Team BOKU - Routine im Ausnahmezustand

Montag, 20. April 2020
Letzter Eintrag

Wir habe es uns an der BOKU zur Aufgabe gemacht, den Universitätsalltag während der Corona-Pandemie so gut es geht aufrechtzuerhalten und gleichzeitig die Gesundheit aller Studierenden und Mitarbeiter*innen bestmöglich zu schützen.

Der Fokus liegt dabei darauf, Sie so früh wie möglich über neue Entwicklungen und Entscheidungen zu informieren und – was ebenso wichtig ist – Ihnen trotz der derzeitigen Isolation ein Gemeinschaftsgefühl zu vermitteln.

Das Corona-Tagebuch gibt Ihnen noch mehr Hintergrundinfos zum eingeschränkten Universitätsbetrieb. Bereits seit fünf Wochen kommen darin jene zu Wort, die sich derzeit intensiv darum kümmern, dass der Uni-Alltag nicht zum Stillstand kommt.

An dieser Stelle möchte ich mich für Ihre persönlichen und beherzten Einträge bedanken. Was könnte den BOKU-Spirit im Moment besser einfangen, als Einblicke wie diese.

Wenn wir heute das Tagebuch schließen, ist das gleichzeitig der Start für ein in Kürze an dieser Stelle erscheinendes, neues Format mit Schwerpunkt „Macht der Virus die Zukunft nachhaltiger?“. Darin stellen unsere Forscher*innen in Kurzvideos ihre Ideen und Zukunftsperspektiven für eine sozio-ökologischen Wende vor.

Starten Sie mit uns gemeinsam den Prozess, was wir aus der Corona-Krise für eine nachhaltige Entwicklung lernen können - und bleiben Sie gesund!

Hubert Hasenauer
Rektor

Homeoffice im TÜWI-Style (c) Julia Buchebner

Freitag, 17. April 2020

Seit Corona ist kein Stein auf dem anderen geblieben. Obwohl ich die Krise auf vielen Ebenen als herausfordernd erlebe, bin ich gleichzeitig sehr dankbar dafür, wie gut ich es eigentlich habe. 

Ich bin gesund. Ich habe eine Wohnung, in der ich mich pudelwohl fühle. Ich habe einen Partner, der mich immer unterstützt und mir „Unterschlupf“ in seinem Homeoffice-Büro gewährt. Unser Büro sieht sogar aus wie das im TÜWI mit den vielen Kletterpflanzen an der Wand ;-) Ich habe wunderbare KollegInnen am gW/N, mit denen ich regelmäßig konferiere oder virtuell einen Kaffee trinken gehe. Und ich habe eine Arbeit, in der ich Sinn und Sicherheit finde.

Das Arbeitsfeld an sich hat sich aber durchaus verändert. Der BOKU-Nachhaltigkeitstag und der Zukunftsdialog, den wir im Rahmen eines Forschungsprojektes mit JungpolitkerInnen zum Thema Klimazukunft geplant hatten, sind ja gleich mal ins Wasser gefallen. Jetzt habe ich kurzerhand mit KollegInnen der BOKU Öffentlichkeitsarbeit, des CCCA, des UniNEtZ-Projektes und der Scientists4Future ein neues Projekt aus dem Hut gezaubert: Wir planen eine Video-Serie mit Kurzstatements seitens der Wissenschaft, um alternative Lösungswege, ganzheitliche Betrachtungsweisen und etwaige gesellschaftliche Transformationschancen vor dem Hintergrund der Corona-Krise aufzuzeigen. In Kürze auf der BOKU-Website zu sehen!

Ich finde es wichtig, gerade jetzt, wo alle verunsichert und orientierungslos sind, den öffentlichen Diskurs mit positiven Bildern zu bereichern. Wie können wir das Beste aus der Krise machen? Wo liegen die Hebel für eine echte Transformation in Richtung Nachhaltigkeit? Wo wollen wir als Gesellschaft eigentlich hin? Das sind Fragen, die mich und meine KollegInnen zurzeit sehr beschäftigen. Und das sind auch Fragen, die jetzt gestellt werden müssen, wenn wir ein „zurück zum (nicht nachhaltigen) business as usual“ vermeiden wollen. 

Ich persönlich fühle mich seit Corona jedenfalls motivierter denn je, an dieser Veränderung mitzuwirken. Und ich freue mich gerade über jede Initiative, jede Online-Konferenz, jeden Artikel und über jeden Einzelnen, der an dieser entscheidenden Weggabelung im Sinne einer lebenswerten und nachhaltigen Zukunft denkt, forscht oder handelt. 

Julia Buchebner
Zentrum für Globalen Wandel & Nachhaltigkeit 

Sehnt den Tag herbei, an dem die Friseure wieder öffnen (c) Claudia Michl mit selbstgemaltem Corona-Pinguin

Donnerstag, 16. April 2020

Die vierte Woche im Homeoffice ist bereits geschafft. Die Bandbreite der verschiedenen IT-Tools erleichtert die Heimarbeit enorm. Vor einem Monat sind wir noch von Meeting zu Meeting gehetzt - kann sich das eigentlich noch jemand vorstellen? - nun von Onlinemeeting zu Onlinemeeting. Ich freue mich natürlich schon darauf, meine Kolleg*innen wieder persönlich zu treffen und die Welt außerhalb meiner vier Wände mit neuer Sichtweise zu entdecken. Von Zeit zu Zeit fällt mir dann eben doch die Decke auf den Kopf und ich beginne beispielsweise die Wände zu bemalen… Wie war das nochmal mit Ischgl und den Pinguinen? - Egal, zurück zur Arbeit!

Wir leben inmitten herausfordernder Zeiten. Die Covid-19-Krise führt uns die Schwächen unserer sonst so stabil scheinenden Systeme vor Augen, im privaten wie im gesellschaftlichen Bereich, auf nationaler wie internationaler Ebene. Die Klima- und Nachhaltigkeitsforschung bleibt daher weiterhin enorm gefragt. Die Stimme der Wissenschaft hat in den letzten Wochen in den Entscheidungsfindungen direkten Platz gefunden. Lösungen und alternative Ansätze, wie wir als Gesellschaft aus der Krise gestärkt hervorgehen könnten, müssen in Entscheidungsfindungen berücksichtigt werden. Dieser positive Aspekt der Veränderung sollte uns Antrieb geben, nicht einfach zum alt bekannten Status-Quo zurückkehren zu wollen, sondern einen Weg "zurück in die Zukunft" einzuschlagen, koste es, was es wolle! Die Angst vor Veränderung darf uns dabei nicht (länger) lähmen.

Ja, es sind herausfordernde Zeiten, aber auch außergewöhnliche! Wir alle zusammen können jetzt den gesellschaftlichen Wandel mitgestalten. Es gibt viel zu tun!

Claudia Michl
Climate Change Centre Austria (CCCA)

ÖH BOKU Bildungspolitik in Zeiten von Corona (c) Marcus Beringer

Mittwoch, 15. April 2020

Wie alle anderen Einrichtungen der BOKU ist natürlich auch die ÖH BOKU von den aktuellen Einschränkungen stark betroffen. Die sonst so beliebten Veranstaltungen fallen aus, in der ÖH-Lounge herrscht kein reges Treiben mehr und auch die Sprechstunden der Referate und Studienvertretungen sind bis auf Weiteres abgesagt. 

