Mit dem Goldschakalprojekt Österreich beteiligt sich die BOKU University am länderübergreifenden Projekt „Wellen der Vielfalt“. Dadurch wird die Ausbreitung dieser Tierart entlang europäischer Flüsse sichtbar gemacht.

Copyright: J. Hatlauf/BOKU University

Eine symbolische „Donau-Arche" reist derzeit virtuell entlang eines der bedeutendsten Flüsse Europas – vom Oberlauf bis zur Mündung im Donaudelta am Schwarzen Meer. Anlass ist das 30-jährige Bestehen des deutschen Naturschutzzentrums Obere Donau, das unter dem Titel „Wellen der Vielfalt – Schutzgebiete entlang der Donau" 15 Partner aus Deutschland, Österreich, Ungarn, Kroatien und Rumänien zusammengebracht hat. 

Die BOKU beteiligt sich im Rahmen ihres Goldschakalprojekts Österreich, des Life-BOAT4Sturgeons sowie des Forschungsprojekts zur (Wieder)Ansiedlung der Äsche (Thymallus thymallus) am Mittleren Kamp. An jeder Station wird eine charakteristische Tier- oder Pflanzenart in eine hölzerne Arche aufgenommen und anschließend symbolisch weitergereicht.

Dabei macht die Arche auch an einigen Stationen in Österreich Halt. Hier steuert unter anderem das Goldschakalprojekt Österreich am Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft der BOKU University eine Tierart bei, die wie kaum eine andere für Dynamik und Wandel entlang der Donau steht: den Goldschakal (Canis aureus).

Eine Art, die dem Fluss folgt

Der Goldschakal hat sein Verbreitungsgebiet in den vergangenen Jahrzehnten von Südosteuropa nach Mitteleuropa ausgeweitet – und die Donau mit ihren Auen, Feuchtgebieten und strukturreichen Kulturlandschaften spielt als Ausbreitungsachse eine durchaus wichtige Rolle. In Österreich ist die Art heute in mehreren Bundesländern nachgewiesen, Reproduktionen konnten in den letzten zehn Jahren immer wieder bestätigt werden. 

 „Der Goldschakal zeigt exemplarisch, dass Flusslandschaften nicht nur Lebensräume sichern, sondern auch Bewegung und Austausch fördern“, erläutert Jennifer Hatlauf, die Initiatorin des Goldschakalprojekts. „Dabei spielt vorwiegend die flussbegleitende Vegetation eine wichtige Rolle, da sie als Deckung dient, oder sich Kleinsäuger befinden, die in vielen Regionen als Hauptbeute dienen. Ein Goldschakal kann nur wenige Meter im Dickicht entfernt an dir vorbeilaufen, und du würdest ihn nicht sehen.“

Das Goldschakalprojekt versucht seit 2015 die Ausbreitung der Tierart in Österreich zu dokumentieren und wertet Nachweise aus. Ein wesentlicher Teil der Datengrundlage stammt aus der Bevölkerung: Meldungen von Jäger*innen, Landwirt*innen sowie Naturbeobachtenden sind hierbei essenziell.

Verbindung statt Abgrenzung

 „Der Goldschakal ist ein gutes Beispiel dafür, dass Naturschutz und Wildtiermanagement an Landesgrenzen nicht Halt machen", betont Hatlauf, die im letzten Jahr auch das Buch „Der Goldschakal - Lebenskünstler auf leisen Pfoten“ veröffentlichte (https://www.aureus.co.at/). „Die Tiere, die wir in Österreich nachweisen, sind Teil der kontinentalen Population. Sie stammen vorwiegend aus Ungarn sowie aus Italien und Slowenien. Wenn wir verstehen wollen, wie sich diese Art weiter ausbreitet, müssen wir länderübergreifend denken. Genau das macht die Donau-Arche sichtbar."

Der Schutz der Donau und ihrer Lebensräume muss grenzüberschreitend gedacht werden. „Wellen der Vielfalt" macht diese Verbundenheit sichtbar und steht für die gemeinsame Verantwortung, die biologische Vielfalt entlang des Flusses zu bewahren. Gerade die außergewöhnliche Trockenheit dieses Jahres mit rekordniedrigen Wasserständen zeigt, wie verletzlich Flüsse und die von ihnen abhängigen Lebensräume sind.

Die Reise der Donau-Arche lässt sich über die Social-Media-Kanäle des Naturschutzzentrums Obere Donau (InstagramFacebook und YouTube) verfolgen. 

Informationen zum österreichischen Beitrag: https://www.goldschakal.at/

Fotos zur Verwendung im Rahmen der Aussendung und unter Nennung des Copyrights © J.Hatlauf/BOKU University: https://drive.boku.ac.at/d/1eb7d2a885be4f1e875b/ 

Wissenschaftlicher Kontakt
Jennifer Hatlauf, Dr.nat.techn. M.Sc.
BOKU University 
Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft 
Email: Jennifer.hatlauf(at)boku.ac.at 
Telefon: +43 65 0500 2158