V.l.n.r.: Bundesminister Norbert Totschnig, BOKU-Vizerektor Gerhard Mannsberger, Leonore Lendl-Lewisch (Nachhaltige Konsumverhaltensforschung), Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner (©BMLUK/Rene Hemerka)

Großer Erfolg für die BOKU beim Sustainability Award 2026: Als einzige Universität wurde sie mit zwei Hauptpreisen in Gold und einer weiteren Auszeichnung in Silber geehrt.

Das europäische Forschungsprojekt TealHelix, an dem die BOKU University maßgeblich beteiligt ist, wurde beim Sustainability Award 2026 mit Gold in der Kategorie „Forschen“ ausgezeichnet. Ziel des EU-geförderten Projekts ist es, Konsument*innen durch innovative Nachhaltigkeitskennzeichnungen bei nachhaltigen Kaufentscheidungen zu unterstützen und neue Standards für Nachhaltigkeitsinformationen im Lebensmittelbereich zu entwickeln.

An der BOKU bringt das Institut für Marketing und Innovation seine Expertise in der Konsument*innenforschung ein. Gemeinsam mit der Copenhagen Business School und der KU Leuven untersucht das Team die Erwartungen von Verbraucher*innen an Nachhaltigkeitslabels. Ein zentrales Projektergebnis wird eine kostenlose App sein, die einen individuellen Nachhaltigkeitsscore ermittelt und Empfehlungen für nachhaltigere Lebensmitteleinkäufe gibt.

„TealHelix soll Konsument*innen in Europa helfen, fundierte und nachhaltige Kaufentscheidungen im Lebensmittelbereich zu treffen“, erklärt Leonore Lendl-Lewisch vom BOKU-Team. Projektleiterin Petra Riefler ergänzt: „Wir möchten mit TealHelix auch Menschen erreichen, die sich bisher wenig mit Nachhaltigkeit auseinandergesetzt haben – direkt im Supermarkt.“

Die Auszeichnung würdigt die wissenschaftliche Exzellenz des Projekts und das Engagement des internationalen Forschungsteams. Zugleich wurde der Preis im Gedenken an die Projektinitiatorin Justina Baršytė (KU Leuven) entgegengenommen, die im Herbst 2025 verstorben ist. Die Ehrung unterstreicht ihren prägenden Beitrag zum Projekt und die nachhaltige Wirkung ihrer Arbeit.

Nachhaltigkeitsforschung strategisch stärken

Dass Nachhaltigkeit fest in der BOKU verankert ist, zeigt ein weiterer Erfolg beim Sustainability Award 2026: Die Arbeitsgruppe Nachhaltigkeitsforschung wurde mit Silber ausgezeichnet. Die Arbeitsgruppe vereint rund 20 Mitarbeiter*innen aus allen BOKU-Departments sowie mehreren Bereichen der Zentralen Verwaltung. Kollektiv geleitet wird sie von Simone Gingrich (Institut für Soziale Ökologie) und Georg Gratzer (Institut für Waldökologie), die Koordination liegt bei Lisa Bohunovsky (Zentrum für globalen Wandel).

Ziel der Arbeitsgruppe ist es, den Diskurs zu Nachhaltigkeitsforschung an der BOKU zu stärken und nachhaltigkeitsrelevante Forschung aktiv zu fördern. Zu den aktuellen Schwerpunkten zählen die Themen Demokratie und Nachhaltigkeitsforschung sowie Qualität in der Nachhaltigkeitsforschung.

Die Jury würdigte insbesondere den Beitrag der Arbeitsgruppe zur Weiterentwicklung transformativer Nachhaltigkeitswissenschaften. Hervorgehoben wurde ihr Ansatz, die Wechselwirkungen zwischen empirischer Forschung und gesellschaftlicher Transformation in den Mittelpunkt zu stellen und damit wichtige Impulse weit über die Universität hinaus zu setzen.

V.l.n.r.: Bundesminister Norbert Totschnig, Patrick Scherhaufer, Simone Gingrich, Lisa Bohunovsky, Konrad Domig, Georg Gratzer, Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner, BOK-Vizerektor Gerhard Mannsberger (©BMLUK/Rene Hemerka)

BOKU gleich doppelt ausgezeichnet

Auch in der Kategorie Kooperieren“ ging ein Hauptpreis an die BOKU: Das gemeinsam mit der TU Wien durchgeführte Projekt BeEcoVie I und II wurde für seinen Beitrag zu einer nachhaltigen bienenökologischen Raumplanung ausgezeichnet.

Das Projekt untersucht, wie urbane Lebensräume so gestaltet werden können, dass Honig- und Wildbienen langfristig koexistieren können. Aufbauend auf einer umfassenden Analyse der Bienensituation in Wien entwickelt das interdisziplinäre Forschungsteam das KI-gestützte Tool hive.city, das Imker*innen und Stadtverwaltungen bei nachhaltigen Entscheidungen unterstützt.

Die Jury würdigte insbesondere den innovativen Ansatz, wissenschaftliche Forschung, künstliche Intelligenz und die Zusammenarbeit mit Praxispartner*innen zu verbinden. Ziel ist es, urbane Biodiversität zu fördern, nachhaltige Imkerei zu unterstützen und neue Impulse für die Stadtplanung zu setzen.

Der Sustainability Award wird vom Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung (BMFWF) sowie vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) vergeben. Mit dem Preis werden herausragende Leistungen österreichischer Hochschulen im Bereich Nachhaltigkeit sichtbar gemacht und gewürdigt.

©BMLUK/Rene Hemerka