Das bedeutet aber nicht, dass die Beratung für Studierende derzeit komplett ausfällt – ganz im Gegenteil! Uns als Referat für Bildungspolitik, das sich vor allem mit studienrechtlichen Problemen beschäftigt, erreichen derzeit mehr E-Mails als zuvor: Wie schaut es in der aktuellen Situation mit dem Studienabschluss aus? Wie läuft das jetzt mit Studienbeitrag und Toleranzsemestern? Wann kann ich meine Prüfungen absolvieren?

Um die dringendsten Probleme zu besprechen und Aufgaben zu verteilen, "treffen" wir uns alle zwei Wochen via Zoom und auch sonst werden viele Telefonate geführt. Noch mehr als sonst ist eine enge Abstimmung vor allem mit dem Vorsitz der ÖH BOKU wichtig, um über aktuelle Neuigkeiten im Bilde zu sein und aktuelle Herausforderungen zu besprechen.

Für uns Studierende sind noch viele Fragen offen. Offizielle Informationen kommen oft recht spärlich und erst spät. Lehrveranstaltungen und Prüfungen sollen prinzipiell digital abgehalten werden – doch allzu oft fehlt es an adäquatem E-Learning-Material, das über Powerpoint-Folien auf BOKUlearn hinausgeht. Viele Prüfungstermine wurden - wohl aus Unsicherheit - vorsorglich abgesagt oder auf Mai und Juni verschoben. Wenn jetzt für dieses Semester, in dem von regulärem Studieren keine Rede sein kann, auch noch Studienbeiträge gezahlt werden sollen, stellt das viele Studierende vor ein existenzielles Problem.

Abschließend möchte ich noch ein Dankeschön – oder eigentlich mehrere – aussprechen: an alle Kolleg*innen der ÖH BOKU, die sich weiterhin für eine bestmögliche Vertretung der Studierenden engagieren. An Studiendekan Hermann Peyerl, der bei Problemen stets rasch und kompetent versucht, Abhilfe zu schaffen. An Vizerektorin Sabine Baumgartner, die für das Feedback der ÖH BOKU stets ein offenes Ohr hat, um an Verbesserungen zu arbeiten. An die Abteilung E-Learning und Didaktik sowie die BOKU-IT, die innerhalb kürzester Zeit die Grundlagen für passende und praktikable E-Learning-Lösungen geschaffen haben. Und an jene Lehrende, die diese Möglichkeiten mit viel Engagement für ihre Lehrveranstaltungen umgesetzt haben.

Marcus Beringer
Referent für Bildungspolitik an der ÖH BOKU

Wer wünscht sich das nicht: Einen Arbeitsplatz mit Blick in Richtung Meer - wenn auch nur im Bildschirmhintergrund (c) Harald Rennhofer

Dienstag, 14. April 2020

Zum Glück war der Arbeitsplatz mit dem großen Bildschirm schon vor dem Shutdown voll eingerichtet. Sowohl meine Frau als auch ich arbeiteten immer wieder einmal von zu Hause aus (weiter). Jetzt, wo wir beide Vollzeit im Homeoffice tätig sind, mussten wir recht bald einen zweiten organisieren. Und der parallel dazu laufende „Schulbetrieb“ unserer Tochter verwandelt die Wohnung endgültig in ein Großraumbüro.

Wir Erwachsene starten recht früh in den Arbeitstag, für unsere Tochter beginnt die „Schule“ erfreulicherweise erst um 9Uhr. Sie hat derzeit auch keine Hausübungen, nur „Schulübungen“. Das Büro muss auch für die tägliche Turnstunde herhalten. Zumindest endet die „Schule“ pünktlich, während sich mein Arbeitstag mitunter bis in die Nacht dahinziehen kann. Wenn ich nicht gerade eine Besprechung oder Vorlesungen habe, arbeite ich am Computer. Vieles kann ich über VPN erledigen, einen Gutteil der aktuellen Arbeit aber auch offline. Es lässt sich natürlich nicht alles von zu Hause aus machen. Derzeit ruht die gesamte Labor-Forschung und die direkte Interaktion mit den KollegInnen, StudentInnen und auch andere Aktivitäten am Institut fehlen mir.

Um diese Zeit gut zu überstehen, sind Humor und eine gewisse Routine nötig. Und diese hat sich bei uns auch rasch eingestellt. Trotzdem ist jeder Tag für sich nach wie vor eine Herausforderung und vergeht wie im Flug. Ich kann kaum glauben, dass schon die vierte Woche im Homeoffice vorbei ist.

Ich wünsche allen viel Gesundheit und ein schnelles Internet - und freue mich auf ein hoffentlich baldiges Wiedersehen!

Harald Rennhofer
Institut für Physik und Materialwissenschaft

Repariert Schlüpftrichter in seiner „Homeworkstatt“ (c) Patrick Vavru

Freitag, 10. April 2020

Seit Dezember bin ich an der BOKU als Techniker angestellt. So trifft mich die Krise noch mitten in meiner „Anlernzeit“. Meine Beschäftigung am Institut für Hydrobiologie und Gewässermanagement ist sehr vielfältig. Jetzt habe ich sogar die Möglichkeit, Erfahrung im Homeworking zu sammeln. Die Werkstatt zu Hause ist dabei sehr hilfreich. In den vergangenen Tagen habe ich - wie man am Foto sehen kann - eine Emergenz Falle repariert, mit der in seichten Flüssen schlüpfende Insekten gefangen werden.

Meine Arbeit beschränkt sich jedoch sind nicht nur auf handwerkliche Tätigkeiten. Die von mehreren Instituten genutzte IHG-Werkstatt verlangt auch organisatorisches und sicherheitstechnisches Geschick, das ich bei der derzeit durchgeführten Neugestaltung gut einbringen kann. Das alles betreibe ich jetzt im Homeoffice. Künftig sollen alle Kolleginnen und Kollegen vom einfacheren Zugriff auf Werkzeuge, von der besseren Lagerung der Materialien etc. profitieren.

Ein bis zwei Mal in der Woche bin ich auch mit dem Team der „Notmannschaft“ im Einsatz, die die dringendsten Arbeiten an der BOKU vor Ort verrichtet. Dazu zählt die Kontrolle der laufenden Geräte, die Verteilung der ankommenden Post, die Bearbeitung von Rechnungen und vieles mehr - natürlich unter Einhaltung der gegeben Hygienemaßnahmen.

Neben der Halbtagsbeschäftigung an der BOKU studiere ich auch noch an der TU Wien, die derzeit ebenfalls auf e-Learning umstellt. Mit meinen Home-Workouts und Haushaltstätigkeiten ist mein Tag dann vollends ausgefüllt.

Zum Schluss noch: Hände waschen nicht vergessen ;-)

Patrick Vavru
Institut für Hydrobiologie und Gewässermanagement

Hat bereits seit Jahrzehnten ein gut ausgestattetes Homeoffice (c) Martin H. Gerzabek

Donnerstag, 9. April 2020

Die vergangenen drei Wochen waren ausgefüllt mit dringend notwendigen Tätigkeiten: Das Institut bzw. die Arbeitsgruppe krisensicher zu machen, mit den Kolleg*innen die anstehenden Prüfungen und Vorlesungen auf Videostream umzustellen, die ersten Verteidigungen von Masterarbeiten in Zoom abzuhalten und so weiter ...

