26.05.2026 - Klimawandel bedingt Auftreten hochgiftiger Mykotoxine im Tullnerfeld
BOKU-Studie berichtet über ersten Nachweis von Aflatoxin B1 in Niederösterreich.
Eine kürzlich veröffentlichte gemeinsame Studie der Institute für Bioanalytik sowie für Nutzpflanzenzüchtung und Genomik an der BOKU University in Tulln berichtet erstmals über den Nachweis von Aflatoxin B1 in Niederösterreich. Dieses hochgiftige Schimmelpilzgift gehört zu den krebserregendsten natürlichen Stoffen und kann schon in geringsten Dosen Leberkrebs auslösen. Es wurde in Mais in einer Konzentration über dem von der EU für Mais festgelegten Grenzwert nachgewiesen.
„Ursprünglich wurde der TTox-Feldversuch ins Leben gerufen, um den Einfluss des Klimawandels auf Fusarium-Toxine wie Deoxynivalenol zu untersuchen. Als unser Doktorand Patrick Rennhofer uns den Nachweis von Aflatoxin B1 meldete, waren wir ziemlich überrascht. Wir konnten es kaum glauben und habe eine Wiederholung der Messungen verlangt“, so die Chemiker Stephan Freitag und Michael Sulyok.
Seit 2024 läuft am IFA Tulln der Feldversuch TTox-Monitor. Ziel ist es, den Einfluss des Klimawandels auf das Auftreten verschiedener Mykotoxine in Weizen und Mais zu erfassen. Aflatoxin B1 wird von Schimmelpilzen der Gattung Aspergillus gebildet und tritt eigentlich vor allem in heißen bzw. tropischen Regionen auf.
Interdisziplinäre Forschung mit großem Potenzial
„Die Ergebnisse des ersten TTox-Jahres zeigen eindrucksvoll das Potenzial der interdisziplinären Forschung am IFA Tulln“, betonen die Leiter der beteiligten Institute, Rudolf Krska und Hermann Bürstmayr. „Ohne die Kombination aus analytischer Chemie und Pflanzenzucht-Expertise wäre dieser Studie nicht möglich gewesen.“
Die publizierten Ergebnisse unterstreichen den Einfluss des Klimawandels auf die Lebens- und Futtermittelsicherheit auch in moderaten klimatischen Regionen wie Österreich. In naher Zukunft ist mit einem häufigeren Auftreten von Aflatoxin B1 zu rechnen. Daher sind ein verstärktes Monitoring, weitere Forschung und präventive Maßnahmen notwendig. Dementsprechend soll der TTox-Monitor-Feldversuch noch einige Jahre weiterlaufen, unter anderem durch die Kooperation mit dem Kompetenzzentrum für Futter- und Lebensmittelqualität, Sicherheit und Innovation (FFoQSI).
Die Studie zum Nachlesen: https://doi.org/10.1016/j.foodcont.2026.112258
Foto eines Maiskolbens mit Fusarium-Infektion ©BOKU University:
https://bokubox.boku.ac.at/#477722ab682d44959e6c65f8bc15dad7
Wissenschaftlicher Kontakt:
Dr. Stephan Freitag
Institut für Bioanalytik und Agro-Metabolomics
BOKU University
E-Mail: stephan.freitag(at)boku.ac.at
Tel.: +43 1 47654 – 97312