Lehrveranstaltung Exkursion zur Ingenieurbiologie 2026
Masterstudierende der BOKU University auf Exkursion in Steiermark und Wien
Kurzbericht:
Im Masterstudium Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur führte das Institut für Ingenieurbiologie und Landschaftsbau der BOKU eine dreitägige Exkursion in der Steiermark und in Wien durch. Geleitet wurde sie von DI Anna Katharina Briefer, BSc, Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Rosemarie Stangl und Prof. Priv.-Doz. DI Dr.nat.techn. Johann Peter Rauch. Gezeigt und diskutiert wurden ingenieurbiologische Maßnahmen unterschiedlichen Alters an Fließgewässern, Hängen, Böschungen, Gräben sowie Erosionsschutzmaßnahmen oberhalb der Waldgrenze.
Tag 1: Deponie Longsgraben – Semmering-Basistunnel (Steiermark). Die Deponie Longsgraben ist ein zentrales Element des ÖBB-Großprojekts. 4,25 Mio. m³ Aushubmaterial wurden eingebracht, die Fläche mit rund 53.000 Bäumen und Sträuchern begrünt. DI Jakob Grohmann (Topio) erläuterte Lagenbau, Erosionsschutz und Wiederaufforstung. Eindrucksvoll: die technische Dimension und die Integration ökologischer Ziele auf der Baustelle.
Tag 2: Steilhangsicherungen in Gasen (Steiermark). Nach einem herzlichen Empfang durch Bürgermeister Erwin Gruber stand der 2024 eröffnete, bereits mehrfach ausgezeichnete Erlebnisweg „Wasser: Lebensquell und Naturgefahr“ im Mittelpunkt. Der Themenweg verbindet Hochwasserschutz mit Umweltbildung und Naturerlebnis – mit Highlights wie dem schwebenden Wasserkino „Aquaplexxx“, interaktiven Lernstationen, Wasserspielplatz sowie künstlerisch gestalteten Schutzbauwerken. Anschließend präsentierte DI Armin Schillinger (WLV GBBL Steiermark Ost) aktuelle Sicherungs- und Schutzprojekte. Deutlich wurden Rolle und Nutzen ingenieurbiologischer Maßnahmen in alpiner Infrastruktur sowie die damit verbundenen logistischen Herausforderungen.
Tag 3: Liesingbach (Wien). Vor Ort wurden Renaturierung und Hochwasserschutz entlang des Liesingbaches vorgestellt. Die Maßnahmen insbesondere die naturnahe Gestaltung von Gerinne und Ufern, die ökologische Aufwertung durch Struktur- und Habitatmaßnahmen, abschnittsweise Aufweitungen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes, Durchgängigkeit für aquatische Organismen sowie die behutsame Einbindung von Erholungswegen.
Learning Outcomes: Die Studierenden lernten vielfältige ingenieurbiologische Baumethoden in situ kennen und verstanden Anwendung, Umsetzung, Funktion und Entwicklung. Sie können den standortgerechten, fachgerechten Einsatz beurteilen, erforderliche Pflegemaßnahmen reflektieren und den methoden sowie baustellenübergreifenden Kontext fachlich diskutieren.
Tag 3: Liesingbach, Wien