Was am Institut für Bodenforschung noch dazu kommt, ist, dass wir ein großes Labor betreiben und dieses weitgehend stilllegen mussten. Einzelne Langzeitversuche müssen aber weiterlaufen. Daher haben wir einen Journaldienst eingerichtet, bei dem ich mich an zwei Tagen der Woche beteilige. Und auch die Christian Doppler Gesellschaft musste noch in den Krisenmodus übergeführt werden.

Ein Heimbüro habe ich ohnedies schon seit Jahrzehnten. Dort bin ich sehr gut eingerichtet und damit voll arbeitsfähig. Am 13. März, dem letzten Tag der offenen Geschäfte, erwarb ich zehn Minuten vor Geschäftsschluss noch schnell einen E-Roller, von mir liebevoll „Mopsi“ genannt. So habe ich mich von den Öffis unabhängig gemacht.

Es ist wirklich interessant, wie schnell wir uns alle an die Videokonferenzen gewöhnt haben und sich jeder bemüht, dazuzulernen, um die Digitalisierung voranzutreiben - das gilt besonders für mich als Digital Immigrant. Die Umsetzung von virtuellen Bodenkundeexkursionen stellt derzeit eine ziemliche Herausforderung dar! Die von der BOKU rasch zur Verfügung gestellten Weiterbildungsmaßnahmen helfen dabei sehr.

Ich wünsche allen Gesundheit, Geduld und Zuversicht in dieser neuen Situation!

Martin Gerzabek
Institut für Bodenforschung 

Trotz anfänglicher Vorbehalte jetzt voll dabei (c) Evelin Kamper

Mittwoch, 8. April 2020

So fühlt sich also Homeworking an! Im „normalen“ Arbeitsalltag ist es selten ruhig in meinem Büro. Pausenlos ein reges Kommen und Gehen von Mitarbeiterinnen, Mitarbeitern und Studierenden - und eigentlich mag ich das sehr. Daher stand ich dem bevorstehenden Homeoffice eher skeptisch gegenüber.

Am Montag, dem 16. März, war ich zum letzten Mal am Institut. Ich habe mir noch einen freien Laptop geschnappt und bin damit nach Hause. Für wie lange wissen wir derzeit alle nicht.

Am Dienstag, dem 17. März, habe ich dann ein neues Kapitel in meinem Arbeitsleben begonnen. Obwohl ich es vorher noch nie ausprobiert habe und ich es mir ehrlich gesagt auch nicht vorstellen konnte: Homeworking funktioniert reibungslos! WhatsApp-Gruppen, die wir für unser Department-Team angelegt haben, machen einen raschen Austausch möglich, die Institutsleiterrunde findet per Zoom statt, ebenso die Lehrveranstaltungen, Sprechstunden, mündlichen Prüfungen und Korrekturtermine für unsere Studierenden. Durch den VPN-Client habe ich Zugang zu meinen Daten, ich arbeite wie auf meinem Rechner im Büro - teilweise sogar effizienter, weil ungestört.

Da wir am Department für Bautechnik und Naturgefahren auch im „wirklichen“ Arbeitsalltag auf zwei verschiedene Arbeitsorte (Schwackhöferhaus und Exnerhaus) aufgeteilt sind, hat sich wiederum nicht so viel verändert: Monika Stanzer ist wie immer eine tolle Ansprechpartnerin. Die Unterstützung durch die Kolleginnen und Kollegen, die Instituts- und Departmentleitung ist grandios!

Was ich wirklich sehr vermisse, ist das gemeinsame Mittagessen. Auch wenn der Online-Austausch auf allen möglichen Plattformen reibungslos funktioniert, ein gemeinsames Miteinander kann es nicht ersetzen. Für die Zukunft hoffe ich, dass wir nach Corona sensibler und wertschätzender mit uns, unseren Mitmenschen und unserer Umwelt umzugehen lernen. Zoom-Meetings statt langer Dienstreisen wären ein Anfang, eine Entlastung für die Umwelt und auch für die reisenden Kolleginnen und Kollegen.

Ich wünsche Euch alles Gute und bleibt gesund!

Evelin Kamper
Institut für Konstruktiver Ingenieurbau

Auch Theseus, die griechische Bracke, ist zufrieden mit dem Geleisteten (c) David Stenitzer

Dienstag, 7. April 2020

Zu Beginn der Homeoffice-Zeit dachte ich, es würde schwer werden, genauso produktiv zu sein wie an der Uni. Mittlerweile klappt es aber schon ganz gut.

Woche 4 nach dem Lockdown: Der Wecker läutet pünktlich um 8Uhr – eines der wenigen Dinge, die sich nicht geändert haben. Normalerweise müsste ich jetzt den Hund aufwecken und mit ihm eine Runde spazieren gehen. Nachdem ich aber sowieso den ganzen Tag zu Hause bin, lasse ich ihn schlafen und setze mich an meinen Laptop.

Zuallererst – wie auch im Büro – checke ich meine E-Mails und mach' mir einen vernünftigen Plan für jene Dinge, die ich heute erledigen möchte. Es ist dann doch anders als im Büro, wo man sich morgens mit seinen Arbeitskollegen über die Arbeit und das Weltgeschehen unterhalten kann. Daher nutze ich zurzeit die sozialen Medien, um mich auszutauschen. So liegt mein Handy mit WhatsApp bereit, falls sich die Kollegen melden. Nachmittags haben wir uns zu einem Gruppenmeeting über Zoom verabredet.

Mittlerweile ist es 11Uhr geworden und mein Hund beschließt nun auch, ausgeschlafen in den Tag zu starten. Also gehen wir eine dreiviertel Stunde an die frische Luft. Tut eigentlich ganz gut bei all der Laptoparbeit. Vielleicht sollte man auch an normalen Arbeitstagen öfters sein Gehirn auslüften, um neue Energie zu tanken. Nach dem Spaziergang wird noch kurz mit dem Hund gekuschelt - und dann geht es wieder an die Arbeit.

Um 13Uhr startet unser Groupmeeting. Teils wird über die Arbeit diskutiert, teils aber auch darüber, wie es uns so mit der Situation geht. Die Gruppendynamik stimmt. Es tut gut, die Gesichter der Kollegen wieder zu sehen! Nach dem verspäteten Mittagessen wird Literaturrecherche gemacht – eine der wenigen Beschäftigungen, die noch uneingeschränkt möglich ist. Zwar würde ich viel lieber ins Labor gehen und jene Experimente durchführen, die ich mir in der letzten Zeit überlegt habe, aber dazu werde ich hoffentlich bald wieder kommen. Bis dahin heißt es durchhalten und zu Hause bleiben!

David Stenitzer
Institut für Biochemie

Kurz einmal wieder Büroluft schnuppern (c) Klaus Hackländer

Montag, 6. April 2020

Nach drei Wochen Homeoffice war ich vergangenen Freitag wieder an der Alma mater viridis. Am Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft arbeiten seit Mitte März entweder alle zu Hause oder in ihren Untersuchungsgebieten. Beim letzten Instituts-Jour Fixe ( abgehalten via Zoom) hatte ich angekündigt, nach dem Rechten zu sehen. Wie schön: Vor dem Mendelhaus blüht die Magnolie in voller Pracht - mit leichten Frostschäden. Und es ist gespenstisch ruhig. Ich hatte das Gefühl, nur die Security-Mitarbeiterin in der Portierloge und ich waren da. 

