(c) TU Wien / Matthias Heisler

(c) TU Wien / Matthias Heisler

Österreichs neuestes Hochleistungsrechnersystem, das Multi-Site Computer Austria (MUSICA), wurde am 3. Juli 2026 feierlich eröffnet.

Mit der offiziellen Inbetriebnahme von MUSICA wird die nationale Rechenleistung erheblich gesteigert. Der Supercomputer stellt Wissenschaft, Forschung, Unternehmen und öffentlichen Institutionen die Leistung zur Verfügung, die notwendig ist, um weiterhin im internationalen Spitzenfeld mitzuhalten.

Für KI und datenintensive Forschung entwickelt

MUSICA zählt aktuell zu den 100 schnellsten Supercomputern im weltweiten TOP500-Ranking. Mit einer Gesamtleistung von 45.11 Petaflops übertrifft MUSICA die bestehenden nationalen Supercomputer VSC-4 und VSC-5 um mehr als das Achtfache. Als universell einsetzbares System konzipiert, werden sowohl klassische High-Performance-Computing-Anwendungen als auch großskalige KI-Anwendungen unterstützt. Das System umfasst mehr als 1.000 NVIDIA H100 GPUs und bietet damit die notwendige Leistung für das Training moderner Machine-Learning-Modelle und großer neuronaler Netze. Gleichzeitig ermöglicht es anspruchsvolle Simulationen und datenintensive Workflows in Bereichen wie Physik, Ingenieurwesen, Chemie, Lebenswissenschaften und Umweltforschung.

Rechenleistung für Wissenschaft und Wirtschaft

MUSICA steht wissenschaftlichen Einrichtungen, Unternehmen und der öffentlichen Verwaltung zur Verfügung. Wissenschaftler_innen der Partneruniversitäten können das System kostenfrei nutzen, weitere Nutzer_innen erhalten über Pay-per-Use-Modelle Zugang.

„MUSICA liefert genau das, was in den strategischen Zielsetzungen verankert ist: Wettbewerbsfähigkeit, Exzellenz und Innovationskraft. Entscheidend ist jetzt eine stabile Finanzierung der laufenden Kosten, damit aus Spitzeninvestition auch Spitzenleistung wird – im gesamten HPC-Bereich“, so Nikolaus Hautsch, Vorsitzender des ASC Steering Committees und Vizerektor für Infrastruktur an der Universität Wien.

Hochleistungsrechnen trifft Quantencomputing

Über MUSICA ist auch Österreichs erster produktiv nutzbarer Quantencomputer niederschwellig erreichbar:
Mit dem Ionenfallen-Quantencomputer OTTER und maßgeschneiderten Ausbildungsangeboten erweitern wir den ASC um die dritte Zukunftstechnologie im Scientific Computing: High Performance Computing, Künstliche Intelligenz und Quantencomputing auf internationalem Niveau ergeben so einen Leuchtturm in der europäischen Forschungslandschaft. Umso klarer ist: Wenn bei den Universitätsbudgets gekürzt wird, trifft das nicht nur Hochleistungsrechnen und KI – es würde auch Österreichs ersten Quantencomputer massiv in seiner Nutzung und Weiterentwicklung betreffen“, betont Gregor Weihs, Vizerektor für Forschung an der Universität Innsbruck.

Sieben Partner, drei Standorte

MUSICA entstand aus der langjährigen Kooperation österreichischer Universitäten und Forschungseinrichtungen im ASC-Konsortium (Austrian Scientific Computing, ehemals Vienna Scientific Cluster – VSC). Partner im MUSICA-Projekt sind die TU Wien (Projektkoordination), die Universität Wien, die BOKU University, die Universität Innsbruck, die Technische Universität Graz und die Johannes Kepler Universität Linz. Neuestes Mitglied im Konsortium ist das Institute of Science and Technology Austria (ISTA), welches den weiteren Infrastrukturausbau unterstützt.

"Universitäten sind die Wurzeln, aus denen das Wissen und der Fortschritt der Menschheit wachsen. Dazu müssen wir zusammenarbeiten, und MUSICA ist ein gelungenes Beispiel für diese Art der Kooperation. Der Hochleistungsrechner steht somit Forscher_innen in ganz Österreich zur Verfügung und erlaubt auch unseren Wissenschaftler_innen an der JKU Linz, unter bestmöglicher IT-Infrastruktur wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen und Forschung auf internationalem Niveau zu betreiben. Ich bin dankbar für die Initiative, die dieses Projekt ermöglicht hat", so Alberta Bonanni, Vizerektorin für Forschung und Internationales der Johannes Kepler Universität Linz.

