Verpflegung: Im Rahmen verschiedener Projekte bzw. Initiativen (z.B. STREFOWA, UnitedAgainstWaste) werden Aufkommen und Zusammensetzung der Lebensmittelabfälle in der Gastronomie und Tourismusbranche (Großküchen in Hotels und Restaurants, Event-Catering-Betriebe, …) analysiert sowie Möglichkeiten zur Vermeidung aufgezeigt. (United Against Waste Homepage)

Haushalte: Zahlreiche Aktivitäten des ABF-BOKU zielen darauf ab, das Bewusstsein für Lebensmittelverschwendung von KonsumentInnen zu erhöhen. Dabei wurden Materialien für unterschiedliche Altersgruppen entwickelt – Schulmaterialien und Workshopprogramme für die Jüngsten und Informationskampagnen für Erwachsene (z.B. Erste Hilfe Box). Andererseits erhebt das ABF-BOKU seit Jahren Daten über das Lebensmittelabfallaufkommen aus Haushalten dazu werden Sortieranalysen, Lebensmitteltagebücher und Befragungen durchgeführt.

Das ABF-BOKU setzt sich außerdem für die methodische Weiterentwicklung von Ansätzen zur Valorisierung von Lebensmittelabfällen ein – wie z.B. beim EU-Projekt Refresh.

Das Kompetenznetzwerk #reducefoodwaste (http://www.reducefoodwaste.eu/network.html) wurde von der Universität für Bodenkultur, gemeinsam mit der Ungarischen Forschungsorganisation Bay Zoltán Nonprofit Ltd. for Applied Research und dem Österreichischen Ministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus als neue Dachorganisation mit dem Schwerpunkt Vermeidung und Management von Lebensmittelabfällen ins Leben gerufen.

Die neuesten Informationen zu allen Lebensmittelabfall-Projekten des ABF-BOKU finden Sie auch auf Facebook!

Hier finden Sie Materialien zum Download, die zum Thema Lebensmittelabfallvermeidung in den letzten Jahren entwickelt wurden.