Zuerst ging ich die Post durch und scannte für meine MitarbeiterInnen Rechnungen, Arbeitsverträge und Dienstreiseabrechnungen ein, die sich mittlerweile angesammelt hatten. Dann richtete ich mich für meine anstehenden Zoom-Meetings ein: zwei fürs Masterseminar und einen PowerPoint-Vortrag im Rahmen des Pflichtpraxisseminars. Bis zu 11 TeilnehmerInnen hören dabei durchschnittlich zu und diskutierten mit. Schön, wenn man sich über diese Wege wenigstens ab und zu sieht! Tatsächlich gehen mir die Studierenden auch schon echt ab ...

Mittags gönnte ich mir meine von zuhause mitgebrachte Banane. Man isst in Zeiten von Homeoffice ohnehin ein Vielfaches als üblich. Unser technischer Mitarbeiter, Rudi Hafellner, rief mich an und bat um einen Scan aus einem Rotwildbuch, das in unserer Fachbibliothek steht. Auch die Altersbestimmung von Rotwild geht im Homeoffice-Modus weiter und so schleift Rudi die Kiefer von erlegten Rothirschen eben zu Hause.

Mein erster Rundgang galt dem Blumengießen. Die Pflanzen schienen schon auf mich zu warten. In einem Büro fand ich meine lang vermisste Hasen-Teetasse. Dann räumte ich die Spülmaschine in der Küche aus.  Die hatte ich am 13. März als letzter Mann an Bord eingeschaltet. Die Tiefkühltruhen im Keller laufen brav, alles passt. Im Labor lagern noch FFP3-Atemschutzmasken. Das Haltbarkeitsdatum ist am 21.10.2008 abgelaufen. Ob ich davon welche mitnehmen soll? 

Zurück am Schreibtisch ging ich die aktuellen E-Mails durch und verbrachte die meiste Zeit mit "trouble shooting": Exkursionen in den Juli legen, Online-Prüfungen für April vorbereiten, das DissertantInnenseminar auf Zoom verlegen, Weiterbildungsangebote in den Sommer und Herbst verschieben. Aber: Ist dann der Spuk überhaupt schon vorbei? Und können die TeilnehmerInnen aus dem Ausland anreisen?

Noch ein Blick auf die Büro-Uhr:  Sie ist stehen geblieben. Egal. Batterien werden erst wieder getauscht, wenn alles wieder normal läuft. Bis dahin steht die Zeit im Mendelhaus quasi still.

Klaus Hackländer
Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft

Altes Brot ist niemals hart. Kein Brot, das ist hart! (c) Gudrun Obersteiner

Freitag, 3. April 2020

Ich kann‘s schon nicht mehr hören und vor allem auf WhatsApp lesen, wenn sie mir alle erzählen, was sie nicht schon alles geputzt haben. Bei mir ist business as usual. Gestern war eine Nachfrage für ein EFRE-Projekt zu erledigen (eh- klar: zu COVID-19 und wie das unser Projekt beeinträchtigt) und ein Artikel fertig zu stellen. Bis Ende der Woche muss ich einen Projektzwischenbericht finalisieren und für morgen ist noch die Vorlesung vorzubereiten. Keine Ahnung, wie ich das löse - der morgige Block war eigentlich interaktiv vorgesehen. Irgendetwas wird mir einfallen (müssen)…

Aber ein Gutes hat diese Heimarbeit (gepaart mit dem nicht Essen gehen und Freunde treffen können): Ich bin gezwungen, daheim zu kochen. Nicht, dass Kochen und vor allem Brot backen nicht eine meiner Lieblingsbeschäftigungen wäre. Aber jetzt ist es halt spannender, weil man nicht gleich einkaufen geht, wenn irgendeine Zutat fehlt. Und weil man halt drei Mal am Tag über die Reste im Kühlschrank stolpert - und nicht erst nach einer Woche.

Das heißt, Lebensmittelabfallvermeidung wird bei uns grade ganz großgeschrieben! Und zwar über die Klassiker wie Bananenshake (mit der braunen Banane schmeckt‘s am besten!) oder Brösel (Knödelbrot haben wir aus den alten Semmeln schon genug gemacht) hinausgehend. Gestern gab es selber gemachte Selchfleischnudeln aus den Selchfleischresten. Sollte man öfter kochen!

Übrigens: Wer selber Lebensmittelabfälle vermeiden will, für den habe ich einen guten Tipp! Einfach auf unsere Homepage https://boku.ac.at/wau/abf/downloads vorbeischauen. Da findet sich neben vielen guten Tipps ganz oben der Link zu unseren Lebensmittelabfall-Tagebüchern. Runterladen, ausdrucken und ausfüllen. Dann merkt man erst, was alles weggeworfen wird! Bitte die ausgefüllten Einträge gerne an mich schicken. So können wir die Krise ganz nebenbei zu wissenschaftlichen Zwecken nutzen.

Gudrun Obersteiner
Institut für Abfallwirtschaft

So mancher Tagebucheintrag entsteht per Skype (c) Markus Gölles

Donnerstag, 2. April 2020

Beinahe wäre es sich ausgegangen, meine Lehrveranstaltung noch vor der Corona-Krise fertig abzuhalten. Von den sechs halb geblockten Terminen sind jetzt noch zwei ausständig.

Nach der Vorlesungssperre habe ich mich bemüht, alles, was es an Lehrstoff gibt, bereitzustellen. Ich lasse alle meine Vorlesungen aufzeichnen, und so konnte ich die Videos aus diesem wie auch aus den vergangenen Semestern via BOKU learn zur Verfügung stellen.

Der Umstieg auf virtuelles Arbeiten wird aber nicht ganz ohne Qualitätsverlust möglich sein. Bei meinem Vortrag an der Tafel kann ich z. B. auf Skizzen jederzeit zurückgreifen. Da die weitere Entwicklung der Corona-Krise ungewiss ist, werde ich jedoch spätestens Anfang Mai dazu übergehen, die ausständigen Lehrveranstaltungen online abzuhalten. Um dafür gerüstet zu sein, muss ich nächste Woche selbst noch einmal eine Fortbildung in Online-Didaktik besuchen.

Wir alle haben die Verantwortung, in dieser Situation unseren Beitrag zu leisten. Meine Botschaft an die Studierenden: Schützen Sie sich selbst und vor allem andere. Bleiben Sie zu Hause und nützen Sie die Zeit, um Ihr Studium so gut es geht fortzuführen.

Ich wünsche Ihnen viel Geduld und alles Gute – bleiben Sie gesund!

Markus Gölles
Institut für Verfahrens- und Energietechnik

Die Hilfe der Minions kann sie jetzt gut brauchen. Nachdem die Produktion des neuen Films wegen der Corona-Pandemie auf Eis liegt, haben die kleinen gelben Wesen derzeit freie Kapazitäten © Sabine Baumgartner

Mittwoch, 1. April 2020

Es ist jetzt nicht Kevin, sondern Sabine "allein zu Hause" und das jetzt schon in der dritten Woche. Mein Mann hat seit Beginn der Corona-Krise IT-Notdienst und muss unter der Woche jeden Tag nach Wien pendeln.

