25.06.2026 - FWF-ASTRA-Preise 2026: Drei Auszeichnungen für Spitzenforschung an der BOKU
Großer Erfolg für die BOKU University: Gleich drei Forscher*innen wurden mit einem der renommierten FWF-ASTRA-Preise 2026 ausgezeichnet. Zudem erhielt der BOKU-Forschende Yunteng Wang einen FWF-ASTRA Merit Award.
Mit exzellenten Forschungsprojekten überzeugten Christian Dorninger (Institut für Soziale Ökologie), Kathrin Göritzer (Institut für Pflanzenbiotechnologie und Zellbiologie) und Jose Julian Valenzuela (Institut für Molekulare Pflanzenbiologie) die internationale Jury. Sie zählen zu den diesjährigen 18 Träger:innen der FWF-ASTRA-Preise.
Mit den hochdotierten Förderungen von jeweils rund einer Million Euro können sie in den kommenden fünf Jahren ihre innovativen Forschungsprojekte weiterentwickeln und ihre wissenschaftlichen Profile international stärken.
Den Zusammenhang von industrieller Infrastruktur und globaler Ungleichheit verstehen
Mit dem FWF-ASTRA-Preis erforscht Christian Dorninger, wie industrielle Infrastruktur globale Ressourcenströme und Ungleichheit prägt. Wohlhabende Volkswirtschaften importieren oft günstige Rohstoffe, exportieren höherwertige Produkte und investieren Gewinne in weiteren Infrastrukturaufbau, der den Ressourcenbedarf verfestigt. Das Projekt quantifiziert diese Rückkopplungen länder- und sektorübergreifend für den Zeitraum von 1800 bis 2050, indem es Umweltgeschichte mit globalen Input-Output-Modellen und Daten zu Kapitalbeständen verbindet. Ziel ist es, mit dem identifizierten Zusammenhang zwischen physischer Infrastruktur und ökologisch ungleichem Tausch, mögliche Zukunftsszenarien sozial-ökologischer Ungleichheit aufzuzeigen.
Christian Dorninger erforscht, wie industrielle Infrastruktur globale Ressourcenströme und Ungleichheit prägt (© FWF/Der Knopfdrücker)
Wie Antikörper das Gleichgewicht im Darm steuern
In ihrem Forschungsprojekt entschlüsselt Kathrin Göritzer, wie die Zuckerverzierungen auf sekretorischem IgA (SIgA) – dem wichtigsten Schleimhautantikörper des Körpers – das Darmmikrobiom prägen und vor Infektionen schützen. Mithilfe eines innovativen pflanzlichen Systems stellt sie vollständig zusammengesetzt humane SlgA mit genau definierten Zuckern her und testet dadurch, wie jede Variante nützliche und schädliche Bakterien bindet und die Darmbarriere sowie Entzündungen beeinflusst. Dies wird klare Regeln für die Funktion der Zucker aufzeigen und den Weg für orale SIgA-Präventivmaßnahmen und -Therapien ebnen, darunter auch muttermilchähnliche Präparate für Säuglinge.
Kathrin Göritzer entschlüsselt, wie Antikörper das Gleichgewicht im Darm steuern. (© FWF/Der Knopfdrücker)
Die Resilienz von Nutzpflanzen stärken
Pflanzen sind auf große Zellkompartimente, sogenannte Vakuolen, angewiesen, um Nährstoffe zu speichern, den Wasserhaushalt zu regulieren und Umweltstress zu überstehen. Jüngste Arbeiten haben einen bisher unbekannten zellulären Abwehrmechanismus aufgedeckt, der als „vakuoläre Qualitätskontrolle“ bezeichnet wird und dazu beiträgt, die Integrität der Vakuolen unter Stressbedingungen aufrechtzuerhalten. Mit dem ASTRA-Projekt wird Jose Julian Valenzuela untersuchen, wie dieser Mechanismus es Pflanzen ermöglicht, mit alkalischen Böden umzugehen – eine wachsende Herausforderung für die Landwirtschaft, die durch den Klimawandel und nicht nachhaltige Landnutzung verursacht wird. Die Untersuchung sowohl von Modellpflanzen als auch von klimaresistenten Nutzpflanzen wie Quinoa soll neue Strategien aufzeigen, die zu einer widerstandsfähigeren Landwirtschaft in der Zukunft beitragen könnten.
Jose Julian Valenzuela beschäftigt sich mit der Frage, wie man die Resilienz von Nutzpflanzen stärken kann. (© FWF/Der Knopfdrücker)
Zusätzlich wurde Yunteng Wang von der BOKU mit einem FWF-ASTRA Merit Award ausgezeichnet. Diese Auszeichnung würdigt exzellente Projektanträge, die sich im internationalen Begutachtungsverfahren besonders hervorgetan haben, und unterstützt deren weitere wissenschaftliche Entwicklung mit einer Anschubfinanzierung.
Mit insgesamt drei FWF-ASTRA-Preisen und einem Merit Award beweist die BOKU einmal mehr ihre Stärke in der internationalen Spitzenforschung und dass sie zu den erfolgreichsten Forschungsstandorten Österreichs zählt.