"MUSICA ist nicht nur der mit Abstand größte Supercomputer des Landes. Er ist ein manifestes Bekenntnis der Politik zum Forschungsstandort Österreich, ein Leuchtturm interuniversitärer Kooperation und ein Motor für datenintensive Forschung und KI-Entwicklung in nie dagewesener Form. Die unglaubliche Rechenpower ermöglicht die nächste Generation von Simulationen, Datenanalysen und großen neuronalen Netzen – mit unmittelbarem Nutzen für Lebens- und Umweltwissenschaften, Wirtschaft und öffentliche Institutionen", freut sich Christoph Pfeifer, Vizerektor für Forschung und Innovation der BOKU University.  

Ein zentrales Merkmal von MUSICA ist dessen Multi-Site-Architektur. Das System ist auf drei Standorte verteilt: das Science Center der TU Wien im Wiener Arsenal, die Universität Innsbruck sowie die Johannes Kepler Universität Linz. Alle Komponenten werden zentral konfiguriert und verwaltet, können als ein hochperformantes System oder auch autonom betrieben werden. Dieser Aufbau erhöht die Ausfallsicherheit und Flexibilität im Betrieb und stellt sicher, dass Rechenprozesse auch bei möglichen Einschränkungen an einem Standort fortgeführt werden können.

MUSICA vereint zwei Welten, die in der modernen Wissenschaft zunehmend zusammenwachsen: klassische Großsimulation und KI-gestützte Datenanalyse. Mit 1.088 High-End-GPUs und der Integration von Cloud-Diensten bietet das System die notwendige Leistung und Flexibilität für die nächste Generation wissenschaftlichen Rechnens und der KI-Entwicklung. Eine verlässliche, planbare Finanzierung des MUSICA-Betriebs durch entsprechende Universitätsbudgets ist unabdingbar, damit das Weltklasseniveau ihre Wirkung auch tatsächlich entfalten kann“, sagt Andreas Rauber, Leiter des ASC Research Center.

Energieeffizientes Hochleistungsrechnen

Energieeffizienz war ein zentrales Kriterium bei der Entwicklung von MUSICA. Der Großteil des Systems nutzt eine direkte Heißwasserkühlung, bei der Kühlungselemente direkt an Prozessoren, GPUs und Speichermodulen angebracht sind. Dadurch ist ganzjährig Free-Cooling möglich, was den Energiebedarf im Vergleich zu luftgekühlten Systemen deutlich reduziert. 

Investition in Zukunftsbereiche

„MUSICA ist ein Meilenstein für den Forschungsstandort Österreich. Der Supercomputer schafft die Grundlage dafür, dass Spitzenforschung, Künstliche Intelligenz, Quantentechnologien und Innovation auch künftig in Österreich auf höchstem Niveau stattfinden können. Wer die Zukunft gestalten will, muss heute in die dafür notwendige Infrastruktur investieren. Denn Forschung schafft Fortschritt: für bessere Medizin, Klimaschutz, innovative Arbeitsplätze und ein gutes Leben für alle. MUSICA stärkt damit nicht nur unsere Forschung, sondern auch die technologische Souveränität Europas“, so Eva-Maria Holzleitner, Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung

 Förderung und Finanzierung

MUSICA wurde mit 20 Millionen Euro von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) im Rahmen von Quantum Austria und des europäischen Aufbau- und Resilienzplans gefördert; weitere 16 Millionen Euro kommen vom BMFWF. Die Beschaffung und HPC-Integration des Quantencomputers im Projekt QACI wurde zusätzlich mit 9 Millionen Euro (FFG/Quantum Austria/Aufbau- und Resilienzplan) unterstützt. Während Errichtung und Beschaffung damit gesichert sind, werden Infrastrukturmaßnahmen wie Stromversorgung und Kühlung sowie laufende Betriebskosten von den Konsortialpartnern getragen. Ohne entsprechende Universitätsbudgets wird das nicht im notwendigen Ausmaß möglich sein.

Rückfragehinweis

Ao.Univ.Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Andreas Rauber
Leiter ASC Research Center
TU Wien
andreas.rauber(at)tuwien.ac.at

Dipl.-Ing. Dr.techn. Ernst Haunschmid
Technischer Leiter Fachbereich High Performance Computing
TU Wien
ernst.haunschmid(at)tuwien.ac.at

Technische Spezifikationen von MUSICA

Leistung: 

45.11 Petaflop/s

TOP100 weltweit (Stand Juni 2026)

Rechenressourcen: 

1.088 NVIDIA H100 GPUs, 880 AMD EPYC CPUs, 768 GB RAM

Speicher: 

WEKA Data Platform

12 PB All-Flash-Speicher

1.800 GB/s Lesedurchsatz, 750 GB/s Schreibdurchsatz

Architektur: 

Verteiltes HPC-System

Standorte Wien, Linz, Innsbruck

Mehr: https://asc.ac.at/systems/MUSICA