Aber eigentlich bin ich gar nicht wirklich alleine zu Hause. Die Meetings sind jetzt nicht schlagartig auf null gegangen, wie man meinen möchte. Anfangs zwar ein bisschen reduzierter, weil noch etwas distanzierter dem neuen Medium gegenüber, befinde ich mich zu Hause jetzt schon wieder genau dort, wo ich vorher auch im Büro war: Bei einem vollen Terminkalender. Trotz der Distanz habe ich den Eindruck, dass wir noch viel näher beisammen sind. Und das wurde möglich gemacht von ALLEN, die die BOKU am Laufen halten. Die ALLE über sich hinausgewachsen sind und diese Wendung um 180 Grad, was die Zusammenarbeit, Lehre, Prüfungen und Administration betreffen, „einfach“ so gemacht haben und das innerhalb von nur vierzehn Tagen. Das und genau das ist der BOKU-Spirit!

Aber ehrlich gesagt, wohlwissend, dass dieser Ausnahmezustand der Distanz noch ein bisschen länger dauern wird, freue ich mich jetzt schon, wenn wir uns dann wiedersehen können. Und ich bin der festen Überzeugung, dass diese Ausnahmesituation nicht spurlos an uns vorübergehen wird und durchaus gewaltige Spuren hinterlassen wird für unseren weiteren Alltag.

Ein großes Dankeschön an ALLE!!!!!!
Bitte passen Sie auf sich auf, bleiben Sie gesund und stay tuned.

Sabine "leider noch immer alleine zu Hause" Baumgartner
Mitglied des BOKU-Corona-Krisenstabes, Vizerektorin für Lehre und Weiterbildung

Liebe Grüße von den unterschiedlichsten Orten in Wien (c) Abteilung E-Learning und Didaktik

Dienstag, 31. März 2020

Von unseren Arbeits-, Wohnzimmern und Küchen aus unterstützen wir, die Abteilung E-Learning und Didaktik, die Lehrenden, die sich in den letzten zwei Wochen in bewundernswerter und geradezu übermenschlicher Weise auf die neue Situation einstellten und ihre Lehre auf Online umgestellt haben. Auch wenn die gesamte Situation für alle sehr herausfordernd ist, kann es ein Gewinn für die gesamte Lehre an der BOKU sein, vor allem hinsichtlich einer besseren Vernetzung von Online- und Präsenzlehre nach der Krise.

Da Lehrveranstaltungen in den Hörsälen nicht mehr möglich sind, beginnen die Lehrenden, sich selbst mittels PowerPoint, BOKU learn-Videokonferenz, Zoom, Camtasia oder anderer Software aufzuzeichnen. Die Qualität dieser Aufnahmen ist beeindruckend! Es wird spannend sein, das Feedback der Studierenden nach dieser Phase diesbezüglich einzuholen!

Im Zuge der vermehrten Umsetzung der Online-Lehre haben sich viele didaktische, technische sowie rechtliche Fragen ergeben, die gemeinsam mit den Lehrenden zu klären waren, bzw. sind wir immer noch damit beschäftigt, diese zu klären. Wir versuchen hier im direkten Kontakt die Lehrenden "before and at the moment of need" zu beraten.

Entstanden sind dabei ganz unterschiedliche, innovative und sehr persönliche Ansätze, die die Vielfalt der Lehre an der BOKU sehr gut widerspiegeln. Die/Der digitale BOKU-Lehrende bleibt dabei authentisch, und das ist sehr schön zu sehen! Speziell die Umsetzung von Online-Prüfungen, die vormals mit großen Studierendenzahlen in Hörsälen in Form von Multiple Choice-Tests durchgeführt wurden, ist für die Lehrenden aller Universitäten eine ganz große Herausforderung.

Gut funktioniert auch die Zusammenarbeit mit der BOKU-IT, die sehr schnell und bedarfsorientiert die bisher lediglich an der Abteilung für E-Learning und Didaktik verfügbare Videokonferenz-Lösung ZOOM BOKU-weit ausgerollt hat. Unserer Erfahrung nach ist dies eine sehr gute Lösung, die sich gut skalieren lässt, und welche die Art des Lehrens und die Zusammenarbeit in der Forschung an der BOKU nachhaltig (im doppelten Sinn!) verändern wird. Die IT unterstützt uns aber auch bei anderen Belangen, die das E-Learning betreffen, wie z.B. dem kurzfristigen Update der Videokonferenzlösung direkt in BOKU learn sowie der notwendigen Vergrößerung des Speicherplatzes für die vermehrten Videos etc. Vielen Dank!

Der größte Dank geht aber an dieser Stelle an die Lehrenden, für ihren unglaublichen Mut und Einsatz sowie ihre große Kreativität beim Transfer von Face-to-Face Lehre in den virtuellen Raum. Die (virtuelle) Zusammenarbeit mit Ihnen empfinden wir als spannend und sehr inspirierend. Nichtsdestoweniger freuen wir uns aber auch schon wieder auf den direkten persönlichen Kontakt!

Bleiben Sie gesund!

Alexander Bomatter, Gabriela Heilmann, Franziska Klauser, Claus-Rainer Michalek, Dmytro Mekh, Alexandra Strauss-Sieberth und Andreas Zitek
Abteilung E-Learning und Didaktik

Mit der Rasselbande beim gemeinsamen Homeworking © Christoph Pfeifer

Montag, 30. März 2020

Zwei Wochen Heimarbeit, die sich locker anfühlen wie vier. Aber damit bin ich wohl nicht alleine.

Die Lehre auf Distance Learning umstellen, zu Hause die Rahmenbedingungen schaffen, dass zwei Erwachsene heimarbeiten können und drei Kinder ihre Aufgaben und Bedürfnisse erfüllt bekommen, organisatorische Änderungen am Institut orchestrieren (Formulare zur Heimarbeit, Prüfungen, Lehre, Laborsicherheit), Webcam & Mikro und Grafiktablet bestellen und so fort: Das alles von 0 auf 100 aus dem Ärmel zu schütteln ist nicht trivial! Darüber hinaus haben gefühlt alle Kinderlosen oder Eltern mit großen Kindern Zeit für digitale Meetings und für das Verfassen von E-Mails.

Umgekehrt verlangt es die Situation, den großen Bewegungsradius der Kids auf einen sehr kleinen zu reduzieren, auch wenn es Jammern auf hohem Niveau ist, wenn man in einem Haus mit Garten lebt. Eine 11-jährige Sportklässlerin (sieben Stunden Schulsport pro Woche plus Jiu-Jitsu-Training), ein 9-jähriger Fussballer (3 bis 4 Mal pro Woche Training im Verein und mehrere Nachmittage Sport und Spaß mit Freunden) und ein 2 ½-jähriges Springinkerl (der nach einer Stunde im Haus mit den Worten „Laufrad fahren“ die Schuhe bringt) sind plötzlich auf kleiner Fläche zu bändigen. Gott-Sei-Dank hat der Osterhase das Trampolin für den Garten drei Wochen zu früh geliefert ;-).

Distance Learning, Flipped Classroom, etc. hätte ich wohl schon länger einmal für meinen Unterricht auf der Uni in Erwägung ziehen sollen, aber nie die Zeit dafür gefunden. Die ist jetzt auch nicht da. Aber die Studierenden gehen vor, alles andere muss liegen bleiben oder wird zwischen 5 und 7 Uhr früh oder dann am Abend erledigt.

Die Kurve, Zeitaufwand für die Produktion von Lehrvideos im Verhältnis zur bereitgestellten Videozeit gleicht dem um die Ordinate gespiegelten Anstieg der CoVid-19-Infizierten über die Zeit. Für das erste 15-Minuten-Video haben Anita Grausam und ich gemeinsam fast 12 Stunden benötigt und sind erst spät am Abend damit fertig geworden. Nach einer Woche Training und toller Unterstützung durch Alexandra Strauss-Sieberth und Andreas Zitek vom „E-Learning und Didaktik“ sind wir auf 2 bis 3 Stunden Zeitaufwand pro 15 Minuten bereitgestelltem Video „abgestürzt“. Ohne das großartige Team am Institut und die tollen Serviceeinrichtungen der BOKU wäre vieles derzeit nicht möglich!

Ich würde mir wünschen, dass uns einige der positiven Errungenschaften der aktuellen Krise (z. B. Zoom-Meetings statt Flugreisen, Flipped Classroom, mehr Zeit für die interaktive Arbeit mit den Studierenden im Hörsaal, …) erhalten bleiben - und wir bald wieder den normalen Unibetrieb aufnehmen können.

Ich hoffe, mein hervorragendes Team und die vielen, netten KollegInnen an der BOKU bald wieder gesund und munter anzutreffen.

Christoph Pfeifer
Institut für Verfahrens- und Energietechnik

Zwei Laptops, zwei Handys und ein Drucker: im voll ausgestatteten Homeoffice (c) Gerhard Mannsberger

Freitag, 27. März 2020

Zunächst einmal großen Dank an alle, die den Betrieb aufrechterhalten und dafür sorgen, dass trotz der schwierigen Situation (fast) alles so läuft, als würde es kein Covid-19 geben.

Die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter*innen sind uns ein großes Anliegen. Wir haben daher vom 1. Tag an strenge Maßstäbe für die Beurteilung der Gesamtsituation, aber auch bei Einzelfällen angelegt. So haben wir z.B. die 24-Stunden-Regel (Ansteckungsgefahr nur innerhalb von 24 Stunden ab dem Ausbruch der Krankheit, wurde mittlerweile seitens der Regierung auf 48 Stunden angehoben) auf 72 Stunden erhöht sowie Kontaktpersonen von Kontaktpersonen in Heimquarantäne geschickt. Außerdem haben wir den Sicherheitsabstand bei den rund 230 Mitarbeiter*innen, die auch derzeit an der BOKU anwesend sind, von einem auf 2 Meter erhöht!

Bisher gab es an der BOKU zwei Corona-Fälle: eine Mitarbeiterin, die aus einem Risikogebiet kommend direkt nach Hause geschickt wurde und mit niemandem Kontakt hatte sowie eine Studentin. Alle Kontaktpersonen wurden in Heimquarantäne geschickt und bisher gab es keine weitere Ansteckung. Bei einem Verdachtsfall steht das Laborergebnis noch aus.

Meine persönliche „Einsatzzentrale“ liegt seit 17. März in Gaming und mein Tagesablauf gestaltet sich seither folgendermaßen:

  • 6:00 Uhr: Nachrichten hören – wie ist die aktuelle Situation? Gibt es neue Vorgaben der Bundesregierung?
  • ab 6:30 Uhr: Mails checken (bis zu 100) und Fragen möglichst gleich beantworten (bis zu 40), Infos einholen (für schwierige Fragen), Abstimmung mit Kolleg*innen von anderen Unis, mit dem Krisenstab bzw. einzelnen Mitgliedern, Telefonate (ca. 30) und Videokonferenzen (3-4)
  • dazwischen: Füße vertreten, mit dem Hund gehen, einkaufen, im Garten herumgraben, in den Hochbeeten herumwühlen, den zehnten Anlauf fürs Aufräumen der Garage starten. Wenn weniger los ist, koche ich auch einmal („der Papa versaut schon wieder die Küche!“)
  • nach dem Mittagessen geht der vormittägliche Wahnsinn nahtlos weiter, und auch meine „normale“ Arbeit muss ja so nebenbei auch weitergehen, bis ca. 18:00 Uhr
  • dazwischen meinem Sohn Theo (14) bei Mathe helfen, Klavierspielen (wenn am Bildschirm schon alles verschwimmt)
  • Nach der ZiB 1 bis Mitternacht: weiterarbeiten, eventuell eine Aussendung machen, diverse Abstimmungen für nächsten Tag, Eintrag ins Corona-Webtagebuch, die 1000 „<“-Zeichen löschen, weil ich am Computer eingenickt bin….
  • Am nächsten Tag um 6:00 Uhr heißt es dann wieder: Und täglich grüßt das Murmeltier J

Gerhard Mannsberger
Leiter des BOKU-Corona-Krisenstabes, Vizerektor für Organisation und Prozessmanagement

 

Die frischgebackene Akademikerin direkt nach der Online-Defensio. Die BOKU-Coronatagebuch-Redaktion gratuliert recht herzlich!! © Susanne Fritsche

Donnerstag, 26. März 2020

Anfangs dachte ich, dass mein Defensio-Termin verschoben werden muss. Aber ich habe meine Masterarbeit per Videokonferenz verteidigt. Ziemlich außergewöhnlich. Aber die BOKU hat es mir möglich gemacht. 

Es war eine enorme Herausforderung. Mit den regelmäßigen E-Mails habe ich mich jedoch sehr gut über die aktuelle Lage informiert gefühlt - und es ist ohne Verzögerung schließlich wirklich passiert: Ich habe Dienstag vormittags mein Headset ausgepackt und mich in das Zoom-Meeting eingewählt. Dort haben schon die Professoren auf mich gewartet, um die Defensio abzuhalten. Bildschirm geteilt, Mikrofon gecheckt und Präsentationsmodus eingestellt. 

Auch die Diskussionsrunde direkt im Anschluss verlief reibungslos. Alle Teilnehmer waren in Slides am Screen sichtbar. Wenn nötig, konnte ich mich während der Beantwortung der Fragen durch die Folien klicken, um Details zu erklären. Auch die Note wurde per Video verkündet - und ich strahlte stolz durch die Kamera zurück. 

Da saß ich dann, nach der Defensio, an meinem Tisch – ohne Handschlag, ohne Sprudelsekt. Aber voll Freude, dass ich jetzt mein Studium an unserer BOKU abgeschlossen hatte! 

Ich bin noch immer verblüfft, wie schnell sich die BOKU an die neuen Umstände angepasst hat. Danke an die Professoren und alle, die es uns ermöglichen, unser Studium in dieser Ausnahmesituation so gut es nur geht voranzutreiben. 

Susanne Fritsche
Anno dazumal BOKU-Studentin

High five for the BOKU-International Relations team © Ulrike Piringer

Wednesday, March 25th

Since last week the team of BOKU-International Relations has been working from home to keep the international activities at BOKU going and to provide special support in the CoVid-19 situation. But even in this difficult situation we still keep close contact. We exchange information twice a week during our zoom team meetings, organize many bilateral skype meetings and, of course, answer a large amount of e-mails per day, not only within the team, but especially e-mails from our clients - students and staff members. In times like these, it is very important to constantly exchange information within BOKU, with our partner universities all over the world, the Austrian Exchange Services (OeAD-GmBH) and the Austrian authorities (e.g. Austrian Federal Ministry of European and International Affairs).

We managed to overcome the technical hurdles and challenges from the first week and try to do “business as usual”, e.g. we work on the Erasmus application for next year, the prolongation of mobility projects, the BOKU development plan,… Language courses continue via online learning and also the tandem learning project continues online.

However, “Corona-activities” are most important and time consuming right now:

Highest priority at the moment is to inform mobile students and staff members and get an overview on their current physical location to be able to support them in the best possible way.

Already 10 days ago, we informed the BOKU students who are currently on exchange semester or research stay around the world about the return-recommendation of the Federal Ministry of European and International Affairs. Since then, we have been collecting the information and have been trying to support students in difficult situations. Many students already returned back home safely, a few are still struggling to get back and several students also decided to stay in the host country (e.g. students from Southern Tyrol who do not want to return to Italy right now). We are first contact on questions about scholarships, cancellation regulations and refunding of cancellation costs, insurance,…

In the meantime also many international students who spend an exchange semester at BOKU, returned to their home countries. Most of them plan to continue their study activities online and to return to BOKU as soon as possible. But many students also decided to stay in Vienna. We provide these students with information in English about the current regulations in Austria and at BOKU and also support them in residence permit and visa issues, just as we do e.g. for international BOKU staff members /guests whose residence permit is about to expire these days.

In addition to the information by e-mail and our international newsletter we also regularly launch facebook postings #coronachallenge with e.g information what students can do in Vienna during these challenging times. Yesterday our first “Virtual International Stammtisch” for international students and BOKU students interested in international activities was hosted via zoom.

As all staff mobilities have been cancelled too, we inform BOKU staff members about refunding of cancellation costs and insurance issues. We collect information and check if refunding is possible (e.g. via Austrian Exchange Services, projects, etc.). But no, at the moment we cannot answer the question, when business trips will be possible again.

And last, but not least, we of course support student and staff members to plan their mobilities for next study year, when the situation is hopefully back to normal.

Team BOKU-International Relations

Rettet nicht nur der Uni das IT-Leben, sondern auch den eigenen Kollegen das echte: Josef Krautgartner kocht Erdäpfelgulasch in der improvisierten Quarantäne-Küche (c) Andreas Schildberger

Dienstag, 24. März 2020

Eigentlich wollte ich dringend eine weitere BOKU-ITinfo schreiben. Dieses Mal eine Warnung vor Computerkriminellen, die die neue, ungewohnte Arbeitssituation und die allgemeine Verunsicherung der Menschen schamlos ausnutzen. Ich merke aber, dass ich begonnen habe, an meine Leute zu schreiben. Nicht weil es sein muss oder sein sollte, sondern weil ich es will. Und zwar aus tiefst empfundener Dankbarkeit einem Team gegenüber, das jeden Tag an sein Grenzen geht - und dort noch über sich hinauswächst. Ich werde ihnen auch heute jedes einzelne der zahlreichen, wunderbaren Dankesmails weiterleiten, die ich wieder für sie entgegennehmen durfte.

Welche unter ihnen sind nun die „IT-Helden“, über die ich schreiben sollte? Sind es jene, die von früh morgens bis tief in die Nacht Dokumentationen schreiben und Mails beantworten? Oder sind es jene, die dafür sorgen, dass die IT in nie dagewesenen Belastungssituationen nicht zusammenbricht? Vielleicht auch jene, die mittels IT dafür sorgen, dass Menschen nicht persönlich zusammentreffen müssen, um Lehrveranstaltungen, Meetings und Prüfungen abhalten zu können? Oder doch jene, die derzeit auch an Wochenenden durchgängig alle mit Feuereifer unterstützen, die Rat und Hilfe brauchen an einer Universität, der ein Virus über Nacht die Digitalisierung abverlangte?

Für mich sind sie alle Helden und sie sind es gerade auch deshalb, weil jede und jeder von ihnen mit vollstem Herzen Teil des Ganzen ist und gemeinsam sind sie für mich vor allem eines: das beste Team, das ich mir nur wünschen kann.

Als gestern die letzten von uns vor Ort noch hektisch ihren Einsatz absolvierten, um die finalen Vorbereitungen für den großen IT-Servicetransfer in Richtung Homeworking zu machen, die letzten Verleihnotebooks auszugeben und den Hotline-Betrieb für den Heimbetrieb umzubauen, roch es plötzlich unglaublich gut durch die gesamte BOKU-IT. Unser Kollege Josef Krautgartner hatte uns ein fantastisches Erdäpfelgulasch gekocht, das wir - natürlich in gebührlichem Abstand zueinander - mit größtem Vergnügen gemeinsam verspeisten. Obwohl wir zu Mittag noch gar nicht wussten, dass es unser letztes Essen für die nächsten neun Stunden sein sollte, war uns eines sonnenklar: Wir hatten für diesen Moment unseren Helden gefunden.

Andreas Schildberger
BOKU IT

Kaffeetasse, Laptop und Brille: das vollausgestattete Homeoffice © Reingard Grabherr

Montag, 23. März 2020

Ich habe Glück! Ich wohne außerhalb von Wien in einem Haus mit Garten, gemeinsam mit meinem Mann und zwei Katzen. Wir haben es uns ganz gut eingerichtet. Mein Büro ist im unteren Geschoß und das meines Mannes oben. Wir treffen uns dann mittags und machen gemeinsam Pause.

Eine Umstellung ist es schon. Aber die Kommunikation mit den KollegInnen und MitarbeiterInnen klappt toll! Alle sind per E-Mail, WhatsApp oder Signal erreichbar. Zoom haben wir auch schon eingerichtet – und es funktioniert hervorragend!

Im Moment habe ich keine Lehre. Ich bereite gerade eine Vorlesung für April vor, die dann auch online abgehalten werden könnte. Ich musste bereits eine Prüfung mit sieben TeilnehmerInnen absagen. Wir haben es so gelöst, dass die Studierenden eine Recherche und ein Exposé aufbekommen haben, die sie mir dann zum geplanten Prüfungstermin abgeben können.

Manchmal muss ich mich schon zwingen, Handy und Computer einmal bleiben zu lassen. Dann gehe ich in den Garten, laufen oder Rad fahren. Zwei Mal in der Woche bringe ich meinen Eltern Lebensmittel vorbei. Sie wohnen ganz in der Nähe. Ich stelle mich darauf ein, dass es noch länger so sein wird.

Ich weiß, dass nicht alle so viel Glück haben wie ich. Manche sind allein zu Hause und haben nicht die Möglichkeit, in den Garten zu gehen. Ich versuche, alle aufzumuntern. Einen Spaziergang kann man überall machen - und das empfehle ich sehr. Die Beobachtung der Infektionskurve macht mich zuversichtlich. Allerdings heißt es, weiterhin durchzuhalten!

Wenn wir nach Corona alle Kommunikationsprofis sind, könnten wir ja in Zukunft auch das eine oder andere Meeting online abhalten. Das würde dann auch das Problem mit den wenigen Besprechungsräumen lösen J

Reingard Grabherr
Mitglied des Krisenstabes, Univ. Prof. am Institut für Molekulare Biotechnologie

Wenn Desinfektionsmittel zur Mangelware wird, tritt Erik Griebl in Aktion (c) Erik Griebl

Freitag, 20. März 2020

Würde ich alle Tätigkeiten aufzählen, die seit 25. Februar anlässlich der Corona-Krise in der Stabsstelle ArbeitnehmerInnenschutz und Gesundheit zu meinem Arbeitsalltag gehören, würden die Tagebuchseiten wohl nicht ausreichen. Im Schnelldurchlauf: Ich versuche nahezu rund um die Uhr alle Anfragen, die über corona(at)boku.ac.at eintreffen, zu beantworten, erhebe aktuelle Daten bei Behörden und Medizinern, um gesicherte Auskunft geben zu können und recherchiere ständig relevante Online-Plattformen, um die Inhalte der Homepage gemeinsam mit meiner Kollegin aktuell zu halten. Manchmal wünschte ich, ich wäre auch ein Rechtsexperte, etwa, wenn ich Anfragen zu Reiserücktritten erhalte.

Für Firmen, die an der BOKU mit Bauvorhaben beschäftigt sind, bin ich die erste Ansprechperson, wenn es um Abschaltungen der Brandmeldeanlage geht, damit die Tätigkeiten koordiniert verschoben werden können. Das betrifft auch die Planung diverser Terminabsagen in meinem direkten Arbeitsbereich, wie die Begehung der Arbeitsinspektion, Impftermine mit der Arbeitsmedizinerin um nur zwei Beispiele zu nennen.

Heute habe ich gemeinsam mit Markus Luchner, einem Kollegen von der Biotechnologie, eine neue Erfahrung gemacht und selbst Desinfektionsmittel hergestellt - gleich in großem Gebinde als Sicherheitspuffer.

Meine beiden kleinen Kinder bekommen mich derzeit kaum noch zu Gesicht. Aber ich bin zuversichtlich, dass sich mein Tagesgeschäft in den kommenden Tagen langsam wieder einpendeln wird. Ich wünsche allen Kolleginnen und Kollegen vor allem eines: Gesundheit!

Erik Griebl
Stabsstelle ArbeitnehmerInnenschutz und Gesundheit

Stets gut bewacht: die neue Einsatzzentrale des Betriebsrates (c) Eva-Maria Baldrian-Wagner

Donnerstag, 19. März 2020

Ich bin von der Früh, wenn die Handwerker*innen und Techniker*innen den Dienst antreten, bis spät am Abend mit Anfragen rund um das Thema Arbeitsrecht beschäftigt. Mein besonderes Anliegen ist es, gute und rasche Lösungen für alle zu finden. Die BOKU ist wie ein Großunternehmen, das viele kleine Betriebe, die Organisationseinheiten, beheimatet. Deshalb gibt es vielschichtige und komplexe Fragestellungen, die sich über alle Standorte und Organisationseinheiten verteilen. Bei mir melden sich Menschen, die das System im Notbetrieb aufrechterhalten, aber auch Eltern, chronisch kranke Mitarbeiter*innen, Leiter*innen von Organisationseinheiten u.v.m. - teilweise über zwei Messenger-Dienste, via Email und Telefon.

Ich koordiniere mit dem Rektorat laufend die Anpassungen, die die neue Lage erforderlich macht - derzeit überholen uns häufig die österreichweiten Vorgaben im Stundentakt. Durch die sehr unterschiedlichen Arbeits- und Versuchsbetriebe an der BOKU kann man oft keine pauschale Antwort geben - jedoch zumindest in Einzelfällen auf raschem Weg mit dem Arbeitgeber Klärung und Hilfe herbeiführen.

Dabei versuche ich stets, meinem Namen gerecht zu werden – der Baldrian steht im Pflanzenreich für seine beruhigende Wirkung - und trotz Hektik, Stress und Schlafentzug wertschätzend und geduldig die vielen Fragen und Sorgen behutsam einzufangen und, soweit es geht, zu lösen. Ich selber bin beruhigt, wenn ich weiß, dass alle meine Lieben - dazu zählen meine Familie und die BOKU-Gemeinschaft gleichermaßen - in Sicherheit sind.

Daheim sorgen ein Welpe und ein älterer Hund dafür, dass ich zwischendurch beim Arbeiten am PC in unserer neuen Einsatzzentrale - mangels Schreibtisch ist es unsere Küche - genügend Bewegung mache. Meine beiden tierischen Begleiterinnen waren auch stets bei den Sitzungen des Krisenstabs dabei - was oft für kurzfristige Entspannung während der teilweise siebenstündigen Sitzungen sorgte.

Ich kann nur raten: Befolgen Sie bitte die CoVid19-Maßnahmen und achten Sie auf sich und Ihre Lieben. Zusammenhalt über alle Beschäftigungsgruppen hinweg hilft uns ganz bestimmt, dass wir die für uns alle neue Situation gemeinsam meistern.

Eva-Maria Baldrian-Wagner
Betriebsrätin für das allgemeine Personal

Homeworking with Mommy’s little helper (c) Kirsten Sleytr

Mittwoch, 18. März 2020

Mein Name ist Kirsten Sleytr, ich bin Gesundheitsmanagerin und ich arbeite derzeit im Homeoffice.

In der Früh bringe ich normalerweise mein Kind in den Kindergarten dann fahre ich in die Arbeit, eine Routine, die jetzt wegfällt. Das „spart“ im Augenblick zwar zwei Stunden Zeit am Tag, fließt aber gleichzeitig auch wieder in die Betreuung, weil die Großeltern nicht auf die Kleine aufpassen sollen.

Neben einem Kind zu arbeiten ist herausfordernd! Voll konzentrieren kann ich mich nur, wenn die großen Halbgeschwister aufpassen oder für kurze Zeit mein Mann - er ist selbstständig und ebenfalls im vollen Einsatz. Ansonsten kann ich nur auf „Alleinspielzeiten“ setzen, doch das funktioniert halt auch nur eingeschränkt bei einer Dreijährigen ;-)

Was sind meine derzeitigen Tätigkeiten?
Am Montag ging es primär um Absagen und Verschiebungen diverser Termine und Veranstaltungen. Dies wird sich in den nächsten Tagen undWochen fortsetzen. Danach heißt es, Informationen für alle Mitarbeiter*innen zusammenfassen und aussenden. Ich führe auch telefonische Beratungen durch, der größte Teil meinerKommunikation läuft aber über e-Mail.

Ich bin mit meinem Chef Erik Griebl im engen telefonischen Kontakt, um unsere Website tagesaktuell zur Situation upzudaten. Dieser unterstützt mich und unser Team übrigens hervorragend, er hat allen seinen Mitarbeiter*innen Home Office ermöglicht und genehmigt.

In einem Stück zu arbeiten ist zwar schwierig, aber ich nutze meine Zeit so gut ich kann. Dazwischen schaue ich auf mich und meine Familie. Heute werde ich für meine Eltern, die zu einer Risikogruppe gehören, einkaufen gehen.

Ich versuche viel an die frische Luft zu gehen und bin sehr dankbar, dass ich einen eigenen Garten habe. Mit täglichen Atemübungen versuche ich meine mentale Ausrichtung, meinen Körper und speziell meine Lunge zu stärken.

Die neue Situation fordert mich, aber ich sehe sie auch als Chance für positive Veränderung. Ich möchte Sie nutzen und hoffe, dass ich die/den ein oder andere/n gut auf dem Weg begleiten kann.

Ich freue mich auf ein baldiges reales Wiedersehen!

Kirsten Sleytr
Gesunde BOKU

 

Tagebucheinträge werden gerne entgegengenommen.
Kontakt: public.relations(at)boku